Ökologisches Friedensprojekt am Toten Meer

 

Im Herbst 2006 bat uns die Living Lakes-Partnerorganisation Friends of the Earth Middle East (FoEME) um Unterstützung ihrer Projektinitiative „Gärten für den Frieden" am Toten Meer. In zwei Gemeinden wurden diesem Projekt Grundstücke für die Gestaltung von ökologischen Gärten zugewiesen.

Junge Freiwillige aus israelischen, palästinensischen und jordanischen Gemeinden am Toten Meer planten gemeinsam die Konzepte für die ökologischen Gärten. Im Rahmen von Workshops wurden ihnen von FoEME-Mitarbeitern die Grundlagen für die Verwendung von recycelten Materialien sowie geeigneten Pflanzen vermittelt. Mit den seit Oktober 2006 eingegangenen Spendengeldern konnten ökologische Baustoffe, Pflanzensetzlinge, Schläuche zur Berieselung während der Anwuchsphase, Geräte und die Verpflegung der Freiwilligen finanziert werden.

 

In der israelischen Gemeinde Tamar Regional Council waren bereits die ersten Bäume gepflanzt und das Gebiet begann sich zu entwickeln, als leider die Regionalregierung den Bau einer Straße in dieser Gegend plante. So wurden die Bäume und die anderen Materialien in den Zoo und Park des Kibbuz Ein Gedi umgezogen und dort eingepflanzt bzw. verwendet.

 

Ein Lehmhaus entstand unter Verwendung von recycelten sowie Naturmaterialien (Heu für die Isolation, Erde, vor Ort entstandener Kompost). Unter Einbeziehung von einheimischen Pflanzen und wassersparenden Bewässerungssystemen wurde ein Teil des Grundstückes begrünt. Auf Tafeln werden Informationen zum Garten und den Spendern aufgezeigt.

Auf dem Grundstück der jordanischen Gemeinde Safi musste zuerst der Boden mit Erde und organischem Kompost qualitativ verbessert werden. Zusätzlich zu den Bäumen und Bewässerungssystemen entstand ein Wegenetz sowie schattige Plätze für die Besucher. Die Gemeinde ist so begeistert von dem neuen Garten, dass sie ein weiteres Grundstück nahe der Ufer zum Toten Meer für eine zukünftige Umgestaltung durch FoEME ausgewiesen hat.

 

Die regelmäßige Pflege und Instandhaltung der beiden Gärten soll durch Mitarbeiter der FoEME vor Ort und der Organisation Water Trustees realisiert werden. Im Kibbuz Ein Gedi sind der Einsatz alternativer Energien, das Anlegen von Feuchtgebieten im weitläufigen Gelände sowie Recyclingtoiletten geplant. In Safi steht die Realisierung eines zweiten Gartens an.

 Jugendliche pflanzen heimische Pflanzen an.
 Ökologischer Garten von Ein Gedi.
 Bau einer Lehmhütte im Park Ein Gedi.
 Begehung des Grundstücks für den Garten in Safi.
 

Trotz oder gerade wegen der andauernden Nahost-Krise ist diese Initiative eine Möglichkeit, nicht nur den Naturschutz, sondern auch gute Nachbarschaft zwischen Gemeinden unterschiedlicher Nationen und Religionen am Toten Meer zu fördern.

 

Langfristig soll das Projekt das Bewusstsein für die kostbare und knappe Ressource Wasser sowie für den Sinn einer nachhaltigen Entwicklung stärken. Die gemeinsame Umsetzung der zuvor geplanten Konzepte, die Kultivierung von standorttreuen Pflanzen sowie der Einsatz von umweltfreundlichen Komponenten bestätigen den Gedanken der Nachhaltigkeit.

 

„Trotz der schwierigen politischen Lage kann Wasser auch Mittel für den Frieden im Nahen Osten sein, wenn es nachhaltig und gerecht genutzt wird", betonte Munqeth Meyar, jordanischer Direktor von FoEME, zu Beginn des Projektes im Herbst 2006. „Auf lokaler Ebene funktioniert die Zusammenarbeit auch in Krisenzeiten schon seit langem. Das Projekt „Gärten für den Frieden" ist ein weiterer Schritt, gegenseitiges Verständnis für die Bedeutung einer intakten Natur zu stärken und dabei konkrete Maßnahmen zum Schutz wertvoller Ressourcen vor Ort umzusetzen".