Sonderbericht des Weltklimarats IPCC: GNF fordert Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität und gegen den Klimawandel

Sonderbericht des Weltklimarats IPCC: GNF fordert Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität und gegen den Klimawandel

Heute wurde der Sonderbericht zu Klimawandel und Landnutzung von Vertreter*innen der 195 Mitgliedsstaaten des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) veröffentlicht. Der Report warnt vor den Folgen für das Weltklima durch Bodenerosion, maßgeblich getrieben von der intensiven Landwirtschaft. Die Umweltstiftungen Global Nature Fund und Bodensee-Stiftung fordern mehr Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität als wichtigen Schritt gegen die Degradierung und für den Klimaschutz.

Intensive Landwirtschaft trägt maßgeblich zur
Degradierung der Böden und zum Klimawandel bei.
Bonn, 8. August 2019: Vom 2. bis 6. August 2019 tagte die 50. Plenarsitzung des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in Genf, um über den Sonderbericht zu den Themen Klimawandel, Landdegradierung, nachhaltiges Landmanagement, Ernährungssicherheit und Treibhausgasemissionen zu beraten. Im heute veröffentlichen Bericht stellt IPCC klar die Zusammenhänge der zunehmenden Degradierung der Böden und deren Einfluss auf den Klimawandel dar. Das Panel fordert in seinem Bericht eine nachhaltige Landnutzung, um dem Klimawandel zu begegnen.

Der Global Nature Fund (GNF) und die Bodensee-Stiftung engagieren sich seit Jahren zusammen mit Akteuren der Lebensmittelwirtschaft dafür, das Potenzial für Biodiversität in der Landwirtschaft zu erhöhen. Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenqualität, wie ein angepasstes Düngemanagement, der spezialisierte Zwischenfruchtanbau, die Förderung der Agrobiodiversität sowie dynamischer und vielschichtiger Anbausysteme tragen nicht nur zur Vielfalt auf dem Acker bei, sondern haben auch positive Effekte im Kampf gegen den Klimawandel.

Die landwirtschaftliche Landnutzung ist eine der Hauptursachen für die Degradierung und einer der Gründe, warum Böden in Zukunft nicht mehr als Kohlenstoffsenke fungieren, sondern selbst Treibhausgasemissionen emittieren. „Die derzeitigen landwirtschaftlichen Praktiken führen zu Bodenerosionen und steigenden Treibhausgasemissionen, auch durch die zunehmende Viehhaltung. Eine der ersten Betroffenen des aufgeheizten Klimas ist die Landwirtschaft selbst. Zunehmender Starkregen oder Trockenheit führen zu Ernteausfällen", sagt Stefan Hörmann, Leiter des Bereichs Unternehmen und Biodiversität des Global Nature Fund. Die Ackerflächen nehmen weltweit etwa 38 % der Landfläche ein, mit steigender Tendenz. Die zunehmende Ausweitung der Ackerflächen, steigende Entwaldungsraten und der hohe Einsatz von Düngemitteln treiben weltweit die Bodenerosion voran. „Was wir brauchen, sind gesunde Böden und eine vielfältige, resiliente Sortenauswahl, die dem Klimawandel standhält. Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität und im Kampf gegen den Klimawandel gehen hier Hand in Hand", so Marion Hammerl, Geschäftsführerin der Bodensee-Stiftung.

Hintergrund
Das europaweite Projekt LIFE Food & Biodiversity wird vom Global Nature Fund, der Bodensee-Stiftung, der Agentur AUF! (Deutschland), der Fundación Global Nature (Spanien), Solagro und agoodforgood (Frankreich) und dem Instituto Superior Técnico (Portugal) getragen. Das Projekt wird gefördert vom EU LIFE Programm sowie von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und ist als Kerninitiative des UN Sustainable Food Systems Programms anerkannt. Das Ziel ist, den Schutz der Biodiversität in der Lebensmittelbranche zu verbessern. Die Standards UTZ, Fairtrade Deutschland, UEBT und Gesicherte Qualität Baden-Württemberg sowie die Unternehmen Nestlé und Kaufland gehören zu den Partnerorganisationen, die das Projekt inhaltlich und finanziell unterstützen.

Weitere Informationen unter: www.food-biodiversity.eu

Kontakt
Global Nature Fund (GNF), Büro Bonn
Stefan Hörmann
Kaiser-Friedrich-Straße 11
53113 Bonn, Germany
Tel.: + 49 228 184 86 94 11
E-Mail: hoermann@globalnature.org
Webpage: www.globalnature.org; www.business-biodiversity.eu
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