Lebendige Seen des Jahres 2018:

Oberschwäbische Seen und Weiher

 Metzisweiler Weiher

© Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen

 

Von den etwa 4.500 Seen und Weihern Baden-Württembergs liegen über die Hälfte in den am Seenprogramm beteiligten Landkreisen Biberach, Ravensburg, Sigmaringen und dem Bodenseekreis. 113 der größten dieser Stillgewässer werden im Seenprogramm betreut. Entstanden sind diese Gewässer während der letzten Eiszeit, der Würmeiszeit. Außerdem wurden in Oberschwaben vor allem im Hoch- und Spätmittelalter von Klöstern und Adelshäusern zahlreiche ablassbare Weiher angelegt. In neuerer Zeit kamen noch Torf- oder Kiesabbauseen dazu.

 

Die Seen und Weiher der Region haben große Bedeutung für den Tourismus und die Naherholung. Sie sind aber vor allem für zahlreiche, teils gefährdete Tier- und Pflanzenarten ein einzigartiger Lebensraum. Viele dieser Seen und Weiher stehen unter Naturschutz und sind Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes (Natura 2000) und somit als FFH-Gebiet oder Vogelschutzgebiet ausgewiesen.

 

Alle diese Gewässer werden durch Einträge von Pflanzennährstoffen und erodiertem Bodenmaterial beeinflusst, ihr ökologischer Wert ist gefährdet. Gravierend zugenommen haben diese Belastungen seit den 1960er/1970er Jahren durch stark angestiegene Abwassereinträge und die intensivere Landwirtschaft. Die Gewässer wurden zunehmend eutropher (nährstoffreicher), Algen und Wasserpflanzen wuchsen stärker und ihr Verlandungsprozess wurde beschleunigt. Vielfach nahm die Artenvielfalt unter diesen ungünstigeren Bedingungen ab und es kam in der Folge immer wieder zu Fischsterben – Seen und Weiher „kippten um“.

 

Ziel des „Aktionsprogrammes zur Sanierung oberschwäbischer Seen“ ist, die zunehmende Eutrophierung und Verlandung aufzuhalten, die Gewässer langfristig zu erhalten und ihre ökologische Wertigkeit wieder zu verbessern.

Die Sanierungsmaßnahmen dieses Projekts umfassen die Bereiche

  • Verbesserungen der häuslichen Abwasserentsorgung
  • Renaturierung der Seezuflüsse
  • Bau von Schlammfangbecken vor Gewässern oder nachgeschaltet für das Ablassen von Weihern
  • Anpassung der fischereilichen Nutzung und Bewirtschaftung
  • Pflege der Verlandungsbereiche
  • Beratung der in den Einzugsgebieten wirtschaftenden Landwirte
  • Vertragliche Extensivierung von sogenannten „kritischen Flächen“

 

Insbesondere die Maßnahmen im landwirtschaftlichen Bereich, die nur mit intensiver Beratung und Überzeugungsarbeit umgesetzt werden können, haben bei der Sanierung der Seen und Weiher die größten Erfolge hervorgebracht.

Weitere Informationen zu den Oberschwäbische Seen

 Blindsee
 Illmensee
 Lehrpfad Illmensee
 Wuhrmühle
 Schwalbenwurzenzian
 Freizeitaktivitäten auf den oberschwäbischen Seen und Weihern

Fotos:

© Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen

 

Sie freuen sich über die Auszeichnung des „Aktionsprogramms zur Sanierung oberschwäbischer Seen“ als „Lebendige Seen des Jahres 2018 (v. li.): Erste Landesbeamtin Eva Meschenmoser, Udo Gattenlöhner, Geschäftsführer des Global Nature Fund, Regierungspräsident Klaus Tappeser, Wilhelmsdorfs Bürgermeisterin Sandra Flucht und Albrecht Trautmann, Projektleiter am Landratsamt Ravensburg.

 

Seenpartner

Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen
Frauenstraße 4
88212 Ravensburg, Deutschland
Tel.: +49 (0)751-859687
albrecht.trautmann@landkreis-ravensburg.de
www.seenprogramm.de

 Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen
 

Verkehrsanbindung

  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit der Bahn über Ulm in Richtung Bodensee
  • Mit dem Auto: A81 und B31 aus westlicher Richtung; A8 und B30 aus nördlicher Richtung; A96 aus östlicher Richtung.