Lieber Spender und Artenschützer!
Artenschutz fängt vor der Haustüre an.
Durch die Ausräumung und Versiegelung der Landschaft gehen viele Arten unwiederbringlich verloren. Intensive Landwirtschaft, Pestizideinsatz und Monokulturen tun ihr übriges. Doch auch viele Klein- und Ziergärtner dulden keine biologische Artenvielfalt. In Deutschland sterben jeden Tag bis zu 130 Arten aus. Viele sind massiv bedroht, darunter auch rund 250 heimische Wildbienenarten. Aber auch Laufkäfer, Heuschrecken, Schmetterlinge, Reptilien, Vogelarten und Säugetiere wie der Feldhamster verschwinden.
Als Spender für das Projekt „Blühender Bodensee“ ermöglichen Sie die Anlage von Ackerrandstreifen und mehrjähriger Blühflächen und tragen so zur erfolgreichen Umsetzung des Maßnahmenkatalogs bei. Im Netzwerk Blühender Bodensee arbeiten die regionalen Projektteilnehmer zusammen. Imker, Landwirte, Obstbauern, Gartenbaubetriebe, Grünflächen- und Straßenbauämter und die Naturschutzverbände. Gemeinsam wollen sie mehr blühende Landschaften schaffen.
Wenn Sie folgende Tipps beachten, können Sie Artenschutz vor der Haustüre betreiben.
- Egal ob kleiner Balkon oder großer Garten. Bienen- und insektenfreundliche Gestaltung ist immer möglich. Bei einem ökologisch orientierten Gartenbaubetrieb können Sie regionale Samenmischungen für Bienen und Co. erhalten.
- Pflanzen Sie möglichst keine standortfremden, beziehungsweise gefüllt blühende Blumensorten, sie bieten keinen Nektar und Blütenstaub für unsere heimischen Insekten. Auch hier bieten die Gartenbaubetriebe Ihrer Region qualifizierte Auskunft.
- Im Garten können Sie eine Vogeltrinkstelle einrichten und ein „Insektenhotel“ anbieten. Auch Vogelhäuschen oder Fledermausunterkünfte gehören zu einem naturnahen Garten. In so einem Garten werden sich auch weitere für den Gärtner nützliche Tiere wie Igel und Marienkäfer einfinden.
- Verlängern Sie das Blütenangebot durch die Anpflanzung von früh, mittel und spät blühenden Sorten; so bleibt der Tisch für die Insekten vom zeitigen Frühjahr bis Spätherbst gedeckt.
- Gestalten Sie Garten und Balkon vielfältig. Neben Astern und Malven sind Staudenarten wie Löwenmäulchen, Rittersporn und Lupinen für Bienen und Hummeln interessant. Der unkomplizierte Sommerflieder (nicht zu verwechseln mit dem echten Flieder) bietet für Tagfalter, Taubenschwänzchen, Bienen und Hummeln ein Festessen. Lassen Sie Gemüse und Kräuter, wie Zwiebel, Möhren, Salbei, Thymian, Borretsch und Majoran blühen. Sie werden überrascht sein, wie viele Arten sich daran laben!
- Die Verwendung von Pestiziden im eigenen Garten ist natürlich tabu. Für fast alle Probleme gibt es biologische oder mechanische Alternativen. Informieren Sie sich beim Ortsverband des BUND, NABU, beim ökologischen Gartenbaubetrieb oder im Internet.
- Sind Sie Landwirt, Obstbauer oder Imker? Dann können Sie viel für den Erhalt der Artenvielfalt tun. Melden Sie sich beim Netzwerk „Blühender Bodensee“ (siehe www.bluehender-bodensee.net) an. Informieren Sie sich über ähnliche Projekte in Ihrer Region oder regen Sie welche an. (siehe www.bluehende-landschaft.de/)
- Schauen Sie sich aufmerksam und bewusst in der Landschaft Ihrer Region um. Wo und wann blüht dort was? Wenn Sie Lust haben, den naturnahen westlichen Bodensee (Untersee) kennen zu lernen, dann planen Sie doch unsere „Natur-Rad-Tour“ beim nächsten Ausflug oder Urlaub mit ein. Wir wünschen Ihnen viel Spaß!
Hier können Sie Karte und Kurzbeschreibung der „Natur-Rad-Tour“ am Bodensee downloaden. Auf unserer vorgeschlagenen Strecke am Untersee, dem westlichen flachen Teil des Bodensees, erleben Sie jede Menge Natur und Kultur. Das Projekt „Blühender Bodensee“ soll dazu beitragen, dass Sie hier eine reich strukturierte, blühende und damit artenreiche Landschaft vorfinden.