Projekt Rhino in Südafrika

 

Artikel (DUHWelt 1/2016)

Dramatischer Kampf ums Überleben (500 KB)

Hintergrund

Die medizinische Wirkung, die seinem Horn fälschlicher zugeschrieben wird, hat das Nashorn an den Rand des Aussterbens gebracht, denn auf den Schwarzmärkten Asiens lässt sich mit Nashorn-Hörnern ein Vermögen verdienen. In Kombination mit der oftmals vorherrschenden, schlechten Entwicklung der ländlichen Regionen und einer hohen Armutsrate in den verbliebenen Verbreitungsgebieten der afrikanischen Nashörner, hat sich die Wilderei zu einer kaum  kontrollierbaren und rasch wachsenden Bedrohung entwickelt – nicht nur für das Überleben der Tierarten, sondern auch für die wirtschaftliche Situation und zukünftigen Möglichkeiten der Wildtierreservate und umliegenden Gemeinden.

 

Südafrika beherbergt über 80 % der gesamten, afrikanischen Nashornpopulationen. Dem Land kommt daher eine besondere Bedeutung im Kampf gegen die illegale Wilderei und für den Schutz und Erhalt der letzten Spitz- und Breitmaulnashörner zu. Insbesondere die östlichen Regionen des Landes, einschließlich des Krüger Nationalparks sowie der Provinz Kwa-Zulu-Natal (KZN), beherbergen einen Großteil der Tiere. Grenzüberschreitende Parks, wie der Great Limpopo Transfontier Park, der sich über Südafrika, Mosambik und Simbabwe erstreckt, sollen Schutzzonen vergrößern und die friedliche Kooperation von Nachbarländern vorantreiben. Für den Schutz der bedrohten Nashornarten sind hierbei vor allem länderübergreifende Anstrengungen und Kooperation im Bereich der Wildereivermeidung essentiell.

 

Aber auch innerhalb des Landes ist im flächendeckenden Kampf gegen die Wilderei die Vereinigung von Know-how, finanziellen und materiellen Ressourcen sowie fachlichen Kapazitäten von enormer Wichtigkeit. Für diesen Zweck wurde für die Provinz Kwa-Zulu-Natal das Project Rhino KZN gegründet – ein Zusammenschluss mehrerer engagierter Organisationen, die die Umsetzung von Anti-Wildereimaßnahmen in Reservaten mit Spitz- und Breitmaulnashornbeständen in der Region koordinieren und die Vernetzung und Kooperation zwischen diesen verbessern.

Maßnahmen

Gemeinsam mit dem Wildlands Conservation Trust werden die Aktivitäten des Project Rhino KZN unterstützt, um die Reservate in der Region besser zu vernetzten, Maßnahmen abzustimmen sowie eine effektivere Überwachung der Nashornpopulationen zu erreichen und so das Risiko von Wildereivorfällen in der Region zu senken.

 

Für die reservatsübergreifende Koordination der Anti-Wilderei Maßnahmen wird eine spezielle Nashorn-Einheit mit erfahrenen Rangern eingerichtet. Diese Einheit organisiert und überwacht Aktivitäten in der Region und leitet monatliche Kontrollflüge über den eingebundenen Gebieten an. Die mobile Flugeinheit – der Zululand Antipoaching Wing – steht außerdem für Notfalleinsätze zur Verfügung, um bei konkreten Vorfällen schnell reagieren zu können. Durch die Übersicht aus der Luft können Wilderer und getötete Tiere einfacher lokalisiert und Ranger am Boden zielgenau gelotst werden. Die Nashorn-Einheit unterstützt außerdem die Untersuchung von Wildereivorfällen, sammelt wichtige Beweise und stimmt sich mit anderen privaten und öffentlichen Stellen und Initiativen in der Region ab. Durch die professionelle Bearbeitung und Weiterverfolgung eines Falls inklusive der koordinierten Sammlung von einheitlichen Beweisen, können Vorfälle besser dokumentiert und ausgewertet werden, was die Erfolgsrate beim Ergreifen der Täter und den anschließenden Verfahren verbessern soll.

 

Teil des Projektgebiets ist auch das Somkhanda Reservat, in dem der GNF bereits seit einigen Jahren den Nashornschutz und die Entwicklung der ländlichen Strukturen unterstützt. Im Rahmen des Projektes werden hier weiterführende Trainings im Bereich der Wildereivermeidung für die Ranger des Reservats organisiert. Erfahrungen und „lessons learned“ werden zwischen den Reservaten für die weitere Professionalisierung und Effektivität ausgetauscht. Außerdem werden ausgewählte Nashörner mit GPS-Sendern ausgestattet, um so eine vereinfachte Überwachung ihrer Aufenthaltsorte und Aktivitätsmuster seitens der Ranger zu ermöglichen.

 

Für die Unterstützung der wichtigen, länderübergreifenden Koordination und Kooperation werden für Parkmanager und Ranger aus Südafrika und Mosambik zwei Austauschtreffen organisiert. Ziel ist, bestehende Lücken in der derzeitigen Kooperation hinsichtlich Wildereivermeidung zwischen den beiden Ländern zu identifizieren und Lösungen zur Verbesserung auszuarbeiten. Mosambik ist eine der zentralen Schmuggelwege für illegales Nashorn-Horn aus Südafrika. Eine effektivere Zusammenarbeit der beiden Länder ist daher essentiell, um auf beiden Seiten der Grenze die Umsetzung abgestimmter Maßnahmen sowie eine verbesserte Strafverfolgung zu gewährleisten.

Förderung

Das Polifonds-Projekt, durchgeführt von der GIZ im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), bündelt die Expertise und Ressourcen von fünf deutschen Ministerien, internationalen Organisationen und NROs zur Bekämpfung der Wilderei und des illegalen Handels mit Wildtierprodukten (Elfenbein und Nashorn-Horn) in Afrika und Asien.

 Die Bestände der Breitmaulnashörner sind durch illegale Wilderei in Südafrika gefährdet.
 Der illegalen Wilderei zum Opfer gefallenes Nashorn.
 Besenderung eines betäubten Nashorns.
 Die Ortung der besenderten Nashörner wird von geschulten Rangern durchgeführt.
 Zululand Antipoaching Wing - Kontrollflüge für den Schutz der Nashörner
 Mobile Kontrollflüge unterstützen den Nashornschutz effektiv.
 Der Schutz von Nashörnern hat äußerste Priorität.

Projektpartner

 Wildlands Conservation Trust

Förderung durch

 Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

im Auftrag von

 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
 
 

Offizieller Projekttitel:

 

Projektzeitraum:

 

Projektländer: 

 

Projektpartner:

 

Förderer: 

 

Projekt Rhino: Bekämpfung illegaler Wilderei in Südafrika

 

August 2015 – April 2017

 

Südafrika

  

Wildlands Conservation Trust

 

unterstützt durch GIZ im Auftrag vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)