Totasee – Kolumbien

27. September 2017

Der Totasee, der größte Süßwassersee in den kolumbianischen Anden, wurde von der niederländischen Organisation Green Destinations in die 2017 Top-100 nachhaltigsten Urlaubsregionen der Welt gewählt.

 

Der Totasee ist der größte kolumbianische See, 200 km nordöstlich der Hauptstadt Bogotá gelegen, und einer der wenigen tropischen Hochandenseen des Landes. Er erstreckt sich bei einer Länge von 12 km über eine Fläche von 56,2 km². Der See ist durchschnittlich 58 Meter tief und liegt auf einer Höhe von gut 3.000 Metern.

 

Der Totasee ist das größte Trinkwasserreservoir Kolumbiens und wichtig für die Wasserzufuhr der Orinoco und Magdalena Flussbecken. Er versorgt insgesamt über 350.000 Menschen, die in der Umgebung wohnen, mit Trinkwasser. Er wird mit Wasser aus der umliegenden Páramo-Gegend gespeist, einer besonderen Hochgebirgslandschaft, die hauptsächlich in den Anden und insgesamt nur in sechs Ländern der Welt vorkommt. Die Páramos sorgen neben Wasserreichtum auch für eine hohe Biodiversität, fruchtbare Böden und ein hohes Tourismuspotential.

 

Dank der fruchtbaren Böden betreiben die Menschen am Totasee hauptsächlich Zwiebelanbau. 90 % der kolumbianischen Zwiebeln werden um den See herum angebaut. Die ehemalige Vegetation wurde zu Ackerland und Weideflächen umgewandelt und auch die Waldflächen zum großen Teil durch Plantagen ersetzt. Der Nährstoffeintrag durch die Landwirtschaft sorgt für zunehmendes Algenwachstum im Totasee. Durch das Einführen einiger Fischarten wie der Regenbogenforelle wurden einheimische Arten verdrängt, der endemische Rhizosomichthys totae (eine Schmerlenwelsart) ist zum Beispiel inzwischen ausgestorben. Die Fischzucht und der Fischfang haben außerdem negative Auswirkungen auf die Ökologie des Sees.

 

Die Gegend am und um den See ist ein bedeutendes Vogelgebiet: es wurden 145 Arten erfasst, darunter auch endemische und gefährdete, zum Beispiel der Apolinarzaunkönig oder die Bogotá-Ralle. Zwei am Totasee heimische Arten (Andentaucher und Nördliche Spitzschwanzente) sind schon ausgestorben. 2012 wurde der Totasee vom World Wetland Network mit dem Grey Globe Award als bedrohter See mit internationaler Bedeutung ausgezeichnet. Trotz alldem hat der See bisher keinerlei Schutzstatus.

 

Die menschliche Nutzung führt zu einer Verschmutzung des Sees. Vier der umliegenden Gemeinden leiten ihr Abwasser in den Totasee, auch industrielle Anlagen lassen sich in der Umgebung finden. Der See ist eine der am meisten besuchten touristischen Attraktionen des Landes, die Touristen besuchen den Sandstrand Playa Blanca, machen Bootsfahrten oder Wassersport.

 

Hauptgründe für die Übernutzung des Sees statt einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Nutzung sind der fehlende Schutz des Sees und schlechte Regulierungs- und Politikmechanismen. Ein Hauptgrund ist zudem die mangelnde Bildung sowie fehlendes Wissen und Bewusstsein über die Bedeutung und Gefährdung des Sees.

 

Hier setzt unser Partner vor Ort, die Fundación Montecito, an. Die Nichtregierungsorganisation wurde 2010 gegründet und beschäftigt sich mit der Andenregion und ihren Feuchtgebieten, insbesondere mit dem Totasee. Mithilfe von Umweltbildungsmaßnahmen unter anderem in Schulen und Informationsarbeit zu umweltfreundlichem Tourismus am Totasee schärft sie das Bewusstsein für die Bedeutung und auch die Gefährdung des Sees. Hierbei werden die Bewohner der Gegend aktiv miteinbezogen. Auch auf politischer Ebene arbeitet die Fundación Montecito für den Schutz des Sees. Eine Bibliothek mit den gesammelten Informationen hilft sowohl Wissenschaftlern bei der Arbeit als auch jedem Interessierten, der gerne mehr über den Totasee erfahren möchte. Im interaktiven Portal ABC Tota sind Informationen rund um den See sowie seine Flora und Fauna aufbereitet. Ein Infozentrum vor Ort befindet sich derzeit im Aufbau.

 

http://www.abctota.org (auf Spanisch)

http://lagodetota.fundacionmontecito.org (auf Spanisch)

 Die Ufer sind von landwirtschaftlichen Flächen geprägt.
 Naturbelassene Uferabschnitte am Totasee.
 Der Anbau von Zwiebeln ist eine der wichtigsten Einkommensquellen der Bevölkerung.
 Die Fischzucht in Aquakulturen hat neben den hohen Fischerträgen auch negative Folgen für das Ökosystem.
 Umweltbildungsmaßnahmen am Ufer des Totasees.
 Die Ergebnisse der Umweltbildungsmaßnehmen werden an Ort und Stelle präsentiert.
 Geführte Touren in die Hochebenen um den See bringen Wanderern die Besonderheiten der Natur näher.
 

Partnerorganisation

Fundación Montecito

Kontakt: Felipe A. Velasco

Calle 12 # 10-48, Of. 108-A

Sogamosom, Colombia

Tel.: +57 8 773-1118

E-Mail: info@fundacionmontecito.org

Website: www.fundacionmontecito.org

 Fundación Montecito