März 2007
Proteste gegen Bauboom
Rund 50.000 Menschen haben auf Mallorca gegen die Zerstörung der Umwelt durch die Tourismusindustrie protestiert. Bei der Kundgebung gestern Abend (17.03.2007) in der Hauptstadt Palma forderten sie, es dürften nicht immer weitere Gebiete für den Tourismus erschlossen werden. Im letzten Jahr haben fast zehn Millionen Urlauber die spanische Insel besucht.
Kleine Tütchen, gefüllt mit Steinbrocken und Zement, haben die Demonstranten gestern Abend in Palma verteilt, als Andenken an die Zerstörung der Ferieninsel. Es war eine der größten Kundgebungen, die die Hauptstadt Mallorcas erlebt hat: Protest gegen den hemmungslosen Bauboom. Die Insel wird zubetoniert. Immer mehr Menschen kommen und wollen Urlaub in ihrer eigenen Ferienwohnung oder dem eigenen Haus machen. Selbst ehemals abgeschiedene Orte der Inselmitte haben keine Ruhe mehr.
„Die Balearenregierung sei dabei, Mallorca zum Zweitwohnsitz aller Europäer zu machen.“, das kritisierte der Vorsitzende der örtlichen Umweltschutzorganisation GOB, die zu der unerwartet großen Demonstration aufgerufen hatte. Selbst in landschaftlichen Schutzgebieten wachsen Ferienwohnungen aus den Felsen.
Wegen Korruption und der Erteilung illegaler Baugenehmigungen steht der Bürgermeister von Andratx im Westen der Insel seit Monaten unter Verdacht. Es geht um Schmiergelder in Höhe von vielen Millionen.
(Tagesschau am 18.03.2007, 20.00 Uhr)