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4. Solarstrom als Lösung


Als Lösung des Problems bot sich an, die Station der Ranger mit Solarstrom zu versorgen. Dazu errechneten Fachleute einen Bedarf von 1.000 bis 1.600 Wh pro Tag. Damit ließen sich ein Kühlschrank, ein Radio, ein Fernseher und acht Glühlampen sowie eine stationäre Funkanlage betreiben.


Im Winter 2001 / 2002 kam es trotz sorgfältiger Auslegung mit langjährigen kasachischen Klimadaten wegen zu geringer Sonnenstrahlung zu Stromausfällen. Um auch im Winter diesen störungsfreien Betrieb sicherzustellen, muss ein zweiter, von der Sonnenstrahlung unabhängiger Stromerzeuger installiert werden. Eine Nachrüstung mit einem kleinen Windbatterielader ist mit Unterstützung des GNF geplant.

 
 

5. Finanzierung


Kosten für die Einrichtung einer Niederspannungsanlage mit 24 Volt für die Station Rasvedka beliefen sich auf 10.000 EURO, wobei der Berliner Techniker Frank Seewald die Installation ehrenamtlich gemeinsam mit einheimischen Kräften durchführte.


Der Global Nature Fund hat seine Spender gebeten, das Projekt finanziell zu unterstützen. Danach war es möglich, das Vorhaben mit 10.000 EUR zu unterstützen.

 
 

6. Umsetzung


Das Konzept für die Anlage und dessen Umsetzung verdanken wir dem Techniker und ehrenamtlichen NABU-Mitstreiter Frank Seewald. Am 7. Juli 2001 ist er mit seinem PKW und den Kernteilen der Solaranlage die 5.400 km von Deutschland nach Kasachstan über 10 Zollschranken gefahren, wofür er 10 Tage gebraucht hat. Die Anlage hat er zusammen mit kasachischen Technikern aufgebaut. Hier ein paar Auszüge aus seiner „Steppenpostille" vom 22.8.2001:

 

Abbau der tödlichen Stromleitungen und -masten

„Morgen vor drei Monaten sind wir losgefahren. Vorgestern habe ich die Anlage endlich übergeben, wie es sich gehört mit Bedienungsanleitung. Ja, anfangs hatte ich die Sache wohl etwas unterschätzt. Wollte in etwa vier Wochen die Solaranlage hinnageln und danach der Sonne beim Scheinen zugucken.  Weit daneben. Zunächst herrschten in Kasachstan äußerst ruppige klimatische Bedingungen, die die Anlage weit rustikaler, aufwendiger und teurer werden ließen, als ursprünglich in Berlin gedacht. Es war abwechselnd heiß und kalt und goss in Strömen, was die Steppe weglos werden ließ, und zum Schluss schneite es sogar schon ein wenig."

 

Nach der Probezeit über den Herbst und Winter 2001 / 2002 wurde im Frühjahr 2002 die Stromleitung abgebaut. Das wird viele tausend Vögel vor dem Tod bewahren.

 
 

7. Interpretation der Fakten


Das Problem Vogeltod an einer 11 km langen Stromleitung wurde mit dem Bau einer Solaranlage gelöst. Das war nur möglich aufgrund der guten Kooperation zwischen den Seenpartnern (Verwaltung des Schutzgebiets Korgalzhynski, Naturschutzbund Deutschland, Global Nature Fund) und dem Techniker Frank Seewald. Jeder hat dabei das eingebracht, was er am besten kann: Die Verwaltung gab die Genehmigung für die Umsetzung des Projekts und half mit Technikern beim Bau der Anlage und bei der Beschaffung von Material auf dem Basar in der 200 km entfernten Hauptstadt Astana. Der Naturschutzbund führte die Gespräche vor Ort, gewann den Techniker Frank Seewald für Konzeption und Umsetzung, und der Global Nature Fund beschaffte bei Spendern die Mittel für das Projekt.


Die Solaranlage am Tengis-See ist die erste in der dortigen Provinz. Das machte die Beschaffung des Materials aufwendiger als zunächst geplant. Das sollte bei zukünftigen Projekten von vornherein bedacht
werden.

 
 

8. Perspektiven


Weltweit gibt es sehr viele Stromleitungen, die in Einflugschneisen von Drehscheiben ziehender Vögel liegen. Zur Verminderung der Vogelverluste müssen Lösungen gefunden werden. Wo immer möglich, sollten Solaranlagen eingesetzt werden, damit gefährliche Leitungen abgebaut werden können. Als Alternative bietet sich Erdverkabelung an.

 

Steppenadler am Tegis-See

Solaranlagen haben den Vorteil, dass mit ihnen nicht nur etwas für die Vogelwelt getan werden kann, sondern auch für die Propagierung einer zukunftsfähigen Energienutzung.


Trotz der Bemühungen von Naturschutzverbänden, dass nur vogelverträgliche Masten gesetzt und unverträgliche entschärft werden, ist der Erfolg dieser Aktionen bisher begrenzt. Denn noch immer gibt es in vielen Ländern der Welt sehr viele gefährliche Strommasten. Das muss sich ändern.

 
In einem nächsten Projekt sollen die gefährlichen Masten der 40 km langen Stromleitung von Korgalzhyn nach Karashar entschärft werden. Die Stromleitungen sind hier keine Gefahr, weil hier keine Flugschneise der Vögel verläuft. Greifvögel können sich jedoch auf den Strommasten leicht tödliche Stromschläge holen.
 
 
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