Post Tsunami Projekt – Mangrovenaufforstung

 
 

Offizieller Projekttitel:

 

 

Projektzeitraum:

 

Projektländer: 

 

Projektpartner:

 

 

Förderer: 

EU Asia Pro-Eco II Post Tsunami Projekt: Mangrovenaufforstung, Bildung und Wiederherstellung von Existenzen

 

2005 – 2008

 

Sri Lanka

 

Nagenahiru Foundation, EMACE Foundation, Fundación Global Nature España, CReNIEO

 

Europäische Union (EU), Sika AG und Serendib Stiftung

 

Zusammenfassung

Das Ziel des Projektes ist die langristige Unterstützung von Menschen in betroffenen Gebieten in Sri Lanka, die Wiederaufforstung von Mangroven und Umweltbildung. Zielgruppe sind etwa 1.000 Familien aus armen Kommunen in der Region der drei Seen Bolgoda, Maduganga und Madampe in Sri Lanka. Ein zentrales Ziel ist die Verbesserung der Eigenständigkeit, die Linderung der Armut, der langfristige Zugang der Bevölkerung zur nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen und der Schutz der örtlichen Kommunen vor potentiellen Katastrophen durch vorbeugende Maßnahmen. Zu den wichtigsten Aktivitäten gehören die Errichtung von Mangrovenbaumschulen, die Wiederaufforstung von geschädigten Mangrovenwäldern und die Errichtung und der Betrieb von regionalen Bildungszentren. Diese dienen dazu, die örtliche Bevölkerung über die negativen Folgen des Abholzens von bewaldeten Gebieten und des Erntens von Korallen zu informieren und zu instruieren, um diese Auswirkungen so weit wie möglich zu reduzieren oder zu verhindern. Die Projektergebnisse werden in die vom Tsunami betroffene Region am Pulicat See in Indien weitergegeben.

 Mangrovenwald am Madampe Feuchtgebiet in Sri Lanka
 

Schauen Sie sich den englisch-sprachigen Film "Mangrove Restoration in Sri Lanka" an, der die Erfolge vor Ort dokumentiert.

 
 

Ziele

Das Hauptziel dieses Projektes ist die Durchführung von grenzübergreifenden Hilfsmaßnahmen und vorbeugenden Aktivitäten unter Mitwirkung von Gebieten, die durch den Tsunami betroffenen waren sowie von zwei europäischen Ländern (Antragsteller Deutschland und Experten aus Spanien), um Fachwissen weiterzugeben. Das Projekt richtet sich an Familien, die vom Tsunami betroffen waren, und zielt auf die Schaffung von neuen Lebensgrundlagen und die Wiederherstellung der Land- und Wasserressourcen ab. Konkrete Aktionen beinhalten die Errichtung von Mangrovenbaumschulen sowie langfristige Umweltbildung für die lokale Bevölkerung. Die Hauptziele gliedern sich in die folgenden Unterziele.

 

Katastrophenvorbeugung durch langfristige Wiederherstellung

Wiederherstellung des Mangrovenbewuchses auf insgesamt 15 Hektar in zwei Projektgebieten in Sri Lanka (10 Hektar in Maduganga/Madampe und 5 Hektar in Bolgoda).
Verbesserung der Wasserqualität und langfristiger Schutz (Vorbeugung) von Regionen, die anfällig für Flutwellen sind.


Stärkung von Mechanismen auf kommunaler Ebene, damit diese Schutz- und Wiederherstellungsmaßnahmen von Ressourcen in Seen- und Feuchtgebieten planen, organisieren und erfolgreich durchführen kann. Integrierung des langfristigen Schutzes von Feuchtgebieten in kommunale Bebauungspläne.

 

April 2007

Erste Ergebnisse und Erfahrungen sind in dem Ratgeber zur Wiederanpflanzung von Mangroven dargestellt, der nachfolgend in englischer Sprache als Download-Datei vorliegt.

 

Kompetenzförderung, Wiederaufbau von Basisinfrastruktur und Know-how-Transfer

Bau von zwei Umweltbildungszentren, eines in der Region Maduganga/Madampe und eines in Bolgoda, und einer Stadthalle in Maduganga. Kompetenzförderung für die Kommunen und Bevölkerung, die in den Feuchtgebieten der drei Projektgebiete lebt, um ihnen einen ressourcenschonenden umweltfreundlichen Wiederaufbau ihrer durch die Flutwellen zerstörten Existenz zu ermöglichen.


Das Living Lakes-Netzwerk ist seit 1998 aktiv. Die Berufserfahrung und früheren Tätigkeiten der Experten garantieren ausreichenden Informationsstand, Wissen und Fähigkeiten, um auf lange Sicht ein Projekt auf kommunaler Ebene zum Ressourcenmanagement von Seen und Feuchtgebieten zu verwirklichen. Das Netzwerk kooperiert mit NGOs und öffentlichen/privaten Institutionen mit dem Ziel, ein geeignetes Konzept für zwei Niedrigkostenmodelle auf der Basis von Pflanzenfiltern (Innovative Grünfiltersystem) zu entwickeln, zu verwirklichen und einzurichten, um die diffusen Nährstoffeinträge zu reduzieren. 

Umweltfreundliche, alternative Technologien

Förderung von umweltfreundlichen, alternativen Technologien für die Seenutzer. Errichtung von drei Modellfarmen (eine in Maduganga und zwei in Bolgoda) für extensiven und/oder ökologischen Landbau. Bereitstellung von Informationen für wichtige Interessenvertreter, Start von Demonstrationsprojekten auf dem Gebiet von nachhaltiger Fischerei und im Gebrauch von Solarenergie für nächtlichen Garnelenfischfang durch die Lieferung von neuen Netzen für 30 Fischer in Bolgoda und 30 in Maduganga. Für 15 Fischer in Bolgoda und 15 in Maduganga werden Solarlampen zur Verfügung gestellt. Lösungen für widersprüchlichen Nutzen der Feuchtgebiete durch Förderung von umweltfreundlichen Sägereien in der Bolgoda Region.

 

Sensibilisierung und Verbreitung der Ergebnisse an Experten (Workshops, Publikationen, Demonstrationsvideo) und an ein breiteres Publikum sowie Multiplikatoren. Austausch unter verschiedenen vom Tsunami betroffenen Gebieten z. B. in Indien über den indischen Projektpartner.

 Grünes Ufer am Maduganga Feuchtgebiet in Sri Lanka
 Hafen am Bolgoda See in Indien
 Ratgeber zur Wiederanpflanzung von Mangroven
 Mangrovenpflanzungen am Maduganga Feuchtgebiet in Sri Lanka
 Siedlung am Maduganga Feuchtgebiet in Sri Lanka
 Intakte Mangrovenbestände bieten Lebensraum für zahlreiche Arten.
 

Bewusstseinsbildung und Schutz der Biodiversität

Schutz der Biodiversität der betroffenen (Pilot)Seen und Feuchtgebiete durch Beteiligung der Kommunen und Entwicklung von langfristigen Plänen für nachhaltige und wirtschaftliche Nutzung. Dies wird durch die Entwicklung eines höchst effektiven Netzwerks zwischen Wirtschaft und Kommunen rund um den See und die Initiierung von strategischen Kommunalprojekten erreicht werden. Entwicklung eines Öko-Tourismus Masterplans und Aufklärung der Kommunen über die nachhaltige Nutzung der Seeressourcen. Erstellung einer Datenbank über gefährdete Arten in den Seengebieten, Errichtung eines Bildungszentrums und Durchführung von Umweltbelastungsprüfungen größerer Entwicklungsprojekte.

 
 Natürliche Bestände am Maduganga Feuchtgebiet in Sri Lanka
 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf den entsprechenden Unterseiten im Detail.

 
 Team-Foto Nagenahiru Foundation Sri Lanka
 Team-Foto Emace Sri Lanka
 

Akivitäten in Indien (Chennai Region)

Der indische Partner CReNIEO (Centre for Research on New International Economic Order) engagiert sich vor allem für sozialschwache Gesellschaftsschichten in Indien (Frauen, Kinder, Fischer und Stammesgesellschaften) mit Fokus auf das Management der natürlichen Ressourcen am Pulicat See. Der Pulicat See ist das zweitgrößte Brackwasser-Ökosystem an der Ostküste Indiens, 60 km nördlich der Stadt Chennai.


Der See hat eine Länge von 60 km und eine Breite von 0,2 bis 17,5 km. Am 26. Dezember 2004 wurde das Gebiet vom Tsunami heimgesucht. 


Im Juli 1988 gründete CReNIEO eine Schule in Pulicat mit Englisch als Unterrichtssprache. Heute hat die Schule fast 400 Schüler - Buben und Mädchen - fast 85 % kommen aus Fischerfamilien. Die Schule folgt dem Lehrplan der staatlichen Schule Tamil Nadu und ist staatlich anerkannt.


Viele Fischerkommunen am See und am Meer haben ihre gesamte Lebensgrundlage verloren. Seit 26. Dezember 2004 bis April 2005 waren sie nicht mehr auf Fischfang weder im See noch im Meer, sondern von der Hilfe der Regierung sowie anderer Stellen abhängig. Indirekt waren auch viele Dörfer in der Umgebung betroffen, die in irgendeiner Weise vom Fischgewerbe abhängig sind. 


Da die Probleme in den Seenregionen von Sri Lanka und Indien ähnlich gelagert sind, wird das Projekt zur Verbreitung der Projektergebnisse und Erfahrungen in Indien beitragen. Der Projektpartner CReNIEO wird an allen internationalen Projekttreffen und Konferenzen teilnehmen, um Erfahrungen aus dem Sri Lanka Projekt auszutauschen und Wege der Übertragbarkeit zu diskutieren. Der GNF wird CReNIEO bei der Verbreitung in der Pulicat Region unterstützen.


Der örtliche Projektkoordinator wird die indische Bevölkerung unterrichten und informieren mit Schwerpunkt auf Hausbau, neue Arbeitsmöglichkeiten und nachhaltigen Fischfang, um ein Überfischen des Pulicat Sees zu verhindern. Diese Aspekte sind ganz wesentliche Elemente des Projekts in Sri Lanka. Die Maßnahmen werden so gestaltet, dass sie leicht auf Indien und die südostasiatischen Länder übertragbar sind. Das bedeutet, dass das Projekt auch zum Wiederaufbau und zur Entwicklung anderer vom Tsunami betroffenen Gebiete beiträgt.