Rettung für den Bedrohten See des Jahres!

 

Der artenreiche Fúquene-See in Kolumbien ist ohne Hilfe verloren. 

 

Kolumbien ist eines der artenreichsten Länder der Erde. Dieser Naturreichtum nimmt besorgniserregend schnell ab. Auch die Existenz des Fúquene-Sees steht auf dem Spiel. Das wollen wir verhindern!

Höchste Artenvielfalt der Erde bedroht

In der Weltrangliste der Artenvielfalt steht Kolumbien in fast allen Bereichen ganz vorne: 10.735 Pflanzenarten, 356 Vogelarten, 143  Amphibienarten sind pro 10.000 qkm hier beheimatet. Forscher entdecken immer neue Arten, die der Menschheit zukünftig noch helfen könnten, aber gleichzeitig sterben täglich viele Arten unwiederbringlich aus. Schuld ist der dramatische Verlust von Lebensräumen. Wälder werden großflächig abgeholzt, landwirtschaftliche Flächen ausgedehnt. Die Zivilisation frisst sich unaufhaltsam in die letzten Naturparadiese. Allein der Verlust von Waldflächen wird in Kolumbien auf über ein Drittel geschätzt, die Hälfte der Böden ist von Erosion bedroht, und 40 % der Wasserressourcen gelten als gefährdet.

 

Ein See stirbt leise

Einer der wichtigsten Wasserspeicher ist der Fúquene-See im Hochland der östlichen Anden. Mit 32 Zugvogel- und 120 Brutvogelarten sowie mehreren endemischen Fischarten zählt er zu den artenreichsten Seen Lateinamerikas. Einst 10.000 Hektar groß, ist er heute auf 3.000 Hektar geschrumpft. Da der See nur bis zu 5 Meter tief ist, kann er mit Gräben leicht entwässert werden. So entstehen immer neue Weideflächen. Schilf und Ried werden übermäßig gemäht, und ungereinigte Abwässer belasten den See. Eingeschleppte Pflanzen wie Wasserhyazinthe und Wasserpest vermehren sich rasant und verdrängen die heimischen Arten. Der einst legendäre Fisch¬reichtum ist fast verloren. Fischer und Fischadler gehen leer aus und die Anfänge eines Öko-Tourismus wurden abrupt gestoppt.

 

Protestaktion soll helfen

Unser Partner, die Fundación Humedales, versucht verzweifelt den Wasserspeicher für 200.000 Menschen zu retten. Am Tag der Feuchtgebiete hat der GNF den Fúquene-See zum „Bedrohten See des Jahres 2011“ ausgerufen. Im Mai 2011 organisieren wir eine internationale Konferenz, um eine nachhaltige Lösung zu finden. Dann wird der kolumbianischen Umweltministerin eine Protestnote überreicht. So können viele Menschen mithelfen, den drohenden Umwelt¬kollaps am Fúquene-See doch noch abzuwenden.

 Fischer in seinem Boot auf dem Fúquene-See.
 Die fortschreitende Verlandung des Fúquene-Sees hat dramatische Auswirkungen.
 Der Lebensraum der Indianerrohrdommel ist akut bedroht.
 Auch die wichtige Milchwirtschaft ist durch den sinkenden Grundwasserspiegel gefährdet.