Bedrohter Lebensraum
Im Mittelmeer und im Schwarzen Meer leben sieben Wal- und vier Delfinarten. Sie wandern meist über die Straße von Gibraltar in das Mittelmeer ein. Es gibt sogar Pottwale vor der Küste Kretas und Finnwale im Ligurischen Meer. Delfine, wie der Große Tümmler und der Streifendelfin, sind öfter zu beobachten. Schwertwale und Delfine folgen im Frühjahr den Thunfischschwärmen, die vom Atlantik ins Mittelmeer schwimmen. Dabei geraten viele Delfine in die Fangnetze und sterben.
Die Gefährdung der Meeressäuger im Mittelmeer hat viele Ursachen. Die Überfischung der Meere führt zu Nahrungsmangel. Delfine und die seltene Mönchsrobbe werden getötet, wenn sie sich auf Futtersuche den Stellnetzen nähern. Meeresschildkröten und Delfine ertrinken in alten Netzen, die durch das Meer treiben. Schallexperimente der NATO im Mittelmeer führen zu Massenstrandungen und zum Tod zahlreicher Delfine und Wale. Die starke Meeresverschmutzung fördert zudem Krankheiten. Die Zerstörung unberührter Küstenlebensräume sowie der Posidonia Unterwasserwiesen und der stetige Ausbau von Sporthäfen verschärfen die prekäre Lage im Mittelmeer.