13. World Lakes Conference
Anfang November 2009 fand in Wuhan in Südchina die 13. World Lakes Conference statt, organisiert von der International Lake Environment Committee Foundation (ILEC), Living Lakes-Partner der ersten Stunde. Die Konferenz wurde unterstützt von allen wissenschaftlichen chinesischen Institutionen sowie von der nationalen Regierung. Ca. 3.000 chinesische und internationale Teilnehmer verteilten sich auf die 33 „Sessions“, in denen die Probleme diskutiert wurden, die heute an 80 % der Seen zu finden sind: starke Verunreinigungen durch Industrieabwässer oder Haushaltsabwässer, Algenblüten aufgrund der hohen Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft oder aus Fischzuchtfarmen, Austrocknen durch zu hohe Wasserentnahmen oder die Verbauung der Ufer …. Der Zustand der Seen dieser Welt hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm verschlechtert – und die chinesischen Seen sind ein trauriges Beispiel dafür. Die 24.800 Seen Chinas erstrecken sich auf einer Gesamtfläche von über 80.000 Quadratkilometern – bis auf wenige Ausnahmen sind sie stark verschmutzt oder wurden fast ausgetrocknet.
Was getan werden müsste, ist inzwischen zu Genüge bekannt. Alle Welt spricht von integriertem Seen-Management und auch die technischen Lösungen sind vorhanden.
Aber da gibt es Industriebetriebe, die die Umweltgesetzgebung einfach ignorieren und lieber die (geringe) Strafe zahlen, wenn sie bei der Einleitung von Abwässern erwischt werden, anstatt für eine vernünftige Klärung zu sorgen. Oder da ist die Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen, die beispielsweise dafür gesorgt hat, dass der Aralsee, ehemals der viertgrößte See der Welt, auf 10 % seiner ursprünglichen Fläche geschrumpft ist.
Der Global Nature Fund und Living Lakes waren auf der World Lake Conference umfangreich vertreten. Unter dem Titel „Living Lakes – NGOs promoting solutions“ stellten Living Lakes-Partner vom Lake Victoria (Kenia), Laguna de Bay (Philippinen), Lake Biwa (Japan), Poyang (China) und die Bodensee-Stiftung ihre Modellprojekte und Kampagnen vor. Besonders großes Interesse weckte die Gründung des Netzwerks Living Lakes China, das mit fünf chinesischen Umweltorganisationen aus der Taufe gehoben wurde. Die vier größten Seen in China sind in diesem Netzwerk repräsentiert; die Koordination hat der Living Lakes-Partner MRLSD übernommen. Die Partner unterzeichneten einen Aktionsplan, der Sensibilisierungskampagnen für die lokale Bevölkerung und die politischen Entscheidungsträger, die verbesserte Beteiligung der lokalen Bevölkerung beim Management von Seen und Modellprojekte zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung umfasst.
Marion Hammerl, Präsidentin des Global Nature Fund, freute sich mit den chinesischen Partnern, über diesen ersten wichtigen Schritt und wünschte dem Netzwerk im Namen aller Living Lakes-Partner viel Erfolg.