Tonle Sap See (Großer See) – Kambodscha

 

2. Februar 2016:

Der Tonle Sap See ist Bedrohter See des Jahres 2016.

Der Fischreichtum im Tonle Sap See hängt unmittelbar von den jährlichen Überflutungszyklen ab, die über den Tonle Sap Fluss, respektive über den Mekong Fluss das Gewässer erreichen. Der See ist der größte See in Südostasien und eines der fischreichsten Binnengewässer weltweit. Über den 100 km langen Tonle Sap Fluss ist der See mit dem Mekong Fluss verbunden.

  

Überflutungszyklen sichern die Lebensgrundlagen

 

Während der Regenzeit von Mitte Mai bis Anfang Oktober führt der Mekong Fluss bis zu viermal mehr Wasser als in den trockeneren Monaten. Über den Tonle Sap Fluss fließen große Wassermengen in den Tonle Sap See, dessen Oberfläche auf bis zu 16.000 km² anwachsen kann. Seine maximale Tiefe beträgt dann bis zu 14 m.

 

Neben großen Wassermengen gelangen Fische und Sedimente in den Tonle Sap See und in die ihn umgebenden überschwemmten Flächen. So werden die Fruchtbarkeit der Böden für den Anbau von Reis und anderen Kulturpflanzen erhalten, zusätzliche Lebensräume und Laichgebiete für die zahlreichen Fischarten entstehen.

 

Im November, wenn der Mekong Fluss weniger Wasser führt, ändert sich die Fließrichtung des Tonle Sap Flusses, aus dem Tonle Sap See strömen nun große Wassermengen in den Mekong Fluss zurück. Die Oberfläche des Sees verringert sich nun auf 2.500 km², seine maximale Tiefe beträgt nur noch 2 - 3 m.

 

Auf Grund dieses einzigartigen Naturphänomens ist der Tonle Sap See eine der reichsten Quellen für Süßwasserfische. In den Überschwemmungsgebieten wird seit Jahrhunderten Reis angebaut.

 

Biodiversität

 

Im und am Tonle Sap See gibt es einen großen Artenreichtum: mehr als 200 Fischarten leben im See, 70 von ihnen sind von kommerzieller Bedeutung. 23 Schlangenarten, unter ihnen die endemische Tonle Sap Wassertrugnatter (Enhydris longicauda), sowie 13 Schildkrötenarten leben im und am Tonle Sap See.

 

Veränderungen durch Eingriffe in den Zuflüssen und den Klimawandel

 

Der Tonle Sap See mit den Flüssen Mekong, Tonle Sap und Bassac bildet ein einzigartiges Ökosystem, das einen großen Artenreichtum beheimatet. Durch Überfischung, ungeklärte Industrieabwässer und Dammbauprojekte in den Zuflüssen ist das natürliche Gleichgewicht in dieser Region akut bedroht.

 

Durch den Klimawandel ändern sich die Überflutungszyklen, es kommt zu längeren Dürreperioden und Stürmen. Die Wassermengen und Niederschläge verringern sich, mit ihnen der Sedimenteintrag und die Fischwanderung. Um den Bedarf an Fisch, dem wichtigsten Proteinlieferanten der lokalen Bevölkerung, sicherzustellen, werden die Bestände überfischt. Oftmals kommen dabei auch illegale Fischereimethoden, wie Gift, Sprengstoff, Elektrofischen und engmaschige Netze, zum Einsatz.

 

Schutzstatus

 

Seit 1997 ist das Tonle Sap Biosphere Reserve (TSBR) als UNESCO Biospären-Reservat ausgewiesen, es umschließt den Tonle Sap See komplett.

Ein dreijähriges Projekt in Kambodscha wird zusammen mit FACT im Rahmen des Projektes „Mangrovenrenaturierung in Asien“ in der südlichen Küstenregion in der Provinz Kampot realisiert.

Im Jahr 2012 wurde das Projekt „Förderung nachhaltiger Fischerei in Kambodscha“ von der NGO FACT am Tonle Sap See umgesetzt.

 Fischer auf dem Tonle Sap See
 Fischverarbeitung am Tonle Sap See
 Dorf am Tonle Sap See
 Menschen am Tonle Sap See
 Reisanbau an den Ufern des Tonle Sap Sees
 Fischerboot auf dem Tonle Sap See
 Siedlung aus Pfahlbauten
 Baumschule mit Mangrovensetzlingen
 Anpflanzen von Mangroven
 

Partnerorganisation

Fisheries Action Coalition Team (FACT)

#57z, Street 430, Sangkat Phsar Doem Thkov, Khan Chamkarmon

Phnom Penh, CAMBODIA

Tel.: (855) 023 - 992 - 044

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