Das blutige Geschäft mit dem Nashorn
 

Archiv der Pressemeldungen des Global Nature Fund

Das blutige Geschäft mit dem Nashorn
Die Nachfrage nach Horn von Nashörnern für die traditionelle chinesische Medizin ist leider ungebrochen groß. Die damit in Verbindung stehende grausame Wilderei der Tiere erreichte in den letzten Jahren in Südafrika traurige Rekorde - mehr Tiere als je zuvor wurden getötet. Das stark bedrohte Spitzmaulnashorn steht am Rande des Aussterbens. Der Global Nature Fund startet Projekte zum Schutz der letzten Nashörner.
Radolfzell, 14.03.2012: Die südafrikanische Living Lakes-Partnerorganisation des Global Nature Fund, der Wildlands Conservation Trust, meldet alarmierende Zahlen. In den letzten vier Jahren hat sich die Zahl brutal getöteter Nashörner in Südafrika verdreifacht. Seit Beginn des Jahres 2012 wurden allein in Südafrika mehr als 90 Nashörner erbarmungslos illegal getötet. Betroffen sind auch die akut vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner (Diceros bicornis), deren Gesamtbestand von offiziellen Stellen auf unter 5.000 Tiere geschätzt wird (IUCN, 2011). Seit den 60er Jahren hat diese Art einen dramatischen Rückgang um mehr als 95 % erlebt, welcher vor allem auf illegale Wilderei zurückzuführen ist. Auch Breitmaulnashörner sind massiv von diesem Problem betroffen und werden langsam an den Rand des Aussterbens getrieben.
 
Grund hierfür ist die immer weiter steigende Nachfrage nach Nashorn-Hörnern aus dem asiatischen Raum, wo es in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet wird. Dem Horn wird nachgesagt, gegen Krebs, zur Fiebersenkung oder bei Potenzproblemen zu helfen. „Das Horn eines Nashorns besteht, wie die menschlichen Fingernägel oder Haare, aus Keratin. Seine Wirksamkeit ist daher mehr als fraglich", sagt Udo Gattenlöhner, Geschäftsführer des Global Nature Fund. „In zahlreichen medizinischen Studien konnte keinerlei Wirkung nachgewiesen werden."
 
Auf dem asiatischen Schwarzmarkt werden derzeit Rekordpreise für das Horn gezahlt. Ein durchschnittliches Horn kann bis zu 200.000 Euro erlösen und übersteigt damit sogar den Verkaufswert äquivalenter Mengen in Gold. Diese Tatsache ebnet der weit verzweigten Korruption den Weg und macht eine Eindämmung der blutigen Wilderei nahezu aussichtslos. Jüngste Ereignisse, bei denen vier Mitarbeiter der SANParks (South African National Parks) unter dem Verdacht der Beihilfe zur Nashornwilderei verhaftet wurden, unterstreichen die Dringlichkeit effektiver Maßnahmen gegen die illegale und grausame Jagd.
 
Der Global Nature Fund realisiert gemeinsam mit dem Wildlands Conservation Trust ein Projekt zum Schutz der bedrohten Tiere. In einer Region im Nordosten Südafrikas wird die gesamte Nashornpopulation mit kleinen Satellitensendern ausgestattet. Die GPS-Sender befinden sich versteckt im Horn und ermöglichen eine 24-Stunden Live-Überwachung der Tiere. Ungewöhnliche Bewegungsmuster werden durch eine Sicherheitsstation direkt gemeldet. Ausgebildete Wildhüter können dank der GPS-Koordinaten daraufhin sofort zielsicher und effektiv eingreifen. Dies hilft im Ernstfall nicht nur das Töten der Tiere zu verhindern, sondern wirkt auch als Abschreckung für zukünftige Täter. Die Maßnahme wurde im Jahr 2011 an einer kleinen Gruppe Nashörner erfolgreich getestet und wird nun auf den gesamten Tierbestand ausgeweitet. Das Projekt wird von der Stiftung Ursula Merz gefördert. Mehr Infos: www.globalnature.org/nashornschutz
 
Die European Outdoor Conservation Group (EOCA) hat das Nashornschutzprojekt als eines von sechs Projekten nominiert. Sie können das Projekt unterstützen, indem Sie bis zum 1. April 2012 auf http://www.nationalgeographic.de/die-welt-von-ng/die-sechs-eoca-projekte-2012 über die Vergabe von Projektgeldern abstimmen.
 
Das Living Lakes-Netzwerk setzt sich erfolgreich und nachhaltig für die betroffenen Regionen ein und wird hierbei auch von weltweit tätigen Unternehmen wie Daimler, Sika, Kärcher und Osram unterstützt.
 
Kontakt:
Katharina Trump
Global Nature Fund (GNF), Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell, Deutschland
Tel.: 0 77 32 - 99 95 - 83, Fax: 0 77 32 - 99 95 - 88
E-Mail: trump@globalnature.org, Webseite: www.globalnature.org

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