Multitalent Mangrove: GNF mit Projekten für Biodiversitäts- und Klimaschutz
 

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Multitalent Mangrove: GNF mit Projekten für Biodiversitäts- und Klimaschutz

Anlässlich des Welttags der Mangroven am 26. Juli zieht der Global Nature Fund (GNF) eine erfolgreiche Zwischenbilanz. Auf drei Kontinenten hat er sich bereits der nachhaltigen Renaturierung degradierter Mangrovenflächen gewidmet oder ist dort noch tätig, aktuell in Südasien und der Karibik. Damit leisten die Abteilungen Naturschutz und Entwicklungszusammenarbeit des GNF einen Beitrag zur Bindung von Treibhausgasen und gegen die Klimakrise – und entwickeln zugleich gemeinsam mit den Menschen vor Ort innovative Perspektiven zwischen Ökologie und Ökonomie.

Mangrovensümpfe und -wälder bilden
hochproduktive Ökosysteme, deren
Erhalt dem Verlust biologischer Vielfalt
und dem Fortschreiten der Klima-
erwärmung vorbeugt. © kmarius /
pixabay
Radolfzell, 24.07.2020: So langsam spricht es sich herum. Der GNF hat´s schon gewusst und richtet sein weltweites Engagement seit Jahren danach aus: Mangroven sind Alleskönner im Kampf gegen Klimawandel und Verlust biologischer Vielfalt. Nicht nur, dass die salztoleranten Pflanzen Wälder bilden, die neben Korallenriffen und Regenwäldern zu den produktivsten Ökosystemen der Erde zählen und Reptilien, Säugetieren, Vögeln, Amphibien, Fischen und Krebstieren eine Heimat bieten. Ihr Bewuchs kann Küstenregionen auch vor tropischen Wirbelstürmen und Sturmfluten schützen. Und: Gesunde Mangroven speichern mehr CO2 als jeder andere Wald.
 
Doch leider zählen Mangroven auch zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen der Welt. Mehr als die Hälfte des ursprünglichen Bestands ist bereits unwiederbringlich verloren; der Bedarf an Bau- und Feuerholz sowie Platz für Siedlungen, Fangnetze und Garnelenfarmen fordert einen Tribut, der sich für die Erde im Zeichen der Globalen Erwärmung als fatal erweisen könnte.
 
Mit seinen Projekten setzt der GNF ein Signal gegen diesen Trend. So unterstützt er aktuell Menschen und Mangroven in den Sundarbans (bengalisch: „schöner Wald"), dem weltweit größten zusammenhängenden Mangrovenwald im Grenzgebiet von Indien und Bangladesch. Die 10.000 Quadratkilometer große Fläche leidet besonders unter Abholzung und unkontrollierter Garnelenzucht. „Wir unterstützen die Menschen hier in einer Dilemmasituation", sagt Thies Geertz, der als Projektmanager im Bereich Nachhaltige Entwicklung für den GNF arbeitet und schon oft in den Sundarbans vor Ort war. „Den Bewohnern ist die Bedeutung der Mangroven und ihres Schutzes bewusst – gleichzeitig stellt die Garnelenaquakultur für viele die einzige Einnahmequelle dar. Dafür werden Bäume abgeholzt, um die Flächen in Teiche umzuwandeln. So verlieren wir Hektar um Hektar kostbaren Mangrovenwald, was den Farmern selbst, aber auch dem Klima schadet."
 
Um diesen negativen Kreislauf zu durchbrechen, hat sich der GNF gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit regionalen Partnerorganisationen zusammengeschlossen. „Wir untersuchen gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung und den Farmern vor Ort die Erfolgsfaktoren für eine ökologisch nachhaltige Garnelenzucht, die den Bestand der Mangrovenwälder nicht gefährdet", so Geertz. Im Dialog hätten die Partner bereits erfolgreiche Pilotprojekte umgesetzt, die auf das Potential nachhaltiger Aquakultur deuteten, Mangroven zu schützen und die Produktion sowie Absatzmöglichkeiten der Garnelenfarmer sogar noch zu verbessern.
 
 In der Dominikanischen Republik ist der GNF seit Jahren mit verschiedenen Projekten präsent. Seit Anfang 2020 sind seine Projektmanager dort auch im Mangrovenschutz aktiv: Sie bringen die Entwicklung eines neuen Managementplans für den Mangroves of the Lower Yuna National Park voran und helfen, die bedrohten Mangrovenwälder in der Bucht von Samaná zu schützen. Ein großer Teil des Ökosystems ist dort trotz des Schutzstatus des Nationalparks bereits degradiert. „Konkret wollen wir in einem ersten Schritt 80 Hektar Mangrovenwald wiederherstellen", erklärt Dr. Thomas Schaefer, Leiter der Abteilung Naturschutz beim GNF. „Das reicht uns aber nicht – wir haben eine nachhaltige Renaturierung im Blick und setzen deshalb auf eine ganze Reihe von Maßnahmen, die wir gemeinsam mit unserem dominikanischen Partner CEBSE durchführen."
 
Dazu beziehen die Projektpartner die lokale Bevölkerung in die Wiederaufforstung des Mangrovenwalds mit ein und sensibilisieren sie in einem Bildungsprogramm für die Bedeutung des kostbaren Ökosystems. Dr. Schaefer: „Wir schaffen außerdem Möglichkeiten im Ökotourismus – z.B. eine Route für nachhaltige Kajaktouren in den Mangroven des Lower Yuna Nationalparks oder einen Pfad für geführte Vogelbeobachtungstouren –, unterstützen eine neu gegründete Frauenorganisation und entwickeln gemeinsam mit den Menschen vor Ort biodiversitätsfördernde Businessoptionen. Das ist Nachhaltigkeit, vielseitig gedacht." Gefördert wird das Projekt ebenfalls vom BMZ, außerdem erhält es Unterstützung von der TUI Care Foundation.
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