Erfolg für den Naturschutz (März 2009)
Umstrittene Papierfabrik am Baikalsee macht dicht.
Die Zellstoff- und Papierfabrik BPPM, die seit 1966 in Baikalsk direkt am Südufer des Baikalsees produzierte, schließt nun aufgrund von immensen Schulden und den geforderten Umweltauflagen, die trotz jahrelangem Druck nicht umgesetzt wurden. Neben der positiven Umweltbilanz, die die Schließung der Fabrik zur Folge hat, stehen nun leider 2.000 Mitarbeiter ohne Arbeit und Einkommen da.
Mehr als vier Jahrzehnte leitete die Fabrik ihre anfallenden Produktions- und Abwässer ungeklärt in den Baikalsee, pro Tag fielen ca. 100.000 m³ Abwasser an. Unter diesen Bedingungen war der Betrieb rentabel, doch aufgrund der Bemühungen von Umweltverbänden sollte die Fabrik bereits vor Jahren modernisiert und technische Standards zur Wasserbehandlung eingeführt werden. Den Zusagen der Firmenleitung und der Regierung folgten aber keine Taten, so dass die Weltbank bereits im Jahr 2005 einen millionenschweren Kredit für die Modernisierung zurückzog.
Nun ist das Unternehmen hoch verschuldet und kann aus eigener Kraft die gesetzlich vorgeschriebenen Umweltschutzauflagen nicht erfüllen. Bereits im Oktober 2008 wurde der Betrieb vorübergehend eingestellt, im März 2009 folgte nun die endgültige Stilllegung. Gemäß den Umweltauflagen und Gesetzen sollte in der Produktion ein geschlossener Wasserkreislauf umgesetzt werden, in dem die Produktionsflüssigkeiten vor Ort aufbereitet und wiederverwendet werden sollten. Hierfür wären sehr große Investitionen und die Einrichtung von Wasserbehandlungsanlagen notwendig gewesen.
Keine Frage, der Baikalsee und seine Wasserqualität profitieren von dieser Firmenschließung, da die Zellstoffproduktion den flachen südlichen Teil des Baikalsees über Jahrzehnte massiv belastete. Die Mitarbeiter haben nun das Nachsehen. Ihre Arbeitsplätze hätten durch die rechtzeitige Sanierung des Betriebes erhalten werden können.
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