Transnationales Seminar:

Aktuelle Herausforderungen für den Schutz von Feuchtgebieten

29. November - 1. Dezember 2017

NaturFreundehaus Bodensee, Radolfzell am Bodensee, Deutschland

Der Global Nature Fund und das Netzwerk Lebendige Seen Deutschland luden zum transnationalen Seminar am Bodensee ein.

 

Präsentationen

Volker Krautkrämer, NABU Gransee – Autor des Buches „Süßwasserpflanzen kennen – Gewässer schützen“

Bedrohte Lebensräume im Süßwasser

Volker Kromrey, Bodensee-Stiftung

Transnationale Zusammenarbeit im Gewässerschutz

Albrecht Trautmann, Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen

Feuchtgebietsschutz in Deutschland – Sichtweisen aus der Praxis

Dr. Karoline Härtl-Brandl, Institut für Seenforschung Langenargen

Aktuelle Situation im Bodensee – Mikroverunreinigungen und mehr

Prof. Dr. Gernot Segelbacher, Universität Freiburg, IUCN Specialist Group Naturschutzgenetik

Genetik und Gentechnik im Naturschutz

 

Feuchtgebiete gehören zu den wichtigsten und am stärksten gefährdeten Lebensräumen in Deutschland. Gleichzeitig finden sie als Lebensräume für aquatische Biodiversität und vor dem Hintergrund Europäischer Richtlinien kaum Beachtung. Die im Mai 2017 erschienene dritte fortgeschriebene Fassung der Roten Liste gefährdeter Biotoptypen Deutschlands belegt, dass die Gefährdungssituation vieler Feuchtgebiete weiterhin unbefriedigend ist. Aktuelle Daten aus Deutschland belegen, dass rund drei Viertel der deutschen Seen keinen guten ökologischen Zustand aufweisen.

 

Hauptbelastungsfaktoren bleiben hohe Stickstoffbelastung und Pestizideintrag aus der Landwirtschaft. Neben Wasserverschmutzung, hohem Nutzungsdruck und negativen Auswirkungen durch den Klimawandel bedrohen auch „moderne“, menschengemachte Faktoren wie Mikroplastik, Medikamente und Hormone unsere Gewässer. Ziel- und Interessenkonflikte stellen Naturschutzmanager vor immer größere Herausforderungen.

 

Mit freundlicher Unterstützung des Bundesamtes für Naturschutz wurde diese Thematik in einem transnationalen Kontext am Bodensee beleuchtet. Ziel der Veranstaltung war, den Wissenstransfer zum Thema Nachhaltige Entwicklung von Feuchtgebieten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu verstetigen. Aktuelle Entwicklungen und Thematiken der Diskussion wurden vorgestellt. Durch die Einbindung des Netzwerks Lebendige Seen Deutschland wurde ein Beitrag dazu geleistet, die aktuellen Herausforderungen bundesweit weiter in den Fokus von Öffentlichkeit und Politik zu tragen.

 

Die Veranstaltung richtete sich an Personen, die mit Wasser und Gewässerschutz, Naturschutz und Biologischer Vielfalt an Gewässern beruflich oder ehrenamtlich betraut oder daran interessiert sind.

 

An zwei Abendvorträgen wurden aktuelle Buchveröffentlichungen von den Autoren vorgestellt. Die Abendvorträge waren öffentlich.

 

Die Veranstaltung wurde durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert.