Nachhaltiger Kaffeeanbau am Atitlán See in Guatemala

 
 

Projektlaufzeit:

 

Projektländer:

 

Förderer:

 

 

Projektpartner:

Februar – August 2010

 

Guatemala

 

Deutsche Umwelthilfe und Rapunzel Naturkost aus Mitteln des Hand in Hand-Fonds

 

Vivamos Mejor

 

Hintergrund

Die Asociación integral unidos para vivir mejor (ASUVIM – „Integrierter Verband für ein besseres Leben“) ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation für eine integrierte landwirtschaftliche Entwicklung. ASUVIM ist 1999 aus dem Zusammenschluss von Kaffeebauern am südwestlichen Atitlán See entstanden, die den ethnischen Gruppen der Kiché und Tzutuhil und den Gemeinden von San Juan La Laguna, Santa Clara La Laguna sowie Santa María Visitación entstammen. Zweck war die gemeinsame Verarbeitung und Vermarktung von Kaffee. Im Frühjahr 1999 stellte die Umweltorganisation Asociación Vivamos Mejor zusammen mit den Gemeinden ein Projekt zur Verbesserung der Infrastruktur für die Bearbeitung des Kaffees auf. Ziel des Projekts war es, den ökologischen Kaffeeanbau zu verbessern sowie die Produktion auf 5,500 Zentner Öko-Kaffeebohnen zu steigern. ASUVIM besteht zurzeit aus 101 Mitgliedern, darunter 16 Frauen und 85 Männer. Die Organisation besitzt ein Verwaltungsbüro und eine kleine Produktionsanlage für die Verarbeitung des Kaffees auf dem eigenem Gelände. Die Kaffeeproduzenten besitzen 8,9 Hektar, das sind 137 Kaffee-Parzellen. Davon werden 34 Parzellen ökologisch bewirtschaftet und 103 Parzellen konventionell.

 

Die Asociación Vivamos Mejor (der guatemaltekische Partner im Living Lakes Netzwerk des GNF am Atitlán See) unterstützte von Anfang an die Kooperative beim Aufbau der notwendigen Infrastruktur. Der Kaffee ist mit dem Fairtrade-Label der Fairtrade Labelling Organisation zertifiziert und wird v.a. in die USA, England, die Niederlande und nach Deutschland exportiert. Der Nationalmarkt hat ein großes Handelspotenzial, jedoch werden vorläufige Studien gestartet, um das vorhandene Potenzial zu quantifizieren.

 

ASUVIM unterstützt seine Mitglieder technisch bei der verbesserten Bearbeitung der Kaffeeparzellen, der Produktion und Verarbeitung des Kaffees sowie anderen landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Aktivitäten. Allerdings sind im Erweiterungsprozess der Organisation einige administrative Schwächen sowie Schwierigkeiten bei der Beschäftigung von Frauen in der Produktion aufgetaucht. Um diesen Problemen entgegenzuwirken und das Hauptziel der Kooperative, nämlich die integrierte Gesamtplanung und Einbindung der Mitglieder in die Produktion, Verarbeitung und Vermarktung der Produkte zu ermöglichen, wurden beim HAND IN HAND-Fonds diverse Maßnahmen beantragt.

 

Projektmaßnahmen 

A. Stärkung des administrativen Systems

Für die Aktualisierung des Handbuchs Normen und Verfahren für die Buchhaltung und des Handbuchs Kreditsystem wurden Workshops mit Experten durchgeführt, die Verbesserungstipps und Empfehlungen geben sollten. Die Haushaltsprüfung für das Haushaltsjahr 2009 fand im Juli 2010 statt. Basierend auf den Ergebnissen der Prüfer und der Workshops wurde, in Zusammenarbeit mit dem Vorstand, der Geschäftsleitung und dem administrativen Personal von ASUVIM sowie Vivamos Mejor ein Arbeitsplan ausgearbeitet, der die Buchhaltung systematischer und die administrativen Abläufe effizienter und transparenter gestalten soll.

 

B. Herstellung von Wurmkompost

Unter Anleitung eines Mitarbeiters von ASUVIM wurden 20 Frauen und Männer bei der Herstellung von Wurmkompost unterstützt. Der Wurmkompost wird als ökologischer Dünger auf den Kaffeeparzellen verwendet. Für die Herstellung des Komposts braucht man bestimmte Substrate, die nützlich für die Ernährung der Würmer sind und bestimmte Mineralien enthalten. Dazu gehört beispielsweise:

  • Sägemehl, das keine Harze oder Tannin enthält
  • Grünschnitt von Bäumen und Gärten
  • Organische Haushaltsabfälle
  • Abfälle von Fleischereien
  • Abfälle aus landwirtschaftlichen Betrieben
  • Fruchtfleisch vom Kaffee
  • Kuhkot
  • Früchte und Knollen, die zum Verzehr ungeeignet sind
  • Organische Küchenabfälle
  • Abwässer aus den Kaffeeverabreitungsanlagen

 

Im ASUVIM-Projekt wurden Kaffeeabfälle (Fruchtfleisch) und Kuhdung für die Herstellung des ökologischen Komposts verwendet. Der Kompost soll auf 20 Kaffeeparzellen verwendet werden, um langfristig den Anbau von konventionell auf biologisch umzuwandeln. Gleichzeitig wurden die 20 Männer und Frauen weitergebildet, um eigenständig organischen Kompost auf Basis von Küchenabfällen und sonstigen Abfällen aus Agrarprodukten herzustellen. Im Laufe des Projekts wurden bereits 160 Zentner Wurmkompost produziert. Weitere 300 Zentner sind in den nächsten Monaten geplant. 

 

Herstellung der Behälter für den Wurmkompost

Für die Produktion des Wurmkompostes wurden fünf hölzernen Behälter mit fünf Meter Länge, einem Meter Breite und einem Meter Höhe gebaut. Das Innere der Holzbehälter ist mit dickem schwarzem Nylon ausgekleidet, damit die Würmer, der Kompost und das Sickerwasser nicht aus dem Gefäß austreten können.

 

C. Weiterbildung von 20 Frauen

Für 20 Frauen der Kooperative wurde ein Seminar zur Kompostproduktion durchgeführt. Ziel des Workshops war, dass die Frauen auch bei sich zu Hause Kompost aus Haushaltsabfällen und Ernteresten in kleinen Kompostanlagen produzieren. Der Kompost soll von den Frauen zur Verbesserung der Fruchtbarkeit ihrer Kaffeeparzellen oder den privaten Gemüsegarten genutzt werden. Bei der Verwendung auf dem Feld werden die teilnehmenden Frauen von einem ASUVIM-Mitarbeiter beraten.

 

Ausblick

Die Kooperative ASUVIM wird weiter an der Stärkung der administrativen Verwaltung arbeiten und die Empfehlungen des Prüfers umsetzen. Weiterbildungsseminare für die zuständigen Buchhalter, die Geschäftsführung und den Vorstand sind in Planung. Zur Unterstützung der Kaffeebauern wurde ein neuer Projektvorschlag ausgearbeitet, dessen Schwerpunkte die Fortsetzung und die qualitative Verbesserung der Wurmkompostproduktion, die weitere Verbesserung der Verwaltung und Buchhaltung und die Stärkung der Frauengruppe von ASUVIM sind. Die Frauen sollen vor allem bei der Durchführung ihrer „Kaffee-Touren“ unterstützt werden, mit denen sie sich ihr Einkommen verbessern. Sie begleiten Touristen auf dem Weg „Von der Bohne in die Tasse“ und führen sie zu den Kaffeeplantagen vorbei an wunderschöner Natur. Am Ende der Tour können die Touristen die Erzeugnisse der Kooperativenmitglieder verköstigen und kaufen.

 Foto: Victor Lindenmayer
 Informationstafeln zum Kaffeeanbau
 Kompost mit Regenwürmern
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