Lebendiger See des Jahres 2016: Bodensee

 

Naturvielfalt

Trotz der intensiven Nutzung blieb in der Region bisher eine vielfältige und artenreiche Kulturlandschaft erhalten. Der See ist ein wichtiges Überwinterungsgebiet für ca. 250.000 Wasservögel aus ganz Europa und Sibirien. Darunter sind Blässrallen, Reiher- und Tafelenten. Im Spätherbst kommen auch Prachttaucher, Sterntaucher sowie einzelne Eistaucher auf den eisfreien Obersee. Die Flachwasserzonen sind bedeutende Brutgebiete und der See und sowie seine Umgebung ein Hotspot der Biodiversität mit insgesamt 412 Vogel- und 45 Fischarten.

 

Die Nährstoffarmut des oligotrophen Sees ist die Voraussetzung für die hohe Sichttiefe seines Wassers und das Vorkommen der bedrohten Grundrasen von Armleuchteralgen. Besonders bemerkenswert sind die ausgedehnten Bestände der Rauen Armleuchteralge (Chara aspera), die fast die Hälfte der Grundrasen bestimmen.

 

In den Naturschutzgebieten Rheindelta, Eriskircher Ried, Wollmatinger Ried oder der Halbinsel Mettnau kommen botanische Raritäten wie die Sibirische Schwertlilie oder der Lungen-Enzian vor. Die Kiesufer des Sees bieten einer seltenen endemischen Pflanze, dem Bodensee-Vergissmeinnicht (Myosotis rehsteineri), einen Lebensraum.

 
 Am Bodensee gibt es zahlreiche Naturschutzgebiete.
 Unterwasserlandschaft im Bodensee

© Silke Oldorff