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  GEO-Tag der Artenvielfalt 2011: Lebendige Seen unter der Lupe
Am 4. Juni 2011, dem 13. GEO-Tag der Artenvielfalt, waren alle Naturfreunde in Deutschland und den Nachbarländern dazu aufgerufen, innerhalb von 24 Stunden in einem selbst festgelegten Gebiet möglichst viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten zu entdecken. Gesucht wurde überall - im Schulgarten, auf der Wiese, im Feldgehölz, am Flussufer oder in der Kiesgrube. Das diesjährige Reportage-Thema lautete „Lebensraum Süßwasser: Warum es in Flüssen, Seen und Teichen noch viel zu erforschen gibt“. Auch die Partner im Netzwerk Lebendige Seen Deutschland bereiten ein spannendes Programm vor. Die Natur ist ein Spielplatz
Ob am Dümmersee, am Ayweiher oder am Schweriner See – Naturliebhaber, Familien und vor allem Kinder erforschten im Zuge des 13. GEO-Tags der Artenvielfalt aktiv ihren See und das faszinierende Ökosystem Süßwasser.
Welche Tiere und Pflanzen leben in Seen und Bächen? Wie funktioniert das Ökosystem Süßwasser? Und was ist eigentlich eine Seensanierung? Los, auf zur Antwortsuche! Anlässlich des 13. GEO-Tags der Artenvielfalt mit dem Motto „Lebensraum Süßwasser: Warum es in Flüssen, Seen und Teichen noch viel zu erforschen gibt" organisierten die Partnern im Netzwerk Lebendige Seen Deutschland lehrreiche und spannende Ausflüge in die Natur. Unter der fachlichen Anleitung von Experten lernten Naturliebhaber, Interessierte, Kinder und alle, die es einmal waren, mehr über das faszinierende Ökosystem See und Bach. Ziel war es, so viel wie möglich über die reiche Artenvielfalt in unseren Gewässern zu erfahren. Jeder durfte dabei das Süßwasser ganz nach seinem Interesse erkunden. Die spannende Artensuche an insgesamt neun Lebendigen Seen wurde von sachkundigen Seenexperten geleitet. Die Naturschutzstation Zippendorf hat die Schweriner aufgerufen, gemeinsam die Flora und Fauna am Schweriner See zu erforschen. Die Gäste verteilten sich in drei Gruppen. Die Ornithologen beobachteten Wasservögel und tauschten ihre Erfahrungen aus: Haubentaucher, Blessrallen, Enten, Schwäne und Graugänse brüten am See; auch ein Seeadlerpaar auf der Insel Kaninchenwerder hat zwei Junge großgezogen. Unterdessen kescherten junge Experten am Bootssteg. Unter ihren besonderen Funden war der Große Höckerflohkrebs, ein Einwanderer, der heimische Arten verdrängt. Das dritte Forschungsteam erkundete heimische Fische. Zu den bereits erfassten Arten wie Hecht, Zander, Barsch und Laube kam ein Neuling dazu: der Steinbeißer. Der Fisch faszinierte die Forscher durch seine Lebensweise: er gräbt sich in den Grund und kaut den Sand auf der Suche nach Kleintieren und organischem Material, der dann durch die Kiemen ausgestoßen wird. Der Dümmer See ist international bekannt und ein von der EU registriertes Naturschutzgebiet von hoher ökologischer Bedeutung. Im Rahmen des GEO-Tages lud der Naturschutzring Dümmer e.V. alle Interessierten ein, das Wasser des Dümmer zu untersuchen. Da in den letzten Jahren die Einstellung des Badebetriebes am See durch ein starkes Algenwachstum drohte, rückten am GEO-Tag der Artenvielfalt die Themen Wasserqualität und die Tier- und Pflanzenwelt als ihr wichtigster Indikator sowie die Möglichkeiten zu deren Verbesserung in den Vordergrund. Gleich an vier der zahlreichen Oberschwäbischen Seen fanden interessante Exkursionen und Mitmachaktionen statt. Über 200 Naturbegeisterte erkundeten die Flora und Fauna der Stillgewässer. Am Ayweiher von Stafflangen erklärten die Experten der PRO REGIO Oberschwaben GmbH die Bedeutung der Seensanierung als eine wichtige Maßnahme für die Rettung bedrohter Gewässer. Der Weiher mit seinen vielen Wasserbewohnern durfte auch auf eigene Faust erforscht werden. Auch an Badsee und Illmensee erhielten die Besucher neben spannender Unterhaltung vielfältige Informationen zur Entstehung und Nutzung der Gewässer, zu physikalischen und chemischen Abläufen, zu Besonderheiten des Wassers und nicht zuletzt ging es dabei auch um die Frage, wie dieser oftmals stark gefährdete Lebensraum richtig geschützt werden kann. Mit großer Begeisterung forschten die jungen Biologen mit Küchensieb und Jogurtbecher im Kreuzweiher bei Neukirch. Die Funde konnten die Kinder mit Hilfe modernsten Geräte der Seesanierer näher beobachten. An Bord der Solarfähre Helio wurden den kleinen Forschern am Bodensee verschiedene See-Fachdisziplinen in einem günstigen Umfeld unterrichtet. Teamorientiert in kleinen Gruppen absolvierten die Kinder ein umfangreiches Helio-Programm und lernten selbst mit einfachen Methoden das Bodenseewasser und die Solartechnik an Bord kennen. Fachkundiges pädagogisches Personal begleitete diese Expedition und stand mit Rat und Tat zur Seite. Das zweistündige Schulprogramm beinhaltete Energie, Limnologie, Gewässerschutz und Geografie. Die kleinen und großen Naturforscher nahmen das Eichental am Chiemsee unter die Lupe. Die Gastgeber, die Chiemsee Naturführer, luden Schulklassen und Experten aus Deutschland, Polen und Spanien ein, um gemeinsam möglichst viele verschiedene Arten der Tier- und Pflanzenwelt zu erkunden. Mit Gummistiefeln ausgerüstet, sammelten die Naturfreunde Steinfliegenlarven, Eintagsfliegenlarven, Mühlkoppen und sonst so alles, was sich finden ließ. Die Tiere wurden sorgsam bestimmt und später selbstverständlich wieder freigelassen. So lernten Groß und Klein die Verteilung der Rollen der Bewohner der Süßgewässer in diesem einzigartigen Ökosystem. Zwei strahlende Sonnentage verbrachten die Schüler des Gymnasiums Bad Nenndorf am Steinhuder Meer. Von Wassertieren und -pflanzen über Nachtfalter zu verschiedenen Stufen der Seenverlandung – an der breiten Palette an Stoff fand jeder ein Thema. Nach einer ausführlichen Einweisung, dem Anlegen der Rettungswesten und weiteren Sicherheitshinweisen, begab sich die Gruppe unter Aufsicht der Betreuer in ihre Zweimannboote, um das Erlernte in der Praxis zu erleben. Bei untergehender Sonne konnten sie die zuvor untersuchte Uferlinie vom Wasser aus betrachten und hatten nebenbei noch einen Riesenspaß beim Paddeln. Die Mischung aus Natur und Technik begeisterte junge und erwachsene Gäste an allen Seen. „Die Natur ist ein Spielplatz“ – dieser Auffassung sind nicht nur Jürgen Pohl und Georg Hermannsdorfer, zwei der vielen Naturführer, die am Chiemsee aktiv sind, sondern auch knapp 400 Kinder und Erwachsenen, die an den Aktionen teilnahmen. Spannung und Spaß standen in diesen Tagen an den Lebendigen Seen an oberster Stelle, aber nur wenn dabei respektvoll mit der Natur umgegangen wurde.
Das Netzwerk Lebendige Seen Deutschland wurde vom Global Nature Fund im Jahr 2009 ins Leben gerufen und dient als Plattform für Erfahrungsaustausch, Wissenschaftstransfer und Entwicklung gemeinsamer Projekte für Seenexperten in Deutschland. Gefördert wird das Netzwerk von Reckitt Benckiser und der Anton & Petra Ehrmann-Stiftung.   |
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