Einige Fakten zum Thema Wasserverbrauch
Nie zuvor gab es nach Wasser eine so hohe Nachfrage wie heute. Dabei wird die Ressource Wasser ein immer knapperes Gut.Gründe hierfür sind vor allem globales Bevölkerungswachstum und ein steigender Lebensstandard verbunden mit erhöhtem Konsum. Zusätzlich wird das Problem auch durch den Klimawandel verstärkt.
- Gegenwärtig haben mehr als 1 Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser (Quelle: UN)
- 88 % aller Erkrankungen weltweit gehen auf verschmutztes Trink- und Brauchwasser zurück (Quelle: WHO)
- Täglich sterben 6.000 Menschen, davon 4.000 Kinder an den Folgen verschmutzten Wassers (Quelle: UN)
Tendenzen
Dabei wächst die Weltbevölkerung um fast 80 Millionen Menschen im Jahr, die zusätzlich 64 Milliarden m³ Wasser benötigen. Allerdings sind die Wasservorräte in vielen Gebieten, gerade in den Entwicklungsländern, schon am Versiegen.
Dieses Problem wird sich bis 2050 noch weiter verschärfen, denn nach Einschätzungen der UNESCO wird die Weltbevölkerung bis dahin um weitere 3 Milliarden Menschen gewachsen sein – die Wassernachfrage liegt auf der Hand.
Dabei hat sich innerhalb der letzten 50 Jahre die Wasserentnahme aus natürlichen Quellen wie Seen, Flüssen und Grundwasser verdreifacht. Diese Wassermenge wird zu etwa 70 % für Bewässerung in der Landwirtschaft verwendet, der Rest geht in die Industrie und private Haushalte.
(Quelle: UNESCO, Weltwasserbericht 2009)
Wasserverbrauch in Deutschland
In Deutschland werden am Tag und pro Kopf durchschnittlich 124 Liter Wasser verbraucht - der durchschnittliche Verbrauch an virtuellem Wasser liegt aber bei knapp 5.300 Liter, einer Menge, die etwa 25 vollen Badewannen entspricht. Als „virtuelles Wasser“ wird dabei die Wassermenge bezeichnet, die bei der Produktion von Gütern, wie zum Beispiel durch Industrie und Landwirtschaft, anfällt.
Die Hälfte dieses virtuellen Wassers wird dabei in Form von Konsumgütern importiert, oft aus Ländern mit Wasserversorgungsproblemen. Der Großteil dieses importierten Wassers entfällt auf Agrarerzeugnisse und Nutztierhaltung.
Besonders die Produktion von Fleisch ist dabei sehr wasserintensiv: Für die Fütterung der Nutztiere wird viel Getreide als Futter benötigt, für das wiederum viel Wasser für Bewässerung aufgewendet werden muss.
Beispiele:
In 1 kg Rindfleisch stecken somit bis zu 16.000 Liter Wasser.
Für eine Tasse Kaffee werden 140 Liter Wasser, von der Kaffeeplantage bis zum Endverbraucher, benötigt.
20.000 Liter werden für die Produktion eines PCs verbraucht!
(Quellen: UNESCO, Weltwasserbericht 2009; WWF 2009)
Was kann ich tun?
Den eigenen Wasserverbrauch im Alltag zu reduzieren, ist gar nicht so schwer:
- Sparsame Geräte im Haushalt verwenden (z. B. Übersicht effizienter Spül- und Waschmaschinen auf der Seite: www.ecotopten.de)
- Duschen statt Baden (ist um die Hälfte sparsamer)
- WC-Spülkästen mit Stopptaste verwenden
- Wasch- und Spülmaschine immer voll machen, anstatt nur halbvoll laufenzulassen
- Wasserhahn beim Zähneputzen etc. nicht laufenlassen
- Autowäsche muss nicht jede Woche sein…
- Regionale Produkte bevorzugen (Gemüse, Obst, Mineralwasser, …); auf Importe aus Ländern mit Wassermangel weitestgehend verzichten
- Fleischkonsum reduzieren
- Verschwenderischen Umgang mit Gütern vermeiden – für alles, was wir nutzen, wird Wasser verbraucht!
Damit auch Menschen aus Entwicklungsländern Zugang zu sauberem Wasser erhalten, können Sie hier unser Projekt „Trinkwasseraufbereitungsanlagen in Kenia“ unterstützen.