Schutz der Trinkwasserquellen des Atitlán Sees

 
 

Offizieller Projekttitel:

 

 

Projektlaufzeit:

 

Projektländer:

 

Förderer:

 

Projektpartner:

Verbesserung der Wasserqualität und Schutz der Trinkwasserquellen des Atitlán Sees, Guatemala

 

Januar 2010 – Februar 2012

 

Guatemala

 

Stiftung Ursula Merz

 

Vivamos Mejor

 

Hintergrund

Der Atitlán See ist mit einer Fläche von 130 km² der drittgrößte Süßwassersee in Guatemala und ist sowohl als UNESCO Biosphärenreservat als auch als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung (Ramsar) ausgewiesen. Der See liefert seinen Anwohnern lebenswichtige Ressourcen, wie Trinkwasser, Fisch, Wasser zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Anbauflächen und Ried. Der See selbst sowie seine Umgebung sind Lebensraum einer großen Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten. Zahlreiche Zugvögel nutzen den See als Winterquartier.

 

Bisher werden im Wassereinzugsgebiet des Atitlán Sees die Abwässer meist ungeklärt in die Flüsse und Bäche geleitet und es gelangen somit erhebliche Schadstoffmengen aus Haushalten und der Landwirtschaft in den See. Auch die festen Abfälle werden in „wilden“ Müllhalden in Seenähe gesammelt, ihr Sickerwasser gelangt ebenfalls ohne Klärung in den See. Im Jahr 2009 führten diese Belastungen zu einem verstärkten Algenwachstum, das durch Cyanobakterien ausgelöst wurde. Zeitweise bedeckten die Algen bis zu 75 % der Wasseroberfläche.

 

Guatemala ist ein Entwicklungsland, 74 % der Menschen leben in Armut, 34 % sogar in extremer Armut. Die Region rund um den Atitlán See zählt zu den ärmsten des Landes.

Projektziel ist es nun, die Wasserqualität des Atitlán Sees zu verbessern und somit die lebensnotwendigen Ressourcen für die Anwohner sowie für die Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten.

 

Projektmaßnahmen

Einrichtung eines Labors in der Region

Die Einrichtung eines regionalen Labors wird die Überwachung und Untersuchung der Wasserqualität des Atitlán Sees ermöglichen. In regelmäßigen Abständen werden hierbei chemische und physikalische Untersuchungen sowie Untersuchungen in Bezug auf Mikrobiologie und Artenvielfalt durchgeführt.

 

Durchführung einer Sensibilisierungskampagne

Bisher wurden Ergebnisse von Wasseruntersuchungen nie der Öffentlichkeit und den Behörden präsentiert. Durch die Kampagne sollen die im Labor erhaltenen Ergebnisse vielen Anwohnern und Mitarbeitern von Behörden nahe gebracht und erläutert werden, um zusammen Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Verschmutzungen zu erarbeiten.

 

Durchführung einer Umweltkampagne für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Diese Umweltbildungsmaßnahmen werden rund um den See stattfinden und werden Themen der Wasserqualität, der Verschmutzung und ihre Verhinderung, das Ökosystem Atitlán See mit seiner Artenvielfalt sowie auch nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten aufgreifen.

 

Einrichtung eines Green Filters

Diese alternative Abwasserbehandlung mit Hilfe von schwimmenden Wasserpflanzen ist mit geringen Investitions- und Unterhaltskosten verbunden und erreicht bei mäßig belasteten häuslichen Abwässern einen sehr guten Reinigungsgrad. Als Modellprojekt soll hier ein Green Filter für die Abwässer aus einer Kaffeerösterei und aus einem Dorf gebaut und in Betrieb genommen werden. Auch die Reinigungsleistung des Green Filter wird vom Labor kontinuierlich geprüft.

 

Verbreitung der Projektergebnisse

Großen Nutzen der Ergebnisse können weitere Gemeinden am See selber sowie auch NGOs, Behörden und Akteure innerhalb von Mittel- und Südamerika haben.

 

Das Projekt wird von der Naturschutzorganisation Vivamos Mejor koordiniert und vor Ort umgesetzt. Die Organisation wurde 1980 gegründet und vertritt seit 2005 den Atitlán See im Netzwerk Living Lakes. Vivamos Mejor setzte bisher schon zahlreiche Projekt in den Bereichen Armutsbekämpfung und Umweltschutz um.

 

Weitere Informationen zum Atitlán See …

 Sonnenuntergang am Atitlán See
 Versorgung mit Trinkwasser
 Kinder an einer Wasserleitung
 Zufluss von ungereinigtem Abwasser des Flusses San Francisco
 Blick auf den Atitlán See