Die Eröffnung der Fotoausstellung zum Jordan in der katholischen Kirche St. Michael in Köln, Deutschland, begann mit einer Messe, die dem Jordan Fluss gewidmet war. Es wurde an den schlechten Zustand des heiligen Flusses in bewegender Weise erinnert angesichts der zentralen Bedeutung des Flusses für das Christentum, die Taufe Jesu und die eigene Taufe jedes Einzelnen.
Die Taufe ist ein heiliges Sakrament, das von Millionen von Christen jedes Jahr empfangen wird, es spiegelt sich darin die Taufe Jesu wieder, die er selbst im Jordan empfangen hat. Während der Messe lud der Pfarrer von St. Michael, Klaus Bußmann, die Anwesenden ein, die Taufe zu wiederholen, in dem sie mit dem geweihten Wasser ein Kreuz machen.
Heute kommen Hunderttausende Pilger an die Ufer des Jordan, um sich taufen zu lassen, zum ersten Mal oder um ihren Glauben nochmals zu bekräftigen durch die Wiederholung des Aktes der Taufe im symbolischen Gewässer. Die Mehrzahl der Pilger wird mit Bussen zu einer Stätte gebracht, die speziell für diesen Zweck am südlichen See Genezareth errichtet wurde. Dort versucht die Tourismusindustrie den Schein eines intakten Jordan Flusses aufrecht zu halten. Aber was die Pilger kaum sehen, ist das Abwasser, salziges Wasser und landwirtschaftliches Abwasser, das nur einige wenige Meter südlich der Taufstelle in den Jordan fließt. Weiter südlich, nahe Jericho, ist der Zugang zu der authentischeren Taufstätte stark begrenzt und die Wasserqualität stellt eine öffentliche Gesundheitsgefährdung der Pilger dar, die sich der Taufe im Fluss unterziehen wollen.
Die Fotoausstellung in der katholischen Kirche St. Michael möchte die Glaubensgemeinschaft für die dringend nötige Wiederherstellung des Unteren Jordan sensibilisieren. Die Ausstellung zeigt Bilder des Flusses selbst und Pilger, die in Wassercontainern in der Nähe des Flusses getauft werden, weil das Wasser zu verschmutzt ist, um es zu betreten.
Während der Eröffnungsveranstaltung hielten Marion Hammerl, Präsidentin des Global Nature Fund, und Nader Khateb bewegende Reden über die Komplexität des Zustandes des Jordan. Der Fluss ist eine politische Grenze, eine Quelle des Lebens und des Glaubens – und ist im Begriff zu sterben aufgrund der Ableitung fast seines ganzen Wassers.
Der Gastgeber der Veranstaltung, Pfarrer Andreas Brocke, unterstrich die Bedeutung des Jordan für die Christenheit und hofft, dass die Ausstellung die Menschen für den ernsten Zustand des Flusses sensibilisieren wird.
Der Jordan ist von großer Bedeutung für das Judentum, die Christenheit und den Islam und an seinen Ufern befinden sich wichtige religiöse und kulturelle Welterbestätten. FoEME und GNF begrüßen die Gelegenheit, die Ausstellung in anderen Gemeindezentren, Synagogen, Kirchen oder Moscheen zu zeigen.