Ramsar Konvention zum Schutz der Feuchtgebiete

 

Feuchtgebiete, wie z. B. Bäche, Flüsse, Seen, Quellen und Moore, sind ein ökologisch sehr wichtiger Teil im globalen Wasserkreislauf. Neben der dort vorkommenden Vielfalt an Tieren und Pflanzen haben sie als natürliche Filter eine wasserreinigende Wirkung und reduzieren als Speicherzonen die Gefahr von Überschwemmungen. Wasserbauliche Maßnahmen, Trockenlegung, Nähstoffanreicherung, Verschmutzung, energiewirtschaftliche Nutzung und intensive Freizeitnutzung bedrohen diese stark gefährdeten Lebensräume.

 

Der Schutz von Feuchtgebieten wurde deshalb 1971 im "Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Wattvögel, von internationaler Bedeutung" in der iranischen Stadt Ramsar beschlossen. Die Ramsar-Konvention ist ein zwischenstaatlicher Vertrag. Ziel dieser Konvention ist "der Erhalt und die schonende Nutzung von Feuchtgebieten durch nationale Maßnahmen sowie internationale Zusammenarbeit". Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Verwirklichung weltweiter nachhaltiger Entwicklung. Grundlage dieser Konvention sind folgende drei Säulen:

  • die Förderung von sinnvoller Nutzung von Feuchtgebieten
  • die Entwicklung von internationalen Kooperationen
  • die Entwicklung eines Netzwerkes an Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung
 
Das Büro der Convention on Wetlands ist bei der Hauptgeschäftsstelle der IUCN - The World Conservation Union - in Gland in der Schweiz am Genfer See untergebracht.
Im Moment sind 1.831 Feuchtgebiete in der Ramsar-Liste aufgenommen, insgesamt 170 Millionen Hektar Fläche in 158 Ländern weltweit (Stand: Februar 2009). Ramsar bietet den Rahmen für die Erhaltung und die sinnwolle Nutzung von Feuchtgebieten sowie ihrer Resourcen. Zu den wichtigsten Verpflichtungen der Vertragspartner zählen im einzelnen:
  • Aufnahme von mindestens einem Feuchtgebiet in die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung

  • Erhalt und Aufnahme von Feuchtgebieten in die nationalen Flächennutzungspläne

  • Förderung der Erhaltung von Feuchtgebieten durch die Ausweisung von Schutzgebieten
  • Förderung einer ausgewogenen Nutzung der übrigen Feuchtgebiete

  • Förderung der Ausbildung von Personal in den Bereichen Management und Forschung
  • Zusammenarbeit der Vertragsparteien bei der Umsetzung der durch die Konvention festgelegten Verpflichtungen

  • Bei Gewässern, die sich über mehrere Länder erstrecken: Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten und Durchführung gemeinsamer Aktionen

Am 29. September 2004 wurde ein Memorandum zur Kooperation zwischen der Convention on Wetlands und dem Global Nature Fund (GNF) unterschrieben. Diese Kooperation unterstreicht die gemeinsamen Ziele beider Organisationen:

  • Die sinnvolle Nutzung, das sachkundige Management und die Bewahrung von Feuchtgebieten.
  • Die Registrierung von Feuchtgebieten, welche Mitglied im Living Lakes-Programm sind, als Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung, wenn sie das Potential dafür haben.
  • Die internationale Zusammenarbeit zwischen Feuchtgebieten beider Organisationen.
  • Die Entwicklung und Unterstützung der Programme, der Projekte und der Veröffentlichungen beiderseitiger Interessen.
  • Die Unterstützung der Mitgliedschaft bei der Convention von Staaten, welche im Living Lakes-Programm aktiv teilnehmen.
 

Kontakt

Convention on Wetlands (Ramsar 1971) – RAMSAR Bureau

Dr. Tobias Salathé, Regional Coordinator for Europe

28, rue Mauverney

1196 Gland, Schweiz

Telefon: + 41 - 22 - 999 01 73

Telefax: + 41 - 22 - 999 01 69

Mobil: + 49 - 79 - 290 26 20

E-Mail: salathe@ramsar.org

Website: www.ramsar.org