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Extreme Regenfälle folgen gravierender Dürreperiode im Einzugsgebiet des Poyang Sees

 
 

Der Poyang See, der größter Süßwasser See Chinas, erlitt die schlimmste Dürre seit 60 Jahren. Im Gegensatz zum normalen Jahreszyklus zog sich die Dürreperiode in diesem Jahr über den ganzen Frühling bis hinein in den Sommer. Die langanhaltende Dürre verursachte Probleme wie rissige Böden, das Austrocknen von Seen und Flüssen, Fischsterben und enorme Verluste im Reisanbau im Einzugsgebiet des Poyang Sees. Daten der hydrologischen Station von Xingzi zufolge schrumpfte die Fläche des Poyang Sees auf ein Zehntel seiner ursprünglichen Größe von 2010.

 

April und Mai sind für gewöhnlich die Monate, in denen das Einzugsgebiet des Poyang Sees überflutet wird. Die langanhaltende Dürre ließ daher weitverbreitete Besorgnis aufkommen – auch bei uns, dem MRLSD (Verein zur Förderung der Berg-Fluss-See regionalen nachhaltigen Entwicklung). Im Mai ergriff der MRLSD zusammen mit dem MRLDO daher Maßnahmen für strategische Prüfungen, indem sie mehrere hydrologische Stationen am Poyang See untersuchten und die Entwicklung des Sees im Verlauf der letzten 10 Jahre mittels Satellitendaten analysierten.

 

Folgende Ergebnisse wurden vom MRLDO recherchiert: 

 

Der Wasserstand des Poyang Sees im selben Zzeitraum in drei verschiedenen Jahren.

 
 Siedlung am Poyang See
 
 Wasserstand am 23. April 2011
 Wasserstamd am 10. Mai 2000
 Wasserstand am 23. April 1988

23. April 2011

Wasserstand: 9,56 m über NN

 

10. Mai 2000

Wasserstand: 13 m über NN

 

23. April 1988

Wasserstand: 13,06 m über NN

 
 

Laut Studien des MRLDO bezüglich des Poyang Einzugsgebietes über den Zeitraum von 20 Jahren hinweg, sind die Pflanzen des Gebietes ein Hauptgrund für die ernsthafte Frühlings-Sommer Dürre, da sie aufgrund der Abholzung und landwirtschaftlichen Entwicklung das Wasser nur noch in geringfügigem Maße speichern können. Dr. Yan Bangyou, Vizedirektor des MRLDO, gab zu Bedenken, dass, obwohl einige Provinzen einen großen Waldbestand haben, die Sträucher unter den Bäumen nur schwach und zahlenmäßig wenige sind und so ebenfalls nur bedingte Wasserspeicherkapazitäten besitzen. Schlimme Dürren wären eine unvermeidbare Folge davon.

 

Während sich das ganze Land mit der Bekämpfung der Dürre auseinandersetzte, kam Anfang Juni der heftige und beständige Regen. Aus mehr als zehn Provinzen wurden innerhalb eines Tages schlimme Überflutungen gemeldet – eine davon die Provinz Jianxi. Der plötzliche Wandel von Dürre zu Überflutung ist eine schwerwiegende Folge des Klimawandels. Diese Abläufe haben sich auch schon in früheren Zeiten abgespielt, aber bei weitem nicht so ernsthaft wie dieses Mal, berichten offizielle meteorologische Quellen. MRLSD empfiehlt die Verbesserung der Waldstrukturen sowie der Wasserspeicherfunktion von Böden. Flutmanagement durch die Veränderung von Flussläufen und Seen, um sie zu Reservoiren oder Dämmen aufzustauen, ist ein weiteres kritisches Problem. Seen und Flüsse sollten lieber in ihrer natürlichen Form belassen werden, da Seestrukturen und die Biegungen der Flüsse Wasser viel besser speichern und Überflutungen so effizienter kompensieren könnten.

 

Die Beziehung des Poyang See mit dem Yangtze Fluss

 

„Dongting ist der größte Süßwassersee in China, und der Poyang See liegt auf Platz 2“, so steht es in einem Geschichtsbuch der Oberstufe von 1970. Mit einer wunderschönen Karte darunter, hängen die beiden See, genau wie chinesische Laternen, an einem langen, sich biegenden Band – dem Fluss Yangtze.

 

Innerhalb von 40 Jahren schrumpfte der Dongting See aufgrund der Gewinnung von Landflächen an seinen Ufern  auf den 2. Platz, während der Poyang See seine Rolle als Wasserregulierer für den Yangtze beibehielt.

 

Der Poyang See, im Norden der Provinz Jianxi, ist durch einen schmalen Wasserlauf mit dem Yangtze Fluss verbunden und vereinigt das Wasser von fünf weiteren Flüssen der Jiangxi Provinz in sich. Die durchschnittliche Tiefe des Wassers liegt bei ungefähr 8 m, die tiefste Stelle bei 25 m. Der Poyang See hat die Funktion, die Wasserqualität des Yangtze zu regulieren. Wenn der Wasserstand des Yangtze Flusses niedriger ist als der des Poyang Sees, fließt das saubere Wasser des Sees in den Fluss. Und andersherum fließt auch das Wasser des Yangtze in den Poyang. Dies geschieht meist in der Regenzeit, welche normalerweise zwischen April und Mai liegt. Dann kann der See auf eine Fläche von 5.000 km² anwachsen, während er in der Trockenzeit auf ungefähr 1.000 km² zusammenschrumpft. Aber meistens produziert starker Regen während der Regenzeit große Wassermengen in allen drei Wassersystemen: dem Yangtze Fluss, dem Poyang See und dem Dongting See. Das Ergebnis sind jährliche Überflutungen und Murgänge in der Region des Yangtze, welche ernsthafte ökonomische als auch menschliche Verluste verursachen.

 

In den letzten Jahrzehnten wurden die Menschen entlang des Yangtze und des Poyang Sees der Überflutungen überdrüssig. Die größte Flut in der Geschichte war 1998, sie bedeckte alles in allem über 20 Millionen Hektar Land, betraf über 200 Millionen Menschen und verursachte 27 Milliarden Dollar ökonomischen Verlust.

 

Von der vergangenen Dürreperiode waren vor allem Fischer und Farmer am schwersten betroffen. Am 3. Juni jedoch kam der starke Regen und nun werden noch schlimmere Katastrophen erwartet. Es wurde berichtet, dass die Überflutung innerhalb eines Tages mehrere Dörfer zerstörte und bisher schon 100  Menschen das Leben kostete. Es kann davon ausgegangen werden, dass diesen Provinzen im Süden des Yangtze Flusses ein Monat der Überflutung bevorsteht, welcher sehr viel schlimmer sein wird als die Dürre zuvor.

 
 Weideland während der Trockenperiode
 Reisanbau im Einzugsgebiet des Poyang Sees
 Vegetation um Umland
 Siedlung direkt an einem Ufer
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