Living Lakes / Lebendige Seen – Ein internationales Netzwerk

 

Ziel der alle Kontinente umfassenden Umweltinitiative Living Lakes ist der Schutz der Trinkwasserreserven unserer Erde. Eine Untersuchung der UN besagt, dass schon heute über 1,4 Milliarden Menschen zu wenig oder schlechtes Wasser haben.

 Living Lakes / Lebendige Seen

Übersicht der Mitglieder des Netzwerkes Living Lakes

 
 

Nokoué Lake – Benin

 

Der oval geformte Nokoué-See liegt im Süden von Benin und ist durch zwei Kanäle mit dem Ozean verbunden: zum einen der 300 Meter breite und 4,5 Kilometer lange Cotonou-Kanal im Süden und zum anderen ein Kanal im Osten des Sees, der an der Hauptstadt Porto-Novo vorbei bis nach Nigeria führt und dort in den Ozean mündet. Da der See recht flach ist (0,4 - 3,4 Meter Tiefe), variiert seine Größe über die Jahreszeiten hinweg stark. In der Trockenzeit bedeckt der See eine Fläche von etwa 160 km². Am Rande des Sees befinden sich einige Wälder und sumpfige Wälder. Diese und die riesigen Marschlandschaften, welche für einige Wochen im Jahr mit Wasser bedeckt sind, werden in der Regenzeit geflutet und lassen den Nokoué-See so auf das dreifache seiner normalen Größe anwachsen. Der See wird hauptsächlich vom Ouémé-Fluss, der in die Lagune von Porto-Novo im Osten des Sees fließt, und dem Sô-Fluss im Norden gespeist.

 

Der Nokoué-See ist sehr wichtig für Vögel und wurde daher zusammen mit dem temporär überschwemmten Umland im Jahr 2000 als Ramsar-Gebiet deklariert und somit als besonders schützenswert ausgezeichnet. Das Gebiet ist ein wichtiger Brutplatz für verschiedene aquatische Spezies, außerdem beherbergt es gefährdete Arten und spielt eine Rolle für die Populationserhaltung von Tier- und Pflanzenarten und stärkt somit die Biodiversität. Es dient mehreren Arten als Refugium und Futterquelle.

 

Auf dem schmalen Landstreifen zwischen dem Nokoué-See und dem Atlantischen Ozean liegt die größte Stadt des Landes, Cotonou, mit gut 700.000 Einwohnern. Im Norden des Sees, an der Mündung des Sô-Flusses, liegt das Pfahlbautendorf Ganvié. Mit 20.000 Einwohnern ist es vermutlich das größte auf einem See erbaute Dorf Afrikas, was ihm nicht nur einen Status als UNESCO Weltkulturerbe eingebracht hat, sondern auch viele an Kultur und Ökologie von See und Dorf interessierte Touristen anzieht. Neben dem Tourismus ist die wichtigste Einkommensquelle der Dorfbewohner heutzutage nicht mehr die Landwirtschaft, sondern Fischerei und Fischzucht.

 

Unser Partner vor Ort, Amis de l’Afrique Francophone-Bénin (AMAF-BENIN), ist eine 2008 gegründete, humanitäre Organisation. Sie möchte die Bildung stärken, Ansätze und Vorstöße entwickeln und Rahmen und Orte für Dialog schaffen. Allgemein möchte AMAF-BENIN ein gesundes und produktives Leben für die umliegende Bevölkerung, insbesondere ihre ärmeren Teile, fördern. Dies soll unter anderem durch eine gesicherte Trinkwasserversorgung, nachhaltiges Management von Feucht- und Trockengebieten und natürlichen Ressourcen sowie einer Stärkung der Kapazitäten der lokalen Bewohner durch Aktionen und Lobbyarbeit erreicht werden.

 

Um die Vision eines Benin zu erreichen, in dem Schutz von Feuchtgebieten, Wäldern, der Biodiversität und Umwelt im Allgemeinen eine Priorität eingeräumt wird, sodass auch die Verarmung der indigenen oder sonstigen Landbevölkerung endet, arbeitet AMAF-BENIN im Bereich des Umweltschutzes und in der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen. Auch genderrelevante Themen und die soziale Notlage benachteiligter Kinder, jungen Leuten in Schwierigkeiten und arbeitslosen Frauen werden behandelt.

 

Die Aktion „Benin räumt auf“, die AMAF-BENIN und Partner am Nokoué-See durchgeführt haben, hat viele Bewohner von Cotonou und anderen, an den See angrenzenden Ortschaften, mobilisiert. Sie haben die Stadt, die Lagune von Cotonou und den Nokoué-See von umwelt- und gesundheitsschädlichem Müll befreit und über das Thema reflektiert. Die Aktivität sollte außerdem das Bewusstsein der lokalen Bevölkerung und von Fischergruppen des Nokoué-Sees in Bezug auf nachhaltiges Verhalten stärken.

 

Amis de l’Afrique Francophone-Bénin (AMAF-BENIN)

Rue 213, Carré N°903 Saint-Jean Cotonou

Benin

Tel.: +229 98146364

E-Mail: amafbenin@yahoo.fr

Website: http://www.amaf.site-fr.fr/page/56165

 

Hier setzt das internationale Seennetzwerk Living Lakes an und zeigt Wege zum wirkungsvollen Schutz der ökologisch wertvollsten Gewässer unserer Welt auf. Eine weltweite Initiative für unsere Zukunft!

 

Derzeit gehören dem Netzwerk insgesamt 109 Mitglieder an. Die einzelnen Gewässer, Seen, Feuchtgebiete und Flüsse finden Sie jeweils auf dem entsprechenden Kontinent dargestellt.

Grundsatz

Living Lakes ist ein internationales Netzwerk und eine Partnerschaft zur Förderung des Schutzes, der Renaturierung und der Rehabilitation von Seen, Feuchtgebieten und sonstigen Gewässern weltweit sowie deren Einzugsgebiete.

 

Leitbild

Übergeordnetes Leitbild ist die Erhaltung aller Seen, Feuchtgebiete und Gewässer dieser Welt als intakte Ökosysteme. Dort, wo sie von Menschen genutzt werden, soll diese Nutzung nachhaltig und ohne Beeinträchtigung des Ökosystems erfolgen.

Ziele

Schutz der Biodiversität und Erhaltung der Seen, Feuchtgebietsökosysteme und sonstiger Gewässer.

  • Renaturierung veränderter und bedrohter Feuchtgebiets- und Seenökosysteme.
  • Verbesserung der Lebensqualität der an Seen und Feuchtgebieten ansässigen Bevölkerung (Agenda 21).
  • Verpflichtung zur nachhaltigen Nutzung und Entwicklung dieser Ökosysteme in den Bereichen Landwirtschaft, Fischerei, Tourismus, Siedlungen, Energie und Wassernutzung.
  • Förderung der Nutzung angewandter Wissenschaften und Technologien zum Schutz dieser Ökosysteme.
  • Unterstützung von Bildungsprogrammen und Kooperation mit der lokalen Bevölkerung und anderen relevanten Nutzergruppen zum Schutz der Biodiversität dieser Ökosysteme.
  • Verbreitung von Informationen und Umweltbildung mit Bezug auf diese Ökosysteme.
 Segelboote auf den Broads in England
 Ufervegetation in Sri Lanka
 Hovsgol See in der Mongolei
 Pulicat See in Indien
 

Erfolge

Auszeichnung als „Offizielles Projekt der Dekade der Vereinten Nationen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 – 2014“

Das Projekt „Living Lakes“ wurde im November 2013 zum fünften Mal in Folge als UN Dekade-Projekt ausgezeichnet, somit herhielt das Netzwerk erneut den Titel „Offizielles UN-Dekadeprojekt“ auch für das Jahr 2014. Die erste Auszeichnung erfolgte für die Jahre 2006 und 2007.

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