Mangrovenschutz in Sri Lanka und Indien

Rehabilitierung und Schutz tropischer Mangrovenökosysteme als Beitrag zum Klima- und Küstenschutz, zum Erhalt biologischer Vielfalt und der natürlichen Lebensgrundlagen in Indien und Sri Lanka

Video: "Review Meeting - Involving communities in the restoration and rehabilitation of tropical mangrove ecosystems in Asia"

 

Video "Success in the Implementation of Mangrove Restoration Project in the Communities of Samrong and Andoung Thmor Communes of Prey Nub District, Preah Sinhanouk Province, Cambodia"

 

Auftaktveranstaltung für Mangrovenschutzprojekt in Indien und Sri Lanka

Vom 27.02. bis zum 03.03.2017 fand im indischen Teil der Sundarbans, dem größten, zusammenhängenden Mangrovenwald der Erde, das Auftaktreffen für ein breit angelegtes Mangrovenschutzprojekt in Indien und Sri Lanka statt. Mit diesem vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert Projekt baut der Global Nature Fund und seine lokalen Partner in Indien und Sri Lanka auf ein langjähriges Engagement im Mangrovenschutz in Asien auf. Ziel des Projektes ist es, in den nächsten drei Jahren an insgesamt vier Standorten in Indien und Sri Lanka 150 Hektar Mangrovenwald wiederherzustellen und die Lebensbedingungen der Bevölkerung vor Ort konkret zu verbessern, indem beispielsweise Einkommensmöglichkeiten im Ökotourismus geschaffen werden.

 Projektpartner bei der Auftaktveranstaltung
 Anwohnerin mit Mangrovensetzlingen
 

Projektmaßnahmen

  • Samen von heimischen Mangrovenarten werden von der Bevölkerung vor Ort gesammelt
  • Anlegen von Baumschulen und Hausgärten, in denen Mangroven-Setzlinge gezogen werden
  • In 57 Baumschulen sollen rund 210.000 Setzlingen gezogen werden
  • Wiederaufforstung von 150 Hektar Mangrovenflächen in vier Regionen
  • Anbau von Gemüse, Früchten und Kräutern in den Hausgärten, für den Eigenbedarf und die lokalen Märkte
  • Ökotourismus durch Boote für Exkursionen und Vogelbeobachtungstürme fördern
  • Umweltbildungsmaßnahmen durch Seminare und Demonstrationsgärten
  • Schulungen in den Bereichen Bio-Gemüseanbau, Tourismus, Landwirtschaft und Fischerei

 

Übergeordnete Projektziele sind

  • Wiederherstellung von insgesamt 150 Hektar Mangrovenökosystemen in vier Projektregionen
  • Schaffung von alternativen Einkommensmöglichkeiten für 1.400 Familien
  • Beitrag zum Klimaschutz, da Mangroven als Kohlenstoff-Senke wirken, Bindung von bis zu 240.000 t CO2

Mangrovenwälder als wichtiger Lebensraum

In den Gezeitenzonen entlang tropischer Küsten wachsen Mangrovenwälder. Sie sind hervorragend an den hohen Salzgehalt des Meerwassers angepasst und sind einzigartige Lebensräume, die Wasser und Land vereinen. Dadurch können sie einer Vielzahl verschiedenster Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten. Über 70 % der tropischen Fischbestände nutzen die charakteristischen Luftwurzelwerke im Verlauf ihres Lebens – sei es als Brutstätte, Kinderstube oder Nahrungsquelle. Aber auch unzählige Reptilien, Amphibien, Vögel und Säuger leben in und von diesem faszinierenden Ökosystem.

 

Darüber hinaus übernehmen Mangroven viele weitere, wichtige Funktionen wie die Stabilisierung der Küsten, Verhinderung von Erosionen sowie Schutz vor Überschwemmungen und Flutwellen. Für die einheimische Bevölkerung sind sie eine wichtige Ressource: Ihr Holz wird für den Hausbau und als Brennstoff verwendet, aber auch Früchte und Heilpflanzen werden aus den Bäumen geerntet.

Bedrohung der weltweiten Mangrovenbestände

Etwa 90 % der Mangrovenwälder wachsen in Entwicklungsländern und es wird geschätzt, dass mehr als 100 Millionen Menschen weltweit von den rund 152.000 Quadratkilometern Mangrovenwälder profitieren, die es auf der Erde gibt. Dennoch verschwinden die Ökosysteme in so rasantem Tempo, dass sie laut eines aktuellen UNEP Berichts einen stärkeren Rückgang als Korallenriffe oder tropische Regenwälder verzeichnen. Länder wie die Philippinen haben in den letzten 100 Jahren knapp 50 % ihrer Mangrovenwälder verloren. Grund hierfür sind vor allem menschliche Einflüsse, wie Küstenbebauung, Landwirtschaft, illegaler Holzeinschlag und kommerzielle Garnelenfarmen.

 

Mit den Bäumen verschwinden auch die vielen assoziierten Tier- und Pflanzenarten, Speisefische und der Schutz der lokalen Bevölkerung vor Tsunamis und Bodenerosionen. Beinahe ein Fünftel aller globalen Treibhausemissionen durch Abholzung wird durch die Rodung von Mangroven verursacht. Dies liegt vor allem an dem immensen Potenzial eines Mangrovenwaldes als Kohlenstoffsenke, der die Klimagase insbesondere in seinen schlickigen Böden speichert. Ein Hektar kann laut Einschätzung von Experten etwa 1.000 Tonnen Kohlenstoff speichern.

Fundierte Erfahrungen und langjährige Zusammenarbeit

Der Global Nature Fund (GNF) arbeitet bereits seit vielen Jahren mit den Projektpartnern in Sri Lanka, Indien und Kambodscha zusammen und hat durch die Umsetzung mehrerer Mangrovenrenaturierungs-Projekte weitreichende Erfahrung in diesem Bereich.

 

Bisher erfolgreich umgesetzte Mangroven-Projekte des GNF

Mangrovenschutz in Asien (2014 - 2016)

 

Mangrovenrenaturierung in Asien (2012 - 2015)

 

Wiederaufforstung von Mangrovenwäldern in Sri Lanka (2010 - 2011)

 

Mangroven-Aufforstung am Pulicat See in Indien (2009 - 2011)

 

Schutz artenreicher Mangrovenwälder in Sri Lanka (2009 - 2010)

 

Post Tsunami-Projekt – Mangrovenaufforstung (2005 - 2008)

Handbuch (November 2015)

Mangrove Restoration Guide (4,7 MB)

Best Practices and Lessons Learned from a Community-based Conservation Project

Projektpartner und -gebiete

Zusammen mit den beiden Partnerorganisationen Nagenahiru Foundation und EMACE Foundation in Sri Lanka setzte der GNF bereits das dreijährige EU Asia Pro-Eco II Post Tsunami Projekt erfolgreich um. Diesem Projekt folgten weitere Aufforstungs- und Umweltbildungsmaßnahmen an den Feuchtgebieten Madampe und Maduganga sowie am Bolgoda See. Alle drei Gewässer sind seit dem Frühjahr 2004 im Netzwerk Living Lakes vertreten.

 

Am Pulicat See in Indien werden die Projektmaßnahmen von der Partnerorganisation Center For Research On New International Economic Order (CReNIEO) umgesetzt. Der Pulicat See wird von der Organisation seit 2004 im Netzwerk Living Lakes vertreten. Erfolgreiche Mangroven-Aufforstungsmaßnahmen setzte der GNF in den Jahren 2009 bis 2011 zusammen mit CReNIEO vor Ort am Pulicat See um, es entstanden Baumschulen und renaturierte Mangrovenflächen.

 

Seit 2016 besteht die Zusammenarbeit mit Nature Environment & Wildlife Society (NEWS). NEWS setzt Maßnahmen zum Mangrovenschutz im indischen Teil der Sundarbans. Die Sundarbans liegen im Mündungsgebiet des Ganges zwischen Indien und Bangladesch und sind der größte, noch bestehende Mangrovenwald der Erde. Seit 1997 gehören sie zum Weltnaturerbe der UNESCO und sind die Heimat von stark bedrohten Arten wie dem Bengalischen Tiger und dem Gangesdelfin. Intakte Mangroven-Ökosysteme sind für die Bevölkerung vor Ort von herausragender Bedeutung, denn sie ermöglichen den Lebensunterhalt durch Fischerei und schützen vor tropischen Wirbelstürmen und Flutwellen.

Kontakt

Udo Gattenlöhner

Global Nature Fund (GNF) - Büro Radolfzell

Tel.: +49 - (0) 77 32 - 99 95 - 80

E-Mail: gattenloehner@globalnature.org

 

Thies Geertz

Global Nature Fund (GNF) - Büro Radolfzell

Tel.: +49 - (0) 77 32 - 99 95 - 83

E-Mail: geertz@globalnature.org 

 Ufer der Sundarbans, Indien
 Intakte Mangrovenbestände in den Sundarbans, Indien
 Schülerinnen im Umweltbildungszentrum
 Mangrovensetzlinge soweit das Auge reicht, Baumschule in Sri Lanka
 Charakteristisches Luftwurzelwerk der Mangrove
 Demonstrationsgarten (Sri Lanka)
 Ernte im eigenen Hausgarten, Sri Lanka
 Braunliest (Halcyon smyrnensis) in Sri Lanka
 Intakte Mangrovenbestände am Bolgoda See, Sri Lanka
 Anbau von Wasserspinat (Ipomoea aquatica), Sri Lanka
 Boot auf dem Pulicat See, Indien
 Junge Mangrovenpflanzen im Pulicat See, Indien
 Projektgebiet in Indien
 Im renaturierten Gebiet, Indien
 Intakte Mangrovenpflanzen in Kambodscha
 
 

Projektlaufzeit:

 

Projektgebiete:

 

Förderer:

 

 

 

Projektpartner:

Januar 2017 - Dezember 2019

 

Sri Lanka und Indien

 

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Sondervermögen „Energie- und Klimafonds (EKF)“

 

Center For Research On New International Economic Order (CReNIEO), Indien;
Nature Environment & Wildlife Society (NEWS), Indien;
Nagenahiru Foundation, Sri Lanka;
EMACE Foundation, Sri Lanka

 

Partnerorganisationen des Projektes

Sri Lanka

 Emace Foundation
 Nagenahiru Foundation

Indien

 CReNIEO
 Nature Environment & Wildlife Society (NEWS)