GNF - Stärkung der Resilienz von ländlichen Gemeinden in Maputaland
 

Stärkung der sozio-ökologischen Resilienz von ländlichen Gemeinden in Maputaland

 

Hintergrund

Die Region Maputaland im nördlichen Teil der Provinz KwaZulu-Natal ist die am wenigsten entwickelte Gegend Südafrikas, es fehlt an Infrastruktur, Industrie und modernen Dienstleistungen. Es gibt nur wenige Arbeitsmöglichkeiten und die Menschen leben hauptsächlich von Subsistenzlandwirtschaft und oftmals auch in Armut. Zudem wirkt sich der globale Klimawandel auf das Gebiet und die Lebensgrundlagen der Menschen aus. Sich ändernde Wettermuster und die wachsende Bevölkerung setzen die Subsistenzlandwirtschaft und die natürlichen Ressourcen, von denen die Menschen vor Ort unmittelbar abhängig sind, zunehmend unter Druck.

 

Es sind deshalb grundlegende Veränderungen erforderlich, um den Menschen den Übergang zu einer klimagerechten Landwirtschaft und einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen zu ermöglichen. Dauerhaft sollen zudem die Menschen von der nachhaltigen Nutzung der Wildnis profitieren, beispielsweise in der Schaffung von nachhaltigem Tourismus und entsprechender Infrastruktur in der Region.

Projektziele

Basierend auf den positiven Erfahrungen, die Wildlands in der vergangenen mehr als 10 Jahren machte, eignen sich Demonstrationsgärten hervorragend, um erfolgreiche Techniken und den Anbau lokal angepasster Pflanzensorten aufzuzeigen. Nach weiteren Studien und der Erforschung bewährter Praktiken und neuer Technologien wird dieser Ansatz der Gemeindezentren einerseits den Landwirt*innen helfen, verschiedene Permakulturansätze zu übernehmen und die Produktivität ihres Landes zu verbessern, während andererseits die Auswirkungen auf die Umwelt reduziert und die Notwendigkeit der Rodung neuer Flächen verringert werden.

 

Darüber hinaus wurde in der Nähe des Tembe-Elefantenparks eine neue wirtschaftliche Möglichkeit geschaffen, die jedoch noch weiter ausgebaut werden muss, um rentabel zu sein: Tshanini-Bhekula ist ein Schutzgebiet, das von der Gemeinde eingerichtet wurde, um den einzigartigen Lebensraum des Sandwaldes zu schützen und zugänglich zu machen, der ein erhebliches Potenzial für naturbasierten Tourismus, insbesondere für die Vogelbeobachtung, bietet. Durch das Projekt wird das Beherbergungsangebot in Tshanini-Bhekula, das bisher aus einer Loft besteht, um ein Zeltlager und die Ausbildung von Einheimischen zu Vogelführer*innen erweitert. Dies wird das wirtschaftliche Potenzial des Gebietes erhöhen, Arbeitsplätze und somit Einkommensquellen im nachhaltigen Tourismus schaffen.

Projektmaßnahmen

Gemeinsam mit der Gemeinde werden verschiedene Aktivitäten durchgeführt, um die Ziele des Projekts zu erreichen:

 

Sozioökonomische Basisstudie zur Steuerung der Projektinterventionen

Eine Basiserhebung wird Informationen über das derzeitige Niveau der wirtschaftlichen Aktivität und der sozialen Widerstandsfähigkeit liefern. Eine zweite Erhebung wird am Ende der Projektlaufzeit durchgeführt, um die Auswirkungen des Projekts auf das erklärte Ziel der Verbesserung der lokalen Lebensgrundlagen zu bewerten.

 

Identifizierung und Förderung geeigneter Techniken der konservierenden Landwirtschaft durch Demonstrationsgärten und Mentorenschaft an Gemeindezentren (Community Hubs)

Dies verbessert die Subsistenzlandwirtschaft und schafft auch Möglichkeiten für ein Haushaltseinkommen durch den Verkauf, da Überschüsse produziert werden können. Der Verkauf erfolgt lokal im Rahmen des gemeindebasierten Marktsystems, so dass keine Transportkosten anfallen und der Transport von Lebensmitteln keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt hat. Diese Projektkomponente wird also die lokale Wirtschaft unterstützen, indem sie dafür sorgt, dass der durch die Landwirtschaft erwirtschaftete Wohlstand innerhalb der Gemeinschaft zirkuliert.

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Wiederherstellung und Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. So wird die Gesundheit der Böden getestet und die Auswirkungen der landwirtschaftlichen Praktiken auf ihren Beitrag zum menschlichen Wohlbefinden sowie zur Kohlenstoffbindung und zur Wiederherstellung der Gesundheit des Ökosystems bewertet.

 

Einrichtung eines Zelt-Camps

Im Tshanini-Bhekula Community Reserve wird ein neues Zeltlager errichtet. Dadurch werden zusätzliche Menschen im Reservat untergebracht und die Tourismus- und Beschäftigungsmöglichkeiten verbessert. Soweit wie möglich werden lokale Dienstleister*innen eingesetzt, um einen maximalen Nutzen für die direkte Zielgruppe des Projekts zu gewährleisten.

 

Kapazitätsaufbau der Gemeindemitglieder im Tourismus und als Naturführer*innen durch Schulung und Mentorenschaft

Die Mitglieder der Gemeinschaft erhalten eine anerkannte Ausbildung als Naturführer*innen und eine Schulung in der Vogelbestimmung. Durch das Mentoring werden den Teilnehmer*innen die Grundlagen der Finanzverwaltung und der Unternehmensführung vermittelt. Dadurch werden die Erfolgschancen der neuen Unternehmen erheblich verbessert. 

 

Kapazitätsaufbau zur allgemeinen Verbesserung des Verständnisses von Klimawandel, regenerativer Landwirtschaft und den Vorteilen der Wildnis-basierten Ökonomie

Diese Tätigkeit wird vor Ort in den Gemeindezentren von den Projektmitarbeiter*innen mit Unterstützung des erfahrenen technischen Personals des lokalen Trägers vom Hauptbüro in Hilton aus durchgeführt. Sie umfasst die Erstellung und den Einsatz innovativer Kommunikationsmaterialien, die in die lokale Sprache übersetzt werden.

 Permakultur-TRaining
 Permaculture training

Förderer

 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
 

Beitrag zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen der UN

Das Projekt soll einen konkreten Beitrag zu den Sustainable Development Goals (SDGs) leisten:

 Ziel 1: Armut in jeder Form und überall beenden
 Ziel 2: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern
 Ziel 8: Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
 Ziel 13: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen
 Ziel 15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen
 

Projektpartner

Der Wildlands Conservation Trust (Wildlands) ist eine in Südafrika eingetragene gemeinnützige Organisation mit Schwerpunkt in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal.  Der Wildlands Conservation Trust besteht aus zwei Programmen, WILDLANDS und WILDOCEANS, wobei sich ersteres auf die Erhaltung und Entwicklung von Landgebieten und letzteres auf die Arbeit in der Meeresumwelt konzentriert. Die Organisation arbeitet in erster Linie an der Schnittstelle von Gemeindeentwicklung, Resilienzaufbau und Naturschutz, um lokale Gemeinden zu befähigen, angesichts von Klimawandel, Naturkatastrophen und globalen Pandemien wie COVID19 eine nachhaltige Zukunft aufzubauen.

Projektpartner

 

Kontakt

Marlene Bär Lamas

Global Nature Fund (GNF) - Büro Radolfzell

Tel.: +49 7732 9995 878

E-Mail: baerlamas@globalnature.org

 

Thies Geertz

Global Nature Fund (GNF) - Büro Radolfzell

Tel.: +49 7732 9995 83

E-Mail: geertz@globalnature.org

 
 

Projektzeitraum:

 

Projektländer: 

 

Projektpartner:

 

Förderer: 

1. November 2021 – 30. Juni 2024

 

Südafrika

  

Wildlands Conservation Trust (Wildlands)

 

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)