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NGO Masterplan: Eine Vision für das Untere Jordantal

 
 

Projektlaufzeit:

Projektländer:

Förderer:

 

Projektpartner:

 

Februar 2012 - Januar 2015

Palästina, Jordanien, Israel

Europäische Kommission im Rahmen des Programms SWIM (Sustainable Water Integrated Management), Stiftung Ursula Merz

Friends of the Earth Middle East (FoEME) / Water and Environmental Development Organization (WEDO); Stockholm International Water Institute (SIWI)

 
 
 

Hintergrund

 

Der Untere Jordan, ein Fluss der nicht nur für den Nahen Osten von enormer kultureller, politischer und wirtschaftlicher Bedeutung ist, droht auszutrocknen. Über 96 % der ursprünglich 1,3 Milliarden Kubikmeter Wasser werden von den Anrainerstaaten für den häuslichen Verbrauch und die massive Bewässerung der Landwirtschaft umgeleitet. Die Umleitung des Großteils des Wassers sowie die Einleitung großer Mengen von Abwasser aus der Landwirtschaft, unbehandeltem Klärwasser und Salzwasser haben dem Fluss, dem einzigartigen Ökosystem und den 500 Millionen Zugvögeln, die zweimal im Jahr am Jordan Rast machen, unermesslichen Schaden zugefügt. Auch das Tote Meer, dessen Hauptzufluss der Untere Jordan ist, hat mittlerweile einen kritischen Punkt an Zerstörung erreicht. Die Europäische Union und der Senat der Vereinigten Staaten von Amerika haben bereits Resolutionen verabschiedet, die Bedenken über die Zerstörung des Flusses ausdrücken und die israelische, jordanische und palästinensische Regierungen auffordern, die Wiederherstellung des Unteren Jordan zu einer Priorität zu machen.

 

Gemeinsam mit Friends of the Earth Middle East (FoEME) und dem Stockholm International Water Institute (SIWI) entschloss sich der Global Nature Fund (GNF) 2012 dazu, den ersten Grenzen überschreitenden Masterplan für den Unteren Jordan zu entwickeln. Seit ihrer Gründung im Jahre 1994 ist die Wiederherstellung des Unteren Jordan eines der zentralen Ziele von FoEME. Durch Aufklärungskampagnen sowie wissenschaftliche und regionale Maßnahmen wurden schon wesentliche Fortschritte gemacht. So hat sich Israel im Mai 2013 dazu bereit erklärt, regelmäßig Wasser aus dem See Genezareth in den Unteren Jordan zu pumpen. Ca. 6 Millionen Kubikmeter Wasser sollen noch dieses Jahr in den Fluss fließen und schon innerhalb weniger Jahren sollen es 30 Millionen Kubikmeter sein. Diese Entwicklung ist ein vielversprechender Anfang: zum ersten Mal ist Israel dazu bereit, kostbares Süßwasser für den Naturschutz zu „verschwenden“. Nichtsdestotrotz reicht diese Menge an Wasser nicht aus, um einen Fluss von der Größe des Jordan zu regenerieren. Laut einer von FoEME durchgeführten Studie werden 400 – 600 Millionen Kubikmeter sauberen Wassers benötigt, damit der Fluss wieder ein akzeptables Maß erreicht. Zudem schätzt FoEME, dass durch die Umsetzung von spezifischen Wassersparmaßnahmen in den Anrainerstaaten über eine Milliarde Kubikmeter Wasser gespart oder produziert werden könnten.

 

Ziele

 

Das Projekt “NGO-Masterplan: Eine Vision für das Untere Jordantal” legt den Grundstein für eine nachhaltige Grenzen überschreitende Wasserbewirtschaftung im Unteren Jordantal. International renommierte Experten, lokale Akteure, die Zivilgesellschaft sowie Nichtregierungsorganisationen aus den drei Anrainerstaaten werden in das Projekt involviert. Die Ziele des Projekts sind

 

1. die Ausarbeitung eines Grenzen überschreitenden regionalen Masterplans für das Untere Jordantal und

 

2. die Steigerung des politische Willens der Entscheidungsträger aller drei Länder für einen regionalen Ansatz im integrierten Wasserressourcenmanagement am Unteren Jordan.

 

Insgesamt trägt das Projekt erheblich zu mehr Dialog und Kooperation zwischen Israel, Palästina und Jordanien bei und leistet somit einen Beitrag zum Friedensprozess im Konflikt um Wasser im Nahen Osten.

 

Maßnahmen

 

Das Projekt besteht aus fünf Maßnahmen, die am Ende des Projektes zu einem Grenzen überschreitenden integrierten regionalen Masterplans für den Unteren Jordan führen:

  • Herstellung der nötigen technischen, kartografischen und wissenschaftlichen Studien für den Masterplan.
  • Veranstaltung nationaler und regionaler Treffen für Vertreter aus Politik und für andere Entscheidungsträger.
  • Veranstaltung von sechs großen Konferenzen und Seminaren.
  • Veröffentlichung eines nationalen jordanischen, palästinensischen und israelischen Masterplans für den Unteren Jordan und eines integrierten grenzüberschreitenden regionalen Masterplans.
  • Durchführung von gezielten Bewusstseins- und Bildungskampagnen sowie politische Lobbyarbeit, um den politischen Willen für den Masterplan zu stärken.
 

Der GNF unterstützt das Projekt mit seinem Fachwissen über:

  • die europäischen Methoden im Bereich des Grenzen überschreitenden Wassermanagements,
  • die europäischen Erfahrungen bei der Festlegung von ökologischen Mindestwassermengen und
  • die bewährten europäischen Maßnahmen in Bezug auf die Wiederverwendung von Wasser, die Nutzung alternativer Wasserressourcen und die Übertragbarkeit dieser Maßnahmen auf das Untere Jordantal.
 

Darüber hinaus veröffentlicht der GNF Pressemitteilungen und nimmt an verschiedenen wasserbezogenen Veranstaltungen und Konferenzen teil, um das Projekt vorzustellen. So informierten GNF und FoEME im September 2013 auf der Weltwasserwoche in Stockholm über das Projekt. Diese globale Wasserkonferenz wurde vom Stockholm International Water Institute organisiert und stellt eine der weltweit wichtigsten Veranstaltungen für wasserbezogene Themen dar, an der über 2.500 renommierte Experten, Entscheidungsträger und Vertreter der Wirtschaft teilnehmen. Die diesjährige Weltwasserwoche lief unter dem Motto „Wasser Kooperation – Aufbau von Partnerschaften“ und stellte somit eine hervorragende Plattform zur Bekanntmachung des Grenzen überschreitenden Masterplans dar. Am 19. Oktober 2013 zeigte der GNF zudem eine Ausstellung zur Rettung des Unteren Jordan auf dem Tag der Vereinten Nationen in Bonn. Die Ausstellung weckte großes Interesse bei der Öffentlichkeit und trug somit zu einer Sensibilisierung für den kritischen Zustand des Unteren Jordan bei.

 

Kontakt

 

Alain Maasri

Global Nature Fund (GNF) - Büro Radolfzell

Tel.: +49 - (0) 77 32 - 99 95 - 82

E-Mail: maasri@globalnature.org

 

Greta Link

Global Nature Fund (GNF) - Büro Bonn

Tel.: +49 - (0) 228 – 18 48 694 - 12

E-Mail: link@globalnature.org

 
 Der Jordan Fluss schlängelt sich durch die karge Landschaft.
 Messung der Wasserqualität bei Allenby 
(Foto: Eddie Gerald)
 Taufen im Jordan bei Kaser el Yehud
 Wasserentnahme zur Bewässerung
 Jordan Fluss bei Bethany
 Probenentnahme bei Allenby Bridge
 Jordan-Ausstellung am Tag der Vereinten Nationen, Oktober 2013 in Bonn
 

Förderer

 

Das Projekt wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms SWIM (Sustainable Water Integrated Management) und der Stiftung Ursula Merz gefördert.

 
 

Mehr Informationen zu dem Thema:

 

Grenzgänger und Brückenbauer

Artikel im missio magazin (01/2013) zur Arbeit von FoEME am Jordan-Fluss

 

Artikel zum Projekt in englischer Sprache (Deutsche Welle, 27. August 2012)

Author Vanessa O'Brien / hc,  Editor Saroja Coelho

 

Webseite von Friends of the Earth Middle East: www.foeme.org

 

Der Tagesspiegel, August 2013

Grenzfluss Jordan. Lauf des Wassers

 

Salzburger Nachrichten, August 2013

Der Jordan soll wieder ein Fluss werden

 

Stuttgarter Nachrichten, August 2013

Damit der Jordan wieder rauscht

 
 Europäische Union
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