Maduganga See und Madampe See – Sri Lanka

 

Die Seen Maduganga und Madampe befinden sich an der Südwestküste Sri Lankas im Indischen Ozean. Es sind Zwillingsseen, die durch einen schmalen Kanal von 3 km Länge miteinander verbunden sind. Sie bedecken eine  Fläche von 9,15 bzw. 3,9 km² und liegen in einer der schönsten und malerischsten Landschaften Sri Lankas.

 

Einzigartige Biodiversität

Gemäß einer Studie des IUCN (International Union for the Conservation of Nature, 2000) besitzt der Maduganga See eine einzigartige Biodiversität, in der verschiedene Vegetationsarten, wie die vorherrschenden Mangrovenwälder und Sumpfgebiete heimisch sind.

Das Maduganga Feuchtgebiet besteht aus rund 10 Vegetationstypen, darunter ca. 300 Pflanzenarten, die 95 Pflanzenfamilien angehören. Insgesamt 19 Arten werden auf der Roten Liste Sri Lankas als bedroht aufgeführt, wie beispielsweise die endemische Shorea affinis und 9 invasive Arten.

 

Nicht zuletzt aufgrund der reichen Florenvielfalt leben in dieser Landschaft viele verschiedene Tierarten. Darunter sind Wirbellose, Reptilien einschließlich Schlangen, Vögel, Amphibien und Säugetiere. Während das Sumpfkrokodil (Crocodylus palustris) sowie der Blattaffe (Trachypithecus vetulus), der durch sein violettfarbenes Gesicht auffällt, als bedroht eingestuft werden, sind andere gefährdete Reptilien wie das Leistenkrokodil (Crocodylus porosus), die Indische Klappenweichschildkröte (Lissemys punctata) und die Indische Python (Python molurus) noch nicht in die Rote Liste aufgenommen.

Die verschiedenen Vegetationstypen und die 21 kleinen und großen Inseln in den beiden Seen sind ideale Habitatsvoraussetzungen für eine große Vogelvielfalt.


Es konnten 111 Arten (48 Familien) beobachtet werden. Dies sind ca. 43 % aller einheimischen Vogelarten Sri Lankas. Hiervon sind sechs endemisch und sieben sind vom Aussterben bedroht. Am Maduganga See sind ungefähr 10 % (13 Arten) der vorkommenden Vögel Zugvögel, die dort überwintern.

Die Nutzung von Fläche und Wasser

Aus einer Studie des Coastal Conservation Department Sri Lankas geht hervor, dass ca. 24.150 Menschen in der Nähe des Maduganga und ca. 19.360 am Madampa Ganga See leben. Die Menschen sind von den Ressourcen der Seen- und Feuchtgebiete abhängig. Dennoch gibt es weder ein adäquates Management noch ein Umweltprogramm, welches die Bauern und Fischer an die nachhaltige Nutzung ihrer Ressourcen heranführt. In dem Gebiet wird bereits die Schädigung der Natur durch Überfischung, Schadstoffemissionen in das Wasser und extensiver Gebrauch von chemischen Düngemitteln sichtbar.

 

Das Bewusstsein für solche Aspekte sollte nicht nur unter der lokalen Bevölkerung, sondern auch innerhalb der Tourismus- und Freizeitbranche, im Hinblick auf den guten Ruf der Erholungsgebiete, wie Hikkaduwa, Bentara und Unawatuna gefördert werden, gerade weil sie eine wirtschaftliche Bedeutung haben.

Die Madampe Seenregion ist eine der 100 grünsten Feriendestinationen weltweit

Sustainable Destinations Global Top 100

 Maduganga See
 Projektfläche mit Mangrovensetzlingen
 Seerosenblüte
 Baumschule
 Mangrovenpflanzen im Projektgebiet
 

Die Nagenahiru Stiftung (Nagenahiru Foundation) ist die lokale Partnerorganisation innerhalb des Living Lakes-Netzwerks. Sie ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Ambalangoda, Sri Lanka, und ist seit 1996 im Umweltschutz tätig. Am Anfang des Jahres 2004 konnte die Nagenahiru Stiftung 137 Jugendliche aus der Maduganga Region dazu ermutigen, sich an dem Forum "Friends of Maduganga" (Freunde des Maduganga) zu beteiligen. Dieses Forum hat sich zum Ziel gesetzt, junge Menschen über den Schutz, den Erhalt und die Wiederherstellung des Maduganga Feuchtgebietes aufzuklären. Zur Zeit beschäftigt sich die Nagenahiru Stiftung mit der Einrichtung eines Feuchtgebiets-Schulungszentrums, um das Umweltbewusstsein zu fördern und Interessenvertreter über die nachhaltige Nutzung der biologischen Ressourcen sowie den Schutz und die Wiederherstellung der Feuchtgebiete und deren Resourcen zu informieren.

 Informationstafel
 

Ab Januar 2012 werden am Madampe See Maßnahmen im Rahmen des Projektes „Mangrovenrenaturierung in Asien“ durch die Nagenahiru Foundation umgesetzt. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und sieht neben der Renaturierung von Mangrovenflächen auch vor, ein internationales Netzwerk zum Mangrovenschutz aufzubauen.

Nach der verheehrenden Flutkatastrophe im Dezember 2004 hatte sich die Situation vor Ort grundlegend verändert. Der GNF hatte damals gemeinsam mit der Nagenahiru Stiftung ein zweijähriges Projekt aufgestellt, das die humanitäre Situation der Bevölkerung vor Ort verbesserte und zur Renaturierung der wertvollen Mangrovenwälder beitrug.

 

Von Dezember 2005 an bis einschließlich Dezember 2008 erfolgte die erfolgreiche Umsetzung des EU Asia Pro-Eco II Post Tsunami Projekt: Post Tsunami Restoration of Mangroves, Education and Re-establishment of Livelihoods / Post Tsunami Mangrovenaufforstung, Bildung und Wiederherstellung von Existenzen.

Weitere und detaillierte Informationen finden Sie auf den separaten Projektseiten.

In der Nachfolge dieses Projektes wurden nun zusätzlich an vier weiteren Seen Mangrovenpflanzen aufgeforstet. Ausführliche Informationen zu diesem Projekt Mangroven-Aufforstung an sechs Seen finden Sie auf der entsprechenden Projektseite.

 

Ein weiteres Projekt unterstützte die Fischerfamilien im Einsatz von LED- und CF-Lampen beim Nachtfischen. Hierbei wurden die bisher verwendeten Kerosinlampen ersetzt. Genaue Projektinformationen finden Sie auf der Projektseite.

 Mangrovensetzlinge
 Solarlampen
 Workshop-Plakat
 

Partnerorganisation 

 

Nagenahiru Foundation – Center for Conservation of Lakes and Wetlands

Lal Emmanuel, Präsident

No. 4/11, Patabendimulla

Ambalangoda, Sri Lanka

Tel.: + 94 - 91 22 56 621

Mobil: + 94 - 77 62 09 625

E-Mail: nagenahiru@sltnet.lk

Website: www.nagenahiru.org

 Logo Nagenahiru Foundation
 

Buchtipps

Unsere Kinder, die wir lieben

Die Welle ist weg, die Not ist geblieben

Autorin Angila Gallage

Preis: 18,00 Euro

 

Der fliegende Elefant

Autorin Angila Gallage 

Preis: 7,90 Euro

 

Angila Gallage hat in vielen ergreifenden, authentischen Geschichten das Leben nach dem Tsunami mit seinen Auswirkungen auf den Inselstaat Sri Lanka aufgeschrieben. Die Autorin will damit die Schicksale betroffener Kinder und ihrer Familien der Öffentlichkeit zugänglich machen. Der Erlös aus dem Verkauf des Buches fließt in Hilfsaktivitäten, die von Angela Gallage gefördert werden.

 

Angila Gallage, geboren in Sri Lanka, lebt seit mehr als 30 Jahren in Deutschland. Unmittelbar nach dem Tsunami Weihnachten 2004 startete sie eine Vielzahl von Hilfsaktivitäten. Sie half beim Wiederaufbau von Häusern, Geschäften, Kindergärten und Schulen und sie führte unzählige Gespräche mit den Betroffenen. Dabei erfuhr sie, welches Leid die Bevölkerung durch diese Naturkatastrophe erlitten hat.

 

„Ohne unsere Hilfe werden diese kleinen Wesen vielleicht schon als Kind ihre Zukunft verloren haben", sagt Angila Gallage. Die Kinder, die vorher bereits arm waren, seien nun noch ärmer geworden. Aber noch schlimmer, so schildert die Autorin, sei der seelische Schmerz über den Verlust von Eltern, Geschwistern und Freunden. Angila Gallage beschreibt in ihren Geschichten, welche Not die Welle hinterlassen hat. Der Erlös aus dem Verkauf fließt in Hilfsaktivitäten, die von der Autorin nach wie vor gefördert werden.

 Buchcover „Unsere Kinder, die wir lieben“
 Buchcover: Der fliegende Elefant