GNF - Erhalt der Fischbestände am Mittleren Río Magdalena
 

Fischbestände am Mittleren Río Magdalena

Schutz und Erhalt der Fischbestände am Mittleren Río Magdalena durch partizipatives Ressourcenmanagement in Kolumbien

 

Hintergrund

Die Verminderung der Fangmengen kommerziell nutzbarer Fischarten am Mittleren Río Magdalena gefährdet die Einnahmen und die Ernährungssicherheit von 35.000 Mitgliedern der Fischergemeinschaften, die in unmittelbarer Nähe zum Fluss leben. Gleichzeitig fehlen alternative Einkommensmöglichkeiten für die ohnehin armen Fischergemeinschaften – abgesehen von der Arbeit auf den allgegenwärtigen Palmölplantagen. Der globale Klimawandel verschlechtert die Situation noch zusätzlich, indem er zu jährlich wechselnden Laichzeiten der Fischarten führt. So lassen sich die Fischbestände mit starren Regelungen nicht länger ausreichend schützen. Es mangelt aber an partizipativen Planungsinstrumenten sowie an einer gemeinsamen Koordination der Maßnahmen zwischen verschiedenen Akteuren zum Schutz der Fischbestände. Entsprechende Mechanismen in der Fischerei-Governance müssen dringend aufgebaut werden. Dabei spielen starke lokale Fischervereinigungen eine tragende Rolle, denn nur mit ihrer Hilfe kann es gelingen, dass die Fischergemeinschaften die Vorteile der Neuordnung der Fischerei wahrnehmen und den Prozess unterstützen.

Projektziele

Ziel des Projektes ist es, in den Fluss-Fischergemeinschaften am mittleren Río Magdalena partizipative Instrumente zum gemeinschaftlichen und dynamischen Management der Fischbestände einzuführen. Die flexible Festlegung von Schonzeiten und Fangquoten kann den Fischergemeinschaften dabei helfen, sich an die Auswirkungen des globalen Klimawandels auf den Zeitpunkt der Reproduktion kommerziell wichtiger Fischarten anzupassen. So lassen sich die Fischbestände langfristig als Lebensgrundlage und identitätsstiftendes Element von 5.000 Angehörigen von Fischerfamilien im Projektgebiet sichern. Die Vereinigungen der Fischer*innen vor Ort sind durch das Projekt in der Lage, die Fischbestände in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen kolumbianischen Behörden nachhaltig zu managen und zu überwachen. Die Schaffung alternativer Einkommensquellen für die Fischer*innen während der Schonzeit reduziert den Druck auf die Fischbestände durch illegalen Fang. Die Erfahrungen der Fischervereinigungen im Rahmen des Projektes werden als gutes Beispiel von anderen Gemeinden und auf regionaler wie nationaler Ebene anerkannt und nachgefragt.

Projektmaßnahmen

1. Entwicklung des partizipativen Fischereimanagements
Die Projektpartner arbeiten an der Stärkung und dem Aufbau von soliden und partizipativen Strukturen, innerhalb derer die Fischereigemeinden den Zustand der Fischbestände überwachen, Treffen mit allen beteiligten Akteuren (Catfish Table, ES: Mesa del bagre) organisiert und Planungen entsprechend der aktuellen Situation durchgeführt werden.


2. Stärkung der Akteure im partizipativen Fischereimanagement
Der lokale Projektträger, die Fundación Humedales, wird die Fischereivereinigungen darin unterstützen, tragfähige alternative Geschäftsmodelle zur Fischerei aufzubauen (z.B. Aquakultur, Bootsverleih). Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von technischen Kenntnissen, sondern auch um die Unterstützung bei der strukturellen Entwicklung der Organisationen. Zu diesem Zweck erfolgt eine Beratung in rechtlichen Belangen und die Förderung der Vernetzung mit anderen Akteur*innen im Fischereisektor.


3. Dynamisierung und Diversifizierung der lokalen Wirtschaft
Um sicherzustellen, dass die Fischer*innen nicht nur von der saisonalen Fischerei abhängig sind, werden verschiedene Strategien entwickelt: z.B. Angebote für nachhaltigen Tourismus, Bootsverleih, Transportdienstleistungen, Fischzuchtprojekte und Mikrounternehmen im Sandabbau.


4. Transfer von Erfahrungen und regionale Verbreitung

 

Verbreitungskampagne für Fischervereinigungen: Mit dem Ziel, die Erfahrung des dynamischen Fischereimanagements zu wiederholen und das Gelernte auf andere Gemeinden zu übertragen, führen der lokale Projektträger und die Fischer*innen der Zielgemeinden verschiedene Informationsveranstaltungen durch.

 

Öffentlichkeitsarbeit: Um einen Verbreitungsgrad der Projektaktivitäten auf nationaler Ebene zu erreichen, richten die Projektpartner eine Social Media-Kampagne ein (Facebook und Twitter). Am Ende des Projekts legen sie eine Publikation mit Erfahrungen und Ergebnissen vor und produzieren ein Video.

 

Fischereipolitische Foren: Mit dem Ziel, die Fundación Humedales als relevante, im Bereich nachhaltiger Fischereimanagementstrategien in Kolumbien einflussreiche zivilgesellschaftliche Organisation zu etablieren, wird die Stiftung während der Durchführung des Projektes Treffen (offiziell und informell) mit Entscheidungsträgern und nationalen Behörden durchführen.

 Fischer auf dem Río Magdalena
 Farbenfrohe Artenvielfalt
 Fische und der Fischfang dominieren den Alltag vieler Familien am Río Magdalena.
 Abendstimmung am Río Magdalena
 Fische sind beliebte Motive und allerorts zu finden.
 Auch an Land gibt es einiges zu tun für die Fischerfamilien.

Förderer

 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
 Stiftung Ursula Merz
 

Beitrag zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen der UN

Das Projekt soll einen konkreten Beitrag zu den Sustainable Development Goals (SDGs) leisten:

 Ziel 1: Armut in jeder Form und überall beenden
 Ziel 8: Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
 Ziel 17: Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbeleben
 

Projektpartner

Die Fundación Humedales (FH) ist eine im Jahr 2000 gegründete gemeinnützige NGO mit Sitz in Bogotá. Die NGO ist staatlich anerkannt. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Umwelt- und Naturschutzprojekte, vor allem im Bereich der nachhaltigen Fischerei, sowie nachhaltige Entwicklung auf kommunaler Ebene und die Renaturierung von Feuchtgebieten. Dabei setzt die FH auf partizipative Methoden und bindet die Menschen der lokalen Kommunen und Gemeinden eng mit ein. Die Fundación verfügt über langjährige Erfahrung in der Umsetzung von Fischereiprojekten in der Zielregion.

 

Mit der kolumbianischen Fischereibehörde AUNAP besteht eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Die Fundación hat gemeinsam mit dem Global Nature Fund mehrere Projekte mit Förderung durch das BMZ umgesetzt, u.a. „Sicheres Trinkwasser für benachteiligte Bevölkerungsgruppen im ländlichen Raum Kolumbiens“ sowie „Innovative Pflanzenkläranlagen (Green Filter) als kosteneffiziente Maßnahme zur Verbesserung der Wasser- und Lebensbedingungen von Menschen in ländlichen Regionen in vier Ländern Lateinamerikas“.

Projektpartner

 Fundación Humedales
 Green Filter in Fuquene
 

Kontakt

Marlene Bär Lamas

Global Nature Fund (GNF) - Büro Radolfzell

Tel.: +49 7732 9995 878

E-Mail: baerlamas@globalnature.org

 

Thies Geertz

Global Nature Fund (GNF) - Büro Radolfzell

Tel.: +49 7732 9995 83

E-Mail: geertz@globalnature.org

 
 

Projektzeitraum:

 

Projektländer: 

 

Projektpartner:

 

Förderer: 

15. November 2020 – 14. November 2023

 

Kolumbien

  

Fundación Humedales

 

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Stiftung Ursula Merz