GNF - Naturkapital im Hotel- und Gastgewerbe
 

Naturkapital im Hotel- und Gastgewerbe

 
 

Naturkapitalbewertungen gewinnen weltweit zunehmend an Bedeutung. Deutsche Unternehmen sind bei dem Thema im internationalen Vergleich noch eher zurückhaltend. Dafür gibt es einige Gründe, die der Global Nature Fund (GNF) innerhalb des Projektes „Netzwerk Naturkapitalbilanzierung“ aus zahlreichen Gesprächen und Diskussionen mit Unternehmen verschiedenster Größen und Branchen identifizieren konnte.

Ziele:

Das Projekt zielt darauf ab, die Anwendung von Naturkapitalbewertungen im Hotel- und Gastgewerbe voranzutreiben. Naturkapitalbewertungen dienen Unternehmen als Hilfestellung, um Abhängigkeiten und Auswirkungen von bzw. auf Naturkapital zu identifizieren. Um Naturkapitalbewertungen durchzuführen, werden Daten und Methoden benötigt. Im Projekt wird der Zugang zu diesen Daten und Methoden erleichtert. Mithilfe von Leitfäden und Workshops wird den Unternehmen der Umgang mit den Daten und Methoden nähergebracht.

Zielgruppen:

 

Unternehmen im Hotel- und Gastgewerbe:

 

Das Projekt richtet sich vorrangig an Unternehmen im Hotel- und Gastgewerbe. Diese Zielgruppe lässt sich wiederrum in drei Unterkategorien einteilen.

 

  1. Zunächst soll für Unternehmen, die sich bereits mit Naturkapitalbewertungen, Ökobilanzen, Umweltmanagementsystemen (z.B. EMAS) oder sonstigen Methoden beschäftigt haben, Daten und Unterstützung angeboten werden. Für diese Zielgruppe soll es einfacher werden, aus bestehenden Daten, Naturkapitalbewertungen zu erstellen. Darüber hinaus wird den Unternehmen Rückmeldung über noch nicht ausreichend berücksichtigte Aspekte bei der bisherigen Arbeit mit dem Thema gegeben.
  2. Die zweite Kategorie umfasst Unternehmen im Hotel- und Gastgewerbe, die zwar nachhaltig handeln; denen es aber an Werkzeugen und Daten fehlt, um dem Verbraucher das eigene Engagement verständlich zu machen. Diesen soll die Naturkapitalbewertung als zuverlässiges Instrument präsentiert und erklärt werden.
  3. Zur dritten Kategorie gehören Unternehmen, die sich bisher noch nicht im Umweltschutz engagieren. Dadurch, dass sich andere Unternehmen in dem Sektor mit ihrem Naturkapital beschäftigen, werden die Unternehmen der dritten Gruppe auf das Thema aufmerksam gemacht. Außerdem wird ihnen bewusst, dass Nachhaltigkeit ein Wettbewerbsfaktor sein kann.

 

Verbraucher:

 

Diejenigen, die die Dienstleistungen und Angebote im Hotel- und Gastronomiegewerbe in Anspruch nehmen, sind eine indirekte Zielgruppe des Projektes. Dadurch, dass Unternehmen einen besseren Zugang zu Naturkapitalbewertungen bekommen, werden verstärkt gut strukturierte, leicht verarbeitbare und trotzdem verlässliche Informationen über Nachhaltigkeit an Kunden weitergegeben. Diese können anschließend fundierte Kaufentscheidungen treffen. Darüber hinaus wird in dem Projekt ein Leitfaden für Verbraucher erstellt. In dem Leitfaden werden beispielsweise bei der Reiseplanung bzw. bei der Planung des Restaurantbesuches zu beachtende Aspekte anhand von Infografiken und Diagrammen aufgezeigt.

 

Verbände:

 

Auch für Verbände des Hotel- und Gastgewerbes bietet das Projekt hilfreiche Informationen. Diese können die Informationen und Zahlen für ihre inhaltliche Arbeit nutzen und damit das Thema Umweltschutz stärker in den Vordergrund stellen. Nachhaltiger Tourismus  wird also auch hier gefördert.

 

Stakeholder im Hotel- und Gastronomiegewerbe:

 

Die zu erarbeitenden Daten und Zahlen werden vorrangig für das Hotel- und Gastronomiegewerbe und damit für den tertiären Sektor erstellt. Sie können aber auch Anwendung in anderen Sektoren finden. So können z.B. Zulieferer, wie eine nachhaltig produzierende Brauerei oder ein Ökobauernhof, davon profitieren, indem sie Unternehmen im Hotel- und Gastronomiegewerbe von den Vorteilen der eigenen Produkte mithilfe von Naturkapitalbewertungen überzeugen.

 

Bestehende Projekte und Initiativen:

 

Bestehende Forschungsprojekte, Initiativen und Organisationen, die sich für nachhaltigen Tourismus einsetzen, bekommen durch das Projekt neues Material, mit dem die eigenen Aktionen, Aussagen und Ideen gefüttert werden können.

Kontakt

Martin Haustermann

Global Nature Fund – Büro Bonn

Tel.: +49 228 1848694 13

E-Mail: haustermann@globalnature.org

Alle Fotos: © pixabay.com

Förderer:

 Umweltbundesamt (UBA)
 
 

Projektzeitraum:

 

Land:

 

Förderer:

April 2018 - März 2020

 

Deutschland

 

Umweltbundesamt (UBA)