Lebendiger See des Jahres 2014: Chiemsee

 

Gefährdung

Ende der 1970er Jahre drohte der Chiemsee umzukippen, hohe Mengen nährstoffreicher Abwässer flossen in den See. Der Bau eines Ringkanals war die Rettung. Abwässer aller Anliegergemeinden fließen heute in dem 80 Kilometer langen Leitungsnetz zusammen und werden über 30 Pumpwerke in die Kläranlage Stiedering geschleust. Abflüsse der stark gedüngten landwirtschaftlichen Flächen in Ufernähe werden vom Ringkanal jedoch nicht erfasst. Über die Zuflüsse des Chiemsees werden vor allem bei Starkregenereignissen massenhaft Nährstoffe von den Feldern in die flachen Buchten geschwemmt, wo sie zu Eutrophierungsprozessen führen können. An den klaren, zugänglichen Stellen des Sees konzentrieren sich umso mehr die Angebote der Touristik, ein hoher Siedlungs- und Nutzungsdruck ist deutlich spürbar. Nur ein harmonisches Gesamtkonzept für Natur, Anwohner und Tourismus kann die Schönheit des Bayrischen Meers langfristig wahren.

 
 Ruhezonen