Issyk-Kul See – Kirgisistan

 

In einer Höhe von 1.600 Metern liegt der Issyk-Kul See im Zentrum des Hochgebirgsregion „Zentraler Tien-Shan", das auch Himmelsgebirge genannt wird, im Norden von Kirgisistan. Er ist nach dem Titicaca-See in Südamerika der zweitgrößte Hochgebirgssee der Welt, seine Länge beträgt 180 km und seine Breite 60 km. Seine Oberfläche erstreckt auf 6.236 km², er ist der größte See in Kirgisistan.

Seine durchschnittliche Tiefe liegt bei 270 m, die maximale Tiefe misst 668 m. Da das Seewasser einen geringen Salzgehalt aufweist (ca. 58 mg/l) und es zahlreiche warme Quellen am Seegrund gibt, friert der See trotz der niedrigen Lufttemperaturen nie zu. Sein Fischreichtum, es leben mehr als zwanzig Arten im See, macht ihn nicht nur zu einer der wichtigsten Nahrungsquellen der Region, sondern auch zu einem bedeutenden Rastplatz für Zugvögel.

Die außergewöhnliche Vielfalt an Landschaftstypen rund um den Issyk-Kul See bieten einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten optimale Lebensbedingungen. In den tieferen Lagen rund um den See herrschen aufgrund der Trockenheit Wüsten und Halbwüsten vor. Am Südufer befinden sich die von Ost nach West verlaufenden Bergketten des Gebirges Tien-Shan mit ihren Gipfeln mit über 7.000 Metern. Hier befinden sich auch die weltweit längsten Gletscher außerhalb der Polarregion. Charakteristisch sind die Hochgebirgstäler, die sogenannten Syrten, die blumenreichen Hochgebirgsmatten und die weiten Hochebenen mit traditioneller Weidenutzung.

So wachsen in der Gebirgsregion des Tien-Shan etwa 4.000 verschiedene Pflanzenarten, von denen rund 1.400 endemisch sind. Eine besondere Bedeutung haben hierbei die Urwildformen zahlreicher Obstbaumarten sowie die auf Dauerfrostböden vorkommenden Fichtenwälder.

 

In diesen an Nordhängen wachsenden Fichtenwäldern leben Braunbär, Sibirisches Reh und Luchs. In den Hochgebirgssteppen sind Steppenschaf, das seltene Marco-Polo-Schaf (Ovis ammon polii), Tien-Shan Ziesel (Marmota minor) und Pfeifhase (Ochotona pusilla) heimisch. Schneeleopard (Uncia uncia), Schraubenziege (Capra falconeri) und Steinbock (Capra ibex) bevorzugen die höher gelegenen, eisigen Regionen. Artenreich ist auch die Vogelwelt, zu der unter anderen Bartgeier, Steppenadler, Sakerfalke (Falco cherrug), Berggans, Himalaya-Königshuhn (Tetraogallus himalayensis) und Schwarzes Moorhuhn gehören.

 

Zu den Zugvögeln gehören Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis), Ohrentaucher (Podiceps auritus), Silberreiher (Egretta alba) und Graureiher (Ardea cinerea). Seltene Entenarten: Spießente (Anas acuta), Knäkente (Anas querquedula) und Schellente (Bucephala clangula) sowie Mittelsäger (Mergus serrator) und Gänsesäger (Mergus merganser) nutzen den Issyk-Kul See als Rastplatz.

 Beeindruckendes Bergmassiv am Issyk-Kul See
 Geröllküste
 Landschaft am Issyk-Kul See
 

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Buchtipps

Tschingis Aitmatow: Der weiße Dampfer

Die Erzählung „Der weiße Dampfer" von Tschingis Aitmatov, er war gebürtiger Kirgise, spielt am Issyk-Kul See und schildert eindrücklich die einzigartige Natur und die Menschen, die an diesem See leben.

 

Tschingis Aitmatow: Der Schneeleopard

In seinem jüngsten und auch letzten Roman (2006 erschienen) schildert Aitmatow die Spannungen zwischen arm und reich in seiner Heimat Kirgisistan sowie die Jagd auf Schneeleoparden, die als Einnahmequelle genutzt werden.