Kampf gegen den Klimawandel in Bolivien

 
 

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Projektpartner:

 

 

 

Förderer:  

Kampf gegen den Klimawandel in Bolivien – Maßnahmenunterstützung am Titicaca See und in La Paz

 

Dezember 2011 – November 2013

 

Bolivien

 

Stadtverwaltung La Paz, Bolivianische Cinemateca-Gruppe, National Museum of Natural History, Stadt Leeds (UK), zu Beginn auch Trópico (Bolivien)

 

Stiftung Ursula Merz

 

Hintergrund

Der weltweite Klimawandel macht sich auch bereits in Bolivien bemerkbar: seit Jahren lässt sich am Titicaca See ein Rückgang des Wasserspiegels beobachten. In den (semi-)ariden Höhenlagen des Altiplano, wo sich der See befindet, ist Wasser von Natur aus eine knappe Ressource. Für die stetig wachsende Bevölkerung ist die Wasserversorgung des Titicaca Sees essenzielle Lebensgrundlage. Heute leben im Einzugsgebiet des Titicaca Sees ca. 2 Millionen Menschen. Dieser hohe Bevölkerungsdruck hat zunehmend verheerende Folgen für den See und seine Ressourcen, wie Wasser und Fischvorkommen, aber auch auf die Uferzonen und angrenzenden Landflächen. Die kontinuierlich abnehmende Verfügbarkeit gefährdet schon heute die Sicherstellung von genügend Wasser für Trinkwasser, Bewässerung, Industrie und Energieerzeugung.

 

Neben dem Rückgang der Wassermenge im Titicaca See haben der anhaltende Temperaturanstieg sowie die zunehmende Wasserschmutzung durch ungeklärte häusliche und industrielle Abwässer verheerende Folgen für die Artenvielfalt im und am See. So gehen z.B. die Bestände des Andenkärpflings (Orestias) und des endemischen Titicaca-Riesenfroschs (Telmatobius culeus) stark zurück. Der charakteristische Titicaca-Taucher (Rollandia microptera), der mit seinen kurzen Flügeln nicht fliegen kann, findet kaum noch Nistmöglichkeiten, da die Uferzonen durch den Menschen verändert und übernutzt werden.

 

Der Rückgang des Fischreichtums im Titicaca See hat viele traditionelle Fischer dazu gebracht, Land- und Viehwirtschaft zu betreiben. Im Ursprungsgebiet des Kartoffelanbaus rund um den Titicaca See werden heute über 50 verschiedene Kartoffelarten angebaut, aber auch ursprüngliche Getreidesorten, wie z.B. Quinoa (Chenopodium quinoa), oder die Anden-Lupine (Lupinus mutabilis), welche für die Ernährungssicherheit von großer Bedeutung sind.

 

La Paz ist mit ungefähr 895.000 Einwohnern der  Regierungssitz Boliviens. Die Stadt liegt auf einer Höhe von 3.600 m und ist nur ca. 150 km vom Titicaca See entfernt. Ihre indigenen Einwohner stehen in einer tiefen kulturellen und traditionellen Beziehung zum Titicaca See, doch nur ein sehr geringer Bevölkerungsanteil in La Paz und am Titicaca See verfügt über Kenntnisse zum Klimawandel. Bisher verfügen die Gemeinden direkt am Titicaca See nur über sehr begrenzte finanzielle und personelle Kapazitäten, um Umweltbildungsmaßnahmen umzusetzen. Nur ein kleines Team der Standverwaltung von La Paz hat begonnen sich für Umweltbildungsprogramme am Titicaca See einzusetzen.

Projektziele

Das übergeordnete Ziel des Projekts ist die Förderung öffentlichen Bewusstseins in Gemeinden am Titicaca See und in La Paz für den Klimawandel und die unmittelbaren Auswirkungen auf ihre Lebensgrundlagen. Die Kampagne zielt darauf ab, neben Umweltbildungsveranstaltungen in verschiedenen Gemeinden am See außerdem eine Vielzahl der Bevölkerung über Massenveranstaltungen, wie z.B. eine Filmwoche (mit Unterstützung der Bolivianischen Film- und Kino-Gruppe Cinemateca Boliviana) oder einen Fotowettbewerb zum Thema Klimawandel am Titicaca See und über die Veröffentlichung von Umweltbildungsmaterialen zu erreichen. Des Weiteren ist ein wichtiges Ziel gemeinsam mit der Stadtverwaltung von La Paz, ein Klimaschutzkonzept mit einem konkreten Aktionsprogramm zu erarbeiten, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und Anpassungsmaßnahmen einzuleiten.

Projektmaßnahmen

Umweltbildungsmaßnahmen / Lern-Veranstaltungen

Mit Hilfe von eigens entwickelten Umweltbildungsmaterialien und verschiedenen Lern-Instrumenten werden mehrere Umweltbildungsveranstaltungen in verschiedenen Gemeinden am Titicaca See durchgeführt. Mit Hilfe der Stadtverwaltung von La Paz werden die wichtigsten Gemeinden für die Bildungsmaßnahmen identifiziert. Durch die Unterstützung des National Museum of Natural History bei der Durchführung werden neben den Veranstaltungsteilnehmern aus den Gemeinden auch eine Vielzahl weiterer Menschen der bolivianischen Bevölkerung erreicht.

 

Interaktive Umweltbildungskampagne

Zusätzlich zu den oben genannten Umweltbildungsmaßnahmen wird eine interaktive, audiovisuelle Umweltbildungskampagne geplant und durchgeführt, die auch öffentlichkeitswirksame Massenveranstaltungen beinhaltet, um möglichst eine große Anzahl an Personen aus der Zielgruppe zu erreichen. Hierbei wird die Cinemateca Boliviana Gruppe Unterstützung leisten. Es wird Kulturevents wie eine Filmwoche mit Kurzfilmen und einen Fotowettbewerb mit einer Ausstellung zum Thema Klimawandel geben.

 

Klimaschutzkonzept

Mit der Stadtverwaltung von La Paz wird eine umsetzbare Klimaschutzstrategie mit einem konkreten Aktionsprogramm ausgearbeitet. Dieser Prozess wird mit Workshops (TRÓPICO, GNF, Stadtverwaltung La Paz) begleitet. Best Practice Beispiele und Erfahrungen aus Europa sollen helfen, erfolgreiche und übertragbare Ansätze für Bolivien auszuarbeiten. Auch lokale Interessengruppen und Stakeholder werden bei der Strategieentwicklung einbezogen. Die oben genannten Umweltbildungsmaßnahmen stellen bereits ein Teil der Klimaschutzstrategie dar.

Weitere Informationen zum Titicaca See finden Sie auch auf unserer Website.

Kontakt

Marion Hammerl

Bodensee-Stiftung

Tel.: +49 (0) 77 32 - 99 95 - 45

E-Mail: marion.hammerl@bodensee-stiftung.org

 

Nina Bastian

Global Nature Fund (GNF)

Tel.: +49 (0) 77 32 - 99 95 - 84

E-Mail: bastian@globalnature.org

 Landwirtschaft an den Hängen des Titicaca Sees
 Urus-Insel auf dem Titicca See
 Bewohnerin einer Urus-Insel
 La Paz in Bolivien
 Isla Amantani
 Ufervegetation
 Ruinen der Antike auf der Isla de Sol