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Ergebnisse des EU-LIFE Projekts „Feuchtgebiete renaturieren – Nachhaltiges Management von Feuchtgebieten und Flachwasserseen"

 

Seit Projektbeginn im Juli 2001 konnten im Rahmen des LIFE-Projektes viele Erfolge und Erkenntnisse in Bezug auf ein nachhaltiges Management von Feuchtgebieten und Flachwasserseen erreicht werden.  

 

Obwohl 40 Monate eine relativ kurze Zeit für ein Modellprojekt dieser Größe sind und sich die Erfolge der langfristig angelegten Maßnahmen erst in den kommenden Monaten zeigen werden, konnten eine Vielzahl von ermutigenden Erfahrungen und Ergebnisse durch dieses Projekt erzielt werden.

 

Ganzheitliche Managementpläne

Ziel des Projektes war die Entwicklung von Managementplänen für zwei ausgewählte Feuchtgebiete in Spanien und Griechenland.

Dabei sollten die zuständigen Gemeinden, Behörden und Interessenvertreter durch Partizipation, also Projektbeteiligung, frühzeitig in die Entwicklung der Pläne einbezogen werden. Der Schwerpunkt lag dabei in der Wiederherstellung und nachhaltigen Entwicklung von Feuchtgebieten unter Berücksichtigung der sozialen und wirtschaftlichen Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung. Als Ergebnis wurden zwei ganzheitliche Managementpläne für eine Fläche von über 1.000 ha in La Nava und Boada, Spanien, und im Nestos Gebiet in Griechenland entwickelt. Die Pläne beinhalten Konzepte für die Extensivierung von mehr als 8.000 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche und für die Förderung von nachhaltigem Tourismus in den Regionen. Die Ziele und ausgewählten Maßnahmen der Managementpläne sind das Ergebnis eines schrittweisen, integrativen Prozesses, in den alle betroffenen Interessengruppen einbezogen wurden. In beiden Ländern war die Zusammenarbeit zwischen NGO und den Behörden schwierig. Es gibt verschiedene Gründe für diese Probleme: begrenzte Mittel, Konkurrenzdenken und ein traditionelles Rollenverständnis, unterschiedliche Prioritäten und Ziele hinsichtlich Natur und Umwelt oder Konflikte in anderen Umweltbereichen. Am Ende des LIFE-Projektes war es nicht klar, ob die zwei Managementpläne zur Nutzung kommen und - vollständig oder partiell - von den verantwortlichen Behörden eingeführt werden oder nicht.

 
Wiederaufforstung und Managementmaßnahmen
In beiden Projektgebieten wurden auf 57 ha Pufferzonen angelegt, von denen 20 ha neu bepflanzt sind. Die Pufferzonen werden zur Reduzierung von Stickstoff- und Phosphor-Anreicherungen beitragen.
 

An den Nestos Seen wurde ein Gebiet von insgesamt 19 ha wertvoller Biotope von Abfall befreit. Auf 5,9 ha wurden Schutt und andere Abfälle weggeräumt und die alten Seeufer renaturiert oder neue Ufer angelegt. Außerdem wurden im Boada Feuchtgebiet und an den Nestos Lagunen innovative Grünfilter eingeführt, welche die Nährstoffeinträge in die Gewässer reduzieren sollen.

 
 

Umweltbildung, Tourismusmanagement und Lobbyarbeit
Die Einrichtung von Naturerlebnispfaden und Beobachtungsplattformen sowie Broschüren in verschiedenen Sprachen sind ein wichtiger Schritt zur Förderung eines nachhaltigen Tourismus. Dieser wird dazu beitragen, negative Einflüsse der Besucher in sensiblen Gebieten rund um die Feuchtgebiete zu reduzieren. Nicht nur der Naturschutz wird aus diesen Maßnahmen Vorteile ziehen, auch die Besucher können die Natur intensiver erleben und werden auf lohnenswerte Ziele in der Umgebung aufmerksam gemacht.

 

Umweltbildung ist eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung. Aus diesem Grund haben die Partnerorganisationen in Spanien und Griechenland verschiedene Schulklassen besucht und sie mit dem Schutz und der Wiederherstellung der einheimischen Feuchtgebiete bekannt gemacht. Außerdem wurden Informationstafeln aufgestellt, eine Wanderausstellung entwickelt und intensive Pressearbeit betrieben.

 
 

Während der Projektlaufzeit wurden in Spanien und Griechenland mehrere internationale Workcamps durchgeführt. Mehr als 200 junge Menschen aus sechs europäischen Ländern haben daran teilgenommen und die Arbeit der NGOs vor Ort aktiv unterstützt. Neben der Mitarbeit in den Naturschutzprojekten konnten die Teilnehmer viele Erfahrungen sammeln und einen Einblick in die Kultur und Natur der Projektgebiete bekommen.

 

Als ein Ergebnis der Lobbyarbeit der spanischen Fundación Global Nature (FGN) wurde La Nava im November 2002 als Feuchtgebiet gemäß der RAMSAR Konvention aufgenommen. Auch die Laguna Boada erfüllt diese Kriterien. Die FGN hat der Umweltbehörde von Kastilien und León alle notwendigen Daten zur Verfügung gestellt, um den RAMSAR-Status auch für Boada zu beantragen.

 

Austausch von Fachwissen
Der Austausch von Erfahrungen und Informationen war ein zentraler Bestandteil des Projekts. Dazu wurden drei Workshops und vier Trainingskurse organisiert, um einheimische und internationale Experten und Interessenvertreter zusammen zu bringen. Je ein Workshop wurde in den Projektgebieten in Spanien und Griechenland abgehalten, ein weiterer Workshop fand während der 8. Living Lakes-Konferenz in Norwich, England, statt. Mehr als 100 Feuchtgebietmanager und Entscheidungsträger nahmen an den vier Trainingskursen zum Management und zur Renaturierung von Feuchtgebieten teil, welche am Bodensee und in den englischen Broads stattfanden.

 

Die Abschlusskonferenz des Projekts in Friedrichshafen am Bodensee wurde von mehr als 60 nationalen und internationalen Experten besucht. Die Schwerpunkte der Konferenz waren die Einführung von Managementsystemen zur Renaturierung von Feuchtgebieten, die EU-Wasserrahmenrichtlinie, Praxisbeispiele aus Spanien und Griechenland sowie die Verbreitung der Projektergebnisse in weitere Feuchtgebiete. Auf der Konferenz wurden auch Probleme, Herausforderungen und Lösungen für die

Einführung von Managementmaßnahmen in Feuchtgebieten angesprochen. Fallbeispiele aus anderen Regionen rundeten die Konferenz ab.

 

Eine umfangreiche und anschauliche Beschreibung der Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts ist im Handbuch „Feuchtgebiete renaturieren – Nachhaltiges Management von Feuchtgebieten und Flachwasserseen" zu finden.

 
 
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