Hintergrund
Der Untere Jordan ist für den Nahen Osten von enormer kultureller, politischer, wirtschaftlicher und ökologischer Bedeutung. Obwohl der Fluss für die halbe Menschheit heilig ist und mitten durch die israelische-palästinensische Konfliktzone fließt, besteht der Fluss nur noch aus Abwasser aus der Landwirtschaft, unbehandeltem Klärwasser und Salzwasser. Im Unteren Jordan fließt nur noch 2 % der Menge Wasser, die unter natürlichen Umständen im Fluss enthalten wäre. Die Umleitung des Großteils des Wassers hat dem Fluss, dem Ökosystem und den 500 Millionen Zugvögeln, die zwei Mal im Jahr hier Rast machen, unermesslichen Schaden zugefügt. Das Tote Meer ist auf das Wasser, das im Unteren Jordan fließt, angewiesen. Der fast vollständige Ausfall von Frischwasser führt dazu, dass das Tote Meer einen kritischen Punkt an Zerstörung erreicht. Die Europäische Union und der Senat der Vereinigten Staaten von Amerika haben bereits Resolutionen verabschiedet, die Bedenken über die Zerstörung des Flusses ausdrücken und die israelische, jordanische und palästinensische Regierungen auffordern, die Wiederherstellung des Unteren Jordan zu einer Priorität zu machen.
Seit ihrer Gründung im Jahre 1994 ist die Wiederherstellung des Unteren Jordan eines der zentralen Ziele von Friends of the Earth Middle East (FoEME). Durch Aufklärungskampagnen sowie wissenschaftlichen und regionalen Maßnahmen wurden schon wesentliche Fortschritte gemacht. Zum Beispiel werden in Israel, Jordanien und in den Palästinensischen Gebieten neue Kläranlagen geplant oder schon gebaut. Die Kläranlagen werden die größten Verschmutzungsquellen beseitigen. In einer Studie von FoEME fand die Organisation heraus, dass der Jordan 400 bis 600 Million Kubikmeter unbehandeltes Wasser benötigt, um ein akzeptables Maß zu erreichen. Zudem stellte sich heraus, dass durch die Umsetzung von spezifischen Wassersparmaßnahmen über eine Milliarde Kubikmeter Wasser gespart oder produziert werden könnten. Des Weiteren brachte FoEME Regierungsvertreter aus Israel, Jordanien und den Palästinensischen Gebieten zusammen, um das regionale Beratungsgremium zur Wiederherstellung des Jordan zu gründen.