Rauchschwalben am Baikal- und am Bodensee

 

Artenreichtum und wertvolle Habitate sind am Baikalsee und in Seenregionen wie dem Bodensee gefährdet. Ein Beispiel hierfür ist die Rauchschwalbe.

 

Das Projekt wurde vom Global Nature Fund in Zusammenarbeit mit dem BUND Möggingen initiiert und von der "Stiftung für Umwelt und Entwicklung - Unsere Welt" finanziell unterstützt.

Foto: Oliver Fiedler

 
 
Der Bestand der Rauchschwalbe ist in den letzten Jahren zurückgegangen, da es in unseren modernen Gebäuden immer mehr an Nistmöglichkeiten mangelt. Darüber hinaus finden sie in unserer bereinigten Landschaft wenig geeignetes Baumaterial für den Nestbau, der im Inneren von Gebäuden, wie z. B. Ställen, Hausfluren oder Scheunen stattfindet. Durch ihr ansprechendes Erscheinungsbild und ihre Geschicklichkeit im Flug übt die Rauchschwalbe einen besonderen Reiz auf den Menschen aus. Die Lebensweise dieser Vogelart und ihre Nähe zum Menschen machen sie zu einem guten Beobachtungsobjekt.
Durch dieses Projekt ist es daher gelungen, Schulkinder auf die Probleme aufmerksam zu machen und sie am Leben der kleinen Flugkünstler aktiv teilnehmen zu lassen.
 

Von April bis Oktober 2004 hielten Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren am Bodensee und am Baikalsee nach Rauchschwalben Ausschau und verfolgten den Nestbau sowie die Aufzucht der Jungen.


Tsokto Lumbunov, ein Schüler der zweiten Klasse der Gusinnizerskiy Schule am Baikalsee zum Beispiel, war fasziniert darüber, was er durch Vogelbeobachtungen alles lernen konnte. Besonders hatte ihn beeindruckt, dass die Vogelmutter mit Futter heranfliegt, sobald die Jungvögel am Nesteingang erscheinen - und das 300 Mal am Tag! Tsokto konnte sogar seine Freunde davon überzeugen, nicht weiter die Nester an einem verlassenen Bauernhof zu zerstören und hat so dazu noch das Interesse am Vogelschutz geweckt.

Auch die Kinder am Bodensee waren aktiv am Rauchschwalbenprojekt beteiligt. Die Jugendgruppe „Jungstörche" des BUND-Volkertshausen konnte auf dem Greuthof von Familie Thurner in Volkertshausen die Aufzucht von insgesamt 150 Jungtieren mitverfolgen. Der Greuthof mit seinen offenen Pferdeställen bietet noch die idealen Bedingungen. Genügend Baumaterial, sowie gute Anflug- und Nistmöglichkeiten ermöglichen das zwei- bis dreimalige erfolgreiche Brüten. Im Gegensatz dazu, konnten die Kinder in einem Nachbarhof mit neuen Stallungen leider nur ein einziges begonnenes Schwalbennest entdecken.

 

So konnten alle Daten sorgfältig in Tagebüchern und Zähllisten festgehalten werden und die verschiedensten Erfahrungen bei einem abschließenden Internet-Chat ausgetauscht werden.

Foto: Oliver Fiedler

 

Foto: Oliver Fiedler

 
 

Erfahrungsaustausch per Online-Chat

Ende November 2004 tauschten 14 Kinder im Alter zwischen 9 und 11 Jahren der Jugendgruppe "Jungstörche" ihre Erfahrungen per Online mit den Jugendlichen am Baikalsee aus. Neben konkreten Fragen und Erfahrungen zum gemeinsamen Rauchschwalben-Projekt waren auch der aktuelle Musikgeschmack und Freizeitaktivitäten Themen, über die sich die Schüler "unterhielten".

 

Begleitet wurde dieser elektronische Datentransfer am Baikalsee von Dr. Nina Dagbaeva, Direktorin des Informationszentrums GRAN sowie von Elena Olsonova, die für die Übersetzung der vielen Fragen der neun russischen Kinder zuständig war.

 

Im Seminarraum des GNF wurden die Schüler tatkräftig von Uschi Ehinger, Sirit Coeppicus und Miklas Hahn unterstützt.

 

Die Kinder beider Länder waren sich einig, dass vor allem fehlende Brutmöglichkeiten sowie mangelnde Nahrungsquellen, beispielsweise in Zeiten früher Wintereinbrüche, den Bruterfolg der Rauchschwalben vermindern. Die deutschen Kinder lernten, dass die Rauchschwalben des Baikalsees in Indien, Süd-China und Vietnam überwintern. Genau wie in Deutschland suchen die Rauchschwalben auch am Baikalsee in Tierställen und Bauernhöfen nach Nistplätzen.

Dieses Projekt wurde finanziell von "Unsere Welt - Stiftung für Umwelt und Entwicklung" gefördert.