Die Katastrophe
Am 26. Dezember 2004 ereignete sich eine der größten Naturkatastrophen unserer Zeit. Über weite Teile der südost-asiatischen Welt brach ein unfassbares Unglück herein. Die Hilfsbereitschaft der Menschen in den ersten Monaten nach dem Tsunami war überwältigend. Doch wie sieht es fast zwei Jahre danach aus?
Die meisten Hilfsorganisationen haben sich längst aus den betroffenen Gebieten verabschiedet. Ihre Aufgaben sind erfüllt. Doch es bleibt noch viel zu tun. Wir leisten dauerhafte Aufbauhilfe und ergreifen präventive Maßnahmen, damit die Menschen in den betroffenen Dörfern in Sri Lanka eine wirkliche Zukunftsperspektive haben.
Dauerhafte Hilfe ist nötig
Udo Gattenlöhner, Projektkoordinator beim Global Nature Fund, arbeitet seit der Tsunami Katastrophe mit unseren Partnern in Sri Lanka und weiß daher, welche Maßnahmen der Bevölkerung dauerhaft helfen. Neben dem Aufbau von neuen Existenzen für die Menschen, ist das Wiederanpflanzen der Mangrovenwälder an den Küsten von größter Bedeutung. Denn wir haben aus der Katastrophe gelernt: Wo intakte Mangrovenwälder standen, hat die Flutwelle nur wenig bis gar keinen Schaden angerichtet, während nur 100 Meter daneben schreckliche Verwüstungen und Todesopfer zu beklagen waren. Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelten wir gemeinsam mit unseren Partnern, der Nagenahiru Foundation und EMACE das Projekt: „Bäume retten Leben". Lal Emanuel, Präsident von Nagenahiru Foundation, ist begeistert.
Schutzwall gegen Flutwellen
Mangrovenbäume wachsen an den Küsten Südost-Asiens. Sie bieten mit ihren ins Wasser ragenden Wurzeln Lebensräume für Süß- und Salzwasserorganismen und wichtige Fischlaichplätze. Die Wurzeln filtern Schlick und Sedimente und brechen gefährliche Flutwellen. Diese natürlichen Schutzwälle sind weltweit bereits zu 50 % durch Raubbau zerstört. Mangroven werden als Brennholz genutzt oder zur Landgewinnung abgeholzt. Feuchtgebiete werden trockengelegt, um Reis- und Palmenplantagen oder Garnelenzuchten anzulegen. Ohne diese Schutzwälle werden Flutwellen in Zukunft noch größere Schäden anrichten. Die Fischer klagen schon heute über den Rückgang der Fischerträge durch die Abholzung der Mangroven. Wir wollen in Sri Lanka eine nachhaltige Holzwirtschaft fördern und schützende Mangrovenwälder wieder aufbauen.
Mit Ihrer Hilfe Mangroven pflanzen!
In drei Feuchtgebieten sollen auf zunächst 15 Hektar Mangroven gepflanzt werden. Über 30.000 Setzlinge sind dafür nötig. Dazu bauen wir zwei Baumschulen und zehn kleinere Baumgärten auf. Sieben Ortschaften mit rund 1.000 bedürftigen Familien beteiligen sich am Projekt. Umweltbildung ergänzt das vorhandene Wissen der Menschen. Fischer lernen den Umgang mit Solarlampen für den umweltschonenden, nächtlichen Fang von Garnelen. Der Anbau von Früchten in Hausgärten und die Wiederbelebung des traditionellen Kunsthandwerks sind weitere Maßnahmen. Für die Anlage und den Betrieb einer Modell-Baumschule, eines Umweltbildungszentrums und einer Modellfarm für naturverträglichen Landbau kaufen wir bei Maduganga 10 Hektar Land. Damit stellen wir Ausbildungsmöglichkeiten auf Dauer sicher.