Massai-Hirten im Norden Tansanias

 
 

Offizieller Projekttitel:

 

Projektzeitraum:

 

Projektländer: 

 

Projektpartner:

 

Förderer: 

 

Living in the wild: Massai-Hirten im Norden Tansanias

 

Juli 2015 – Juni 2017

 

Tansania

  

African Wildlife Foundation

 

Stiftung Ursula Merz, Deutsche Umwelthilfe und Rapunzel Naturkost aus Mitteln des Hand in Hand-Fonds

 
 Tansanias Schätze schützen!

Hintergrund

Die Manyara-Ranch im Norden Tansanias liegt zwischen dem Tarangire und dem Lake Manyara Nationalpark. Zu Kolonialzeiten zur Rinderzucht genutzt, hat sich das Gebiet heute als Wildtierhabitat und Korridor zwischen den beiden Nationalparks entwickelt und ist insbesondere für Elefanten zu einer wichtigen Zugstrecke und einem sicheren Refugium geworden. Zusätzlich beherbergt es weitere bedrohte Wildtierarten wie Löwen und Afrikanische Wildhunde.

 

Das Projektgebiet umfasst einige Massai-Gemeinden, die direkt an das Manyara Schutzgebiet anschließen. Insgesamt leben etwa 5.000 Menschen in den Projektgemeinden. Die Armutsrate ist hoch und alternative Einkommensmöglichkeiten sind kaum vorhanden. Der Großteil der Menschen lebt von der Rinderzucht. Aufgrund ihrer hohen Robustheit werden hierbei vornehmlich Zebu-Kühe eingesetzt, auch wenn sie hinsichtlich ihrer Fleisch- und Milchwerte einen vergleichsweise schlechten Ertrag einbringen. Darüber hinaus bietet die Manyara-Ranch dringend benötigte Arbeitsplätze, etwa im Tourismus oder als Ranger – sogenannte „Game Scouts“ (Wildtier-Kundschafter).

 

Neben den sozialen Anforderungen steht die Region auch vor ökologischen Herausforderungen. Aufgrund der hohen Lukrativität des illegalen Handels mit Elfenbein ist Tansania – und auch Manyara – massiv von Wilderei auf Elefanten betroffen. Das anhaltende Sterben der Dickhäuter für den asiatischen Markt bedroht nicht nur das Überleben dieser ikonischen Tierart, sondern hat auch weitreichende Folgen für die Politik, die Wirtschaft und die Ökosysteme des Landes.

 

Zusätzlich sind Konflikte zwischen den Wildtieren und den lokalen Viehhirten ein großes Problem im Projektgebiet. Vor allem durch große Jäger wie Löwen und Leoparden kommt es immer wieder zu Zwischenfällen mit dem Vieh der Massai. Der damit verbundene ökonomische Verlust ist für die Viehbesitzer und deren Familien aufgrund der sehr schlechten Einkommenssituation erheblich, weswegen es vermehrt zu Vergeltungsaktionen gegen die Wildtiere kommt.  

Maßnahmen

Gemeinsam mit dem lokalen Partner, der African Wildlife Foundation, werden im Rahmen des Projekts eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt, um die Lebensgrundlage der Massai-Hirten zu verbessern und damit Konfliktpotenziale zu verringern sowie bedrohte Tierarten vor illegaler Jagd zu schützen.

 

Durch Viehzuchtprogramme wird die Lebensgrundlage und Einkommenssituation der lokalen Massai-Gemeinden gestärkt. Die Einkreuzung von Boran-Rindern in die traditionell gezüchteten Zebu-Rinder kann den Fleisch- und Milchertrag der Tiere verbessern, während gleichzeitig die positiven Eigenschaften der Zebus erhalten bleiben. Dies verbessert nicht nur die Ernährungssituation der Hirtenfamilien, sondern erhöht auch den Marktpreis der Tiere beim Verkauf. Für die Umsetzung des Zuchtprogramms werden mehrere Boran-Bullen angeschafft und auf der Manyara-Ranch gehalten, so dass die ansässigen Hirten ihre Kühe mit den Bullen verpaaren können. Dies wird von einem erfahrenden Team organisiert und von Tierärzten überwacht. Des Weiteren helfen die Game Scouts der Manyara-Ranch dabei, Angriffe von Wildtieren auf grasende Viehherden zu vermeiden. Konfliktpotentiale zwischen Massai und Wildtieren und daraus resultierende Vergeltungsaktionen sollen so reduziert werden.

 

Als weiterer, wichtiger Teil des Projektes werden darüber hinaus Anti-Wildereimaßnahmen auf der Manyara-Ranch umgesetzt, um die Populationen der Elefanten im Gebiet zu schützen und Manyara als wichtigen Zugkorridor und sicheren Lebensraum für die Tiere zu erhalten. Hierfür werden die Game Scouts mit dringend benötigter Ausrüstung ausgestattet. Dies ermöglicht es ihnen, den direkten Schutz der Tiere sowie die Untersuchung von Wildereivorfällen zu unterstützen und (über)regionale Anti-Wildereieinheiten zu informieren.

 

Die Maßnahmen werden durch Sensibilisierungsaktivitäten und einen engen Austausch mit den umliegenden Gemeinden ergänzt, um eine nachhaltige Wirkung der umgesetzten Aktivitäten zu erreichen.

Kontakt

Dr. Thomas Schaefer

Global Nature Fund (GNF) - Büro Radolfzell

Tel.: +49 - (0) 77 32 - 99 95 - 89

E-Mail: schaefer@globalnature.org

 

 Die Manyara Ranch ist ein wichtiges Habitat für Elefanten.
 Massai-Hirten und Ranger mit Rinderherde
 Die Rinderzucht ist eine wichtige Einkommensquelle der Menschen vor Ort.
 Massai-Hirte
 Zäune schützen die Rinderherden vor Übergriffen durch Wildtiere.
 Blutproben gehören zur regelmäßigen Kontrolle durch Tierärzte.
 Der Gesundheitszustand der Rinder wird durch Blutproben in regelmäßigen Abständen kontrolliert.
 Massai-Hirten mit ihren Rinderherden

Projektförderer

 Stiftung Ursula Merz
 Hand in Hand-Fonds

Projektpartner

 African Wildlife Foundation