Water-Energy Hubs für Kenia

 
 

Offizieller Projekttitel:

 

 

Projektdauer: 

 

 

Projektland:

 

Förderer:

 

Projektpartner:

Water-Energy Hubs für Kenia – Solarenergie für das ländliche Kenia

 

Juli 2011 – Dezember 2014

Follow-up Phase: Januar 2015 - August 2017

 

Kenia

 

EU EuropeAid ACP Energy Facility (bis 2014), Siemens Stiftung

 

Osram, Thames Electricals Ltd. Kenia, Light for Life Kenia

 

Wasser-Energie-Tankstellen für Kenia

Natur und Landschaft - 90. Jahrgang (2015) - Sonderausgabe

Handbuch zum Projekt (in englischer Sprache)

Handbook “Solar Energy for Rural Kenya: WE!Hub – Water-Energy Hubs“ (7,8 MB)

 

Eine lange Version des Projekt-Videos (22 Minuten) finden Sie auf dem GNF YouTube Konto.

Neue Energiestation in Honge geht in Betrieb

Nach intensiven Planungs- und Bauphasen konnte im März 2014 die erste von fünf neuen Energiestationen, den sogenannten Water-Energy-Hubs (WE!Hubs), in Betrieb genommen werden. In der Ortschaft Honge am Viktoriasee profitieren die Bewohner nun vom Zugang zu umweltschonender Beleuchtung, Computern sowie sauberem Trinkwasser. Die Eröffnung des neuen Hubs fand am 10. März 2014 unter reger Beteiligung der Projektpartner und -förderer sowie Anwohner statt.

 

Derzeit entstehen drei weitere Anlagen in den Orten Ragwe, Sori und Homa Bay am Viktoriasee sowie eine Station im Landesinneren: auf einer Teeplantage in Kericho. Die Eröffnung dieser Anlagen ist für die kommenden Monate geplant.

 

Energiestationen als Garanten für Strom und Trinkwasser

Anwohner können in Honge nun am WE!Hub akkubetriebene Leuchten sowie LED-Laternen gegen eine geringe Gebühr ausleihen, ihre Handys aufladen und im Internet surfen. Weiterhin steht ihnen Trinkwasser zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch Weiterbildungsprogramme, welche jungen Kenianern wirtschaftliche und soziale Perspektiven eröffnen sollen.

 

Die geplanten und erbauten WE!Hubs sind durch Solarstrom betriebene Energiestationen, die unabhängig vom Stromnetz arbeiten. Über Solarpanels wird Strom erzeugt, der anschließend in Akkus gespeichert wird. Mit Hilfe von Membranfiltern wird Wasser gereinigt und in Trinkwasserqualität in Vorratsbehälter gepumpt. Computer stehen den Anwohnern für den Internetzugang sowie für Schulungen und Weiterbildungen zur Verfügung.

Hintergrund

Bereits seit vielen Jahren arbeitet der Global Nature Fund mit verschiedenen Partnern und in mehreren Ländern an Lösungen, die umwelt- und gesundheitsschädlichen Kerosinlampen durch umweltfreundliche Solarlampen zu ersetzen. Vor dem Hintergrund eines erfolgreichen Pilotprojektes, welches das deutsche Unternehmen Osram mit Unterstützung durch den Global Nature Fund in den letzten Jahren am Viktoriasee in Kenia realisiert hat, hat die Europäische Union einem Projektantrag des GNF zum Bau fünf weiterer sogenannter "Water-Energy Hubs" (WE! Hubs) in Kenia im Rahmen des ACP-EU Energy Facility Programms zugestimmt. Zusätzlich zu drei bereits bestehenden "Hubs" sollen Solar-Tankstellen noch mehr Menschen in entlegenen Regionen Kenias mit Strom und sauberem Trinkwasser versorgen.

 

Ziele 

Ziel des Projektes ist es, Menschen in Regionen mit unzureichender Infrastruktur mit umweltfreundlich und nachhaltig erzeugter Energie und Trinkwasser zu versorgen. Außerdem rechnet sich die Solarenergie für die Nutzer in Kenia, da die Solarleuchten deutlich kostengünstiger Licht erzeugen als die bisher benutzten Kerosinlampen. Ein weiterer entscheidender Vorteil des innovativen Projektes ist, dass die Nutzer die Lampen und Batterien nicht kaufen müssen, sondern gegen eine geringe Pfandgebühr leihen können. Die Kerosinpreise sind in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen. Die Solarlampen helfen aber nicht nur Geld zu sparen, sie schonen auch die Umwelt, schützen das Klima, eröffnen neue Möglichkeiten zur Bildung und vermeiden gesundheitliche Risiken wie Rauchvergiftungen und Brände. Über den Zugang zu Strom und Wasser hinaus möchten die Projektpartner das Unternehmertum vor Ort stärken und Möglichkeiten für Einkommen und Beschäftigung schaffen.

 

Maßnahmen 

Die WE! Hubs bieten Lampen, Batterien sowie Ladestationen für Handys an. Letzteres ist insofern von großer Bedeutung, da Mobiltelefone im ländlichen Kenia seit einigen Jahren eine zentrale Rolle für alle Bankgeschäfte übernommen haben (Mpesa System). Die Lampen werden in der Fischerei auf dem Viktoriasee, in privaten Haushalten und kleineren Geschäften eingesetzt. Die Hubs verfügen außerdem über eine Trinkwasseraufbereitungsanlage, um die Versorgung mit sauberem Wasser zu ermöglichen, somit kann auch die solare Energie in Spitzenzeiten optimal genutzt werden. Darüber hinaus sollen Internet-Cafés entstehen, um der lokalen Bevölkerung den Zugang zur Kommunikation zu ermöglichen. Drei der fünf neuen Hubs sollen am Viktoriasee entstehen, zwei weitere werden im Inland von Kenia gebaut.

 

Aktivitäten

Im Juli 2011 wurde das Projekt offiziell gestartet. Projektpartner und Förderer besichtigten die bereits bestehenden Hubs und besuchten die Standorte der neuen WE! Hubs, deren Planung bereits in vollem Gange ist. Parallel dazu werden die drei bereits existierenden Solarstationen in Mbita, Sindo und Nyandiwa renoviert und mit neuester Batterie- und Lichttechnik ausgestattet.

 

Projektpartner

Das neue Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt und wird durch die Siemens Stiftung, die sich für Social Entrepreneurship und die Grundversorgung mit Wasser und Energie engagiert, unterstützt. Die technische Umsetzung des Projektes wird durch zwei kenianische Unternehmen, Thames Electricals und seiner Tochtergesellschaft Light for Life, erfolgen. Osram bringt als weiterer Projektpartner technisches Know-How ein. Der GNF koordiniert das Vorhaben. Die Unternehmen verfolgen dabei einen sozialunternehmerischen Ansatz, d.h. dass zum Beispiel alle Gewinne in das Projekt reinvestiert werden. Ein Sozialunternehmen ist jedoch nicht nur auf die Reinvestition von Gewinnen begrenzt, auch die Unterstützung weiterer sozialer Projekte zur Verbesserung der Lebenssituationen vor Ort rund um das eigentliche Kerngeschäft herum ist ein wichtiger Bestandteil des Ansatzes. Die Siemens Stiftung wird diese Entwicklungen begleiten, um weitere Sozialunternehmer zu fördern und potentielle Projekte in den Bereichen Bildung, Kultur und Grundversorgung anschieben.

 Logo GNF
 Logo Osram
 

 

Förderer

Das Projekt wird von der EU im Rahmen des EuropeAid Energy Facilty Programms finanziell gefördert. Ein weiterer Förderer ist die Siemens Stiftung.

 
 EU ACP EuropeAid Energy Facility
 Siemens Stiftung
 

EU EuropeAid ACP Energy Facility

"Energy Facility" ist ein Finanzierungsinstrument der Europäischen Kommission das im Jahr 2005 ins Leben gerufen wurde. Das Förderprogramm unterstützt Projekte, die effiziente Lösungen und nachhaltige Energiestrategien für benachteiligte Gesellschaftsschichten in ländlichen Regionen Afrikas, der Karibik und des Pazifikraumes (ACP) entwickeln und aufzeigen. Weitere Informationen unter:

http://ec.europa.eu/europeaid/where/acp/regional-cooperation/energy/

Siemens Stiftung

Encourage. Empowering People. Die Siemens Stiftung will Menschen in die Lage versetzen, sich aktiv gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen und bezieht sich dabei ideell auf die Werte von Werner von Siemens. Sie engagiert sich in den Bereichen Ausbau der Grundversorgung und Social Entrepreneurship, Förderung von Bildung sowie Stärkung von Kultur. Die Stiftung verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und steht für verantwortungsvolle, wirkungsorientierte und innovative Projektarbeit. Weitere Informationen unter:

www.siemens-stiftung.org/

 

Kontakt

Udo Gattenlöhner, Geschäftsführer

Global Nature Fund

Fritz–Reichle-Ring 4

78315 Radolfzell, Germany

 

Tel.: +49 (0) 77 32 - 99 95 - 80

Fax: +49 (0) 77 32 - 99 95 - 88

E-Mail: gattenloehner@globalnature.org