Lebendiger See des Jahres 2015: Schweriner See

 

Der Schweriner See ist der viertgrößte See Deutschlands. Die umliegende Jungmoränenlandschaft entstand während der letzten Eiszeit. Moränenzüge erheben sich bis auf 100 m NN und auch der See ist in eine Vielzahl von Halbinseln und Inseln, wie Kaninchenwerder, Ziegelwerder und Lieps zergliedert. Am Westufer liegt malerisch die Landeshauptstadt Schwerin (91.000 Einwohner), die rund ein Viertel der Uferlänge des Schweriner Innensees einnimmt und dem See teilweise einen urbanen Charakter verleiht.

 

Der See wurde 1842 durch den Paulsdamm in den südlichen Innen- und den nördlichen Außensee geteilt. Es gibt zahlreiche kleine Zuflüsse aus einem über 400 km² großen Einzugsgebiet, Stör und Elde entwässern den See. Ein Kanal führt nach Wismar zur Ostsee. Die so entstandenen Schweriner Seen sind für den Erhalt der Biologischen Vielfalt von größter Bedeutung. Ein etwa 190 km² großes EU-Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ sichert große Teile des Gebiets. Hier leben See- und Fischadler, Eisvogel, Gänsesäger, Haubentaucher, Kolbenente, Kormoran, Rohrdommel, Rohrweihe, Singschwan und Zwergschwan. Der Schweriner Außensee ist wegen Fischotter und Windelschnecken als FFH-Gebiet ausgewiesen. Auf der Insel Kaninchenwerder gibt es ein bedeutendes Vorkommen eines seltenen Grases in Mecklenburg-Vorpommern: der Täuschenden Wiesentrespe.

 

Die Verbesserung der Wasserqualität ist ein großer Erfolg. Die Nährstoffgehalte haben sich auf ein Zehntel reduziert, das Wasser im Schweriner See hat damit beinahe natürliche Messwerte. Davon profitieren seltene Wasserpflanzen wie Froschlöffel und Schwanenblume. Der Weg hierhin war lang und aufwendig. Seit 1991 entlastet eine Kläranlage den See, bis 2000 wurden umliegende Gemeinden angeschlossen. Noch bis zur Wende wurden alle Abwässer in den See geleitet, eine Fischzucht führte zu zusätzlichem Nährstoffeintrag. Eine sichtbare Folge der zunehmenden Eutrophierung im See war das Fischsterben. Das Seewasser wird nur alle 50 Jahre ausgetauscht, in den Sedimenten lagern auch heute noch große Mengen Nährstoffe und die umliegende Landwirtschaft sorgt durch ihre Düngung für weiteren Eintrag. Bei langen Schönwetterperioden treten Blaualgenteppiche auf, von den Schwerinern „Spinat“ genannt.

Weitere Informationen zum Schweriner See

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 Die Aktion "Lebendiger See des Jahres" im Rahmen des UN Weltwassertages.
 Schweriner Schloss und See

© Wikimedia Harald Hoyer

 Schweriner See, Mecklenburg-Vorpommern

Quelle: de.wikipedia

 Lebendiger See 2015 - Schweriner See
 Insel Kaninchenwerder - Schweriner See

© Birgitta Tremel

 

Seenpartner

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Ortsgruppe Schwerin
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 BUND
 

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naturschutzstation.zippendorf@t-online.de
www.naturschutzstation-schwerin.de

 

Verkehrsanbindung

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit der Bahn nach Schwerin, Lübstorf oder Bad Kleinen; mit Bussen in die umliegenden Dörfer.

 

Mit dem Auto:

Schwerin ist über die BAB 14 von Norden (BAB 20) und Süden (BAB 24) angeschlossen.