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Bedrohte Wale und Delfine im Mittelmeer

 

Eher unbekannt ist die Tatsache, dass das Mittelmeer ein wichtiger Lebensraum für Wale und Delfine ist. Im Mittelmeer und Schwarzen Meer leben insgesamt sieben Wal- und vier Delfinarten. Es gibt ständige Populationen von Pottwalen (Physeter macrocephalus) vor der Küste Kretas und Finnwale (Balaenoptera physalus) im Ligurischen Meer zwischen Italien, Frankreich und Korsika. Delfine wie der Große Tümmler (Tursiops truncatus) und der Streifendelfin (Stenella coeruleoalba) halten sich fast ganzjährig in griechischen Gewässern auf.

 

Großer Tümmler

 

Auf Bootsausflügen kann man die freundlichen Meeressäuger manchmal beobachten. Seltenere Arten sind der Zwergwal (Balaenoptera acutorostrata), der gewöhnliche Grindwal (Globicephala melas), der Rundkopfdelfin (Grampus griseus), der Cuvier-Schnabelwal (Ziphius cavirostris) und der Schweinswal (Phocoena phocoena). Schwertwale (Orcinus orca) und andere Delfinarten folgen im Frühjahr den Thunfischschwärmen vom Atlantik ins Mittelmeer. Die Thunfische schwimmen jährlich ins Mittelmeer, um dort ihre Eier abzulegen.

 

Zahlreiche Gefahren

Unechte Karettschildkröte

 

Durch Überfischung entsteht Nahrungsmangel für Wale und Delfine. Der Blaue und der Rote Thunfisch (Thunnus thynnus), die weltweit vor allem von japanischen Fangschiffen gnadenlos und illegal gejagt werden, stehen kurz vor dem Aussterben. Zusätzlich zur Futternot erschweren die Methoden der industriellen Fischerei das Leben der Meeressäuger. Wale und Delfine ertrinken als „Beifang" in den Netzen der Fischereiflotten oder sie verheddern sich in alten Netzen, die gekappt wurden und durchs Meer treiben. Die Haken-Fischerei bedroht zudem auch die Meeresschildkröten, wie die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta).

 

Außerdem werden Meeressäuger, wie Delfine oder die seltene Mönchsrobbe (Monachus monachus) von Fischern illegal getötet, wenn sie sich auf der Jagd den traditionellen Stellnetzen nähern. Die fortschreitende Verschmutzung des Mittelmeers, beispielsweise mit Abwässern, Mineralölen oder Plastikmüll fördert Krankheiten bei den Meerestieren oder tötet sie direkt. Der zunehmende Schiffsverkehr im Mittelmeer gefährdet vor allem in der engen Straße von Gibraltar Wale und Delfine und immer wieder kommt es zu Kollisionen. Eine starke Bedrohung sind auch die Schallexperimente der NATO im Mittelmeer. Delfine und Wale werden dadurch so stark geschädigt,

Mönchsrobbe

 
dass es immer öfter zu Massenstrandungen und dem Tod der Tiere kommt. Die Zerstörung unberührter Küstenlebensräume und Lagunen sowie der unbegrenzte Ausbau neuer Sporthäfen mit wachsenden Freizeitaktivitäten an den Küsten und auf dem Meer grenzen den Lebensraum der Meeressäuger immer mehr ein.

 

Was zu tun ist

Um die Meeressäuger im Mittelmeer besser schützen zu können, gibt es jetzt das bindende Abkommen zum Schutz von Walen und Delfinen im Mittelmeer und im Schwarzen Meer (ACCOBAMS).

Meeresnationalpark Cabrera

 

Die Umweltorganisation GOB (Grup Balear d´Ornitologia i Defensa de la Naturalesa) arbeitet intensiv an der Umsetzung des Abkommens mit, oft mit zäher politischer Lobbyarbeit. Außerdem erreichte GOB vor zehn Jahren die Ausweisung des ersten Meeresnationalpark Spaniens in Cabrera, der heute für das ganze Mittelmeer vorbildlich ist. Erst vor kurzem entstand auf Druck von GOB ein neues Meeresschutzgebiet im Norden von Mallorca. Ein weiterer großer Erfolg ist das Tempolimit auf der Straße von Gibraltar, eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Das Risiko von Kollisionen zwischen Schiffen und Meeressäugern wurde dadurch um ein Vielfaches verringert.

 

Der Global Nature Fund, die Deutsche Umwelthilfe und GOB starten im „UN-Jahr des Delfins" ein Projekt, um den Schutz von Walen und Delfinen in den Gewässern der Balearischen Inseln zu verbessern. Die Universität von Barcelona und der Meeresnationalpark Cabrera werden sich beteiligen. Das Projekt soll langfristig auf das östliche Mittelmeer und die Kanarischen Inseln ausgeweitet werden.

  

Freizeitsegler werden zu Naturschützern

In den großen Segelrevieren rings um die Balearischen Inseln sollen mit Hilfe von Seglern und Yachtbesitzern, neue Schutzgebiete ausgearbeitet werden. Die freiwilligen Helfer werden darin ausgebildet, ihre zufälligen Beobachtungen von Walen und Delfinen, wissenschaftlich und ohne Beeinträchtigung der Tiere aufzunehmen. Aus dieser Erhebung werden dann die wichtigsten Delfinlebensräume identifiziert und in Vorschläge für Schutzgebiete eingearbeitet. Als Segler können Sie Ihre Beobachtungen bei der E-Mail-Adresse: Delphin-Walbeobachtungen@planet.ms an GOB melden. Aber lassen Sie sich bitte vorher von GOB schulen!

 

Die Entwicklung alternativer, umweltverträglicher Fischereimethoden ist ebenso Teil des Projekts wie die Erhaltung der Posidonia-Unterwasserwiesen, die den Fischen als Kinderstube dienen. Die fortschreitende Verschmutzung des Mittelmeers durch illegale Müllentsorgung und Abwassereinleitungen, sowie die Zerstörung weiterer Küstenlebensräume durch neue Hotels und der Ausbau von Sporthäfen müssen verhindert werden. Der Schutz der Wale und Delfine im Mittelmeer muss Vorrang erhalten.

 
 

Unterstützen Sie unsere Arbeit vor Ort!

 

Spenden Sie beim Global Nature Fund (GNF):

Spendenkonto: 80 40 41 60 00

BLZ: 430 609 67

bei der GLS-Gemeinschaftsbank

Stichwort: Delfinschutz im Mittelmeer

 

Oder spenden Sie Online für unsere Projekte zum Schutz der Meeressäuger im Mittelmeer.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite www.gobmallorca.com/deutsch.

 
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