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Erfolgsgeschichten an Seen

 

Ende des Vogelsterbens am Tengis-See in Kasachstan

 
 

1. Zusammenfassung

 

Im September 2000 fanden zwei deutsche Naturschützer an einer 11 km langen Stromleitung am Tengis-See in Kasachstan 800 tote Vögel, die durch Anflug an die Stromleitungen oder beim Ansitz auf den Masten durch Stromschlag getötet wurden. Dieses Massensterben wird beendet, indem die Station am Ende der Stromleitung mit einer Solaranlage zur Versorgung mit Strom ausgestattet wurde. Im Frühjahr 2002 wird die Leitung abgebaut. Die schnelle Lösung des Problems war möglich, weil die drei Partner (Verwaltung des Schutzgebiets Korgalzhynski, Naturschutzbund Deutschland, Global Nature Fund) jeweils die Aufgabe übernommen haben, die sie am besten können.

 

Fertig gestellte Solaranlage und Windkraftanlage

 

2. Fakten über die Seen

 

Seen:

 

Tengis-See und Korgalzhyner Seen-Landschaft

 

Größe:

 

Tengis-See: 1.590 km²

Korgalzhyner Seen: 330 km²

 

Bedeutung der Seen:

 

Der Tengis-See und die Korgalzhyner Seen gehören zu den wenigen relativ gut erhaltenen Steppenseen der Welt.

 

Bedeutung für ziehende und brütende Vögel:

 

Die Seen-Landschaft ist Drehscheibe des Vogelzugs mit alljährlich vielen Millionen durchziehenden Vögeln, die in Sibirien brüten. Die Region ist jedoch auch als Brutgebiet von außerordentlicher Bedeutung. Fast alle nach der Roten Liste der IUCN als "Globally Threatened" and "Near Threatened Species" für Kasachstans eingestuften Arten kommen am Tengis-See vor:

Jedes Jahr brüten bis zu 16.000 Paare des Rosaflamingo. Hier brüten bis zu 10 Prozent des Weltbestandes des Krauskopfpelikans sowie etwa 25 Prozent des Weltbestands der Weißkopfruderente.

 
Schutz:
 

Das Gebiet ist nationales Schutzgebiet (Korgalzhynski Zapovednik) und (internationales) Ramsar-Gebiet.

 
 

3. Das Problem

 

Zwischen dem Wissenschaftlerdorf Karazhar und der Rangerstation Rasvedka befindet sich eine 11 km lange Stromleitung, an der im September 2000 über 800 tote Vögel gefunden wurden. Darunter waren neben einem Mönchsgeier, einer Schneeeule, zwei Kaiseradlern, einem Seeadler auch:

 
  • 41 Höckerschwäne (Cynus olor)

  • 48 Steppenadler (Aquila nipalensis)

  • 200 Turmfalken (Falco tinnunculus)

  • 100 Adlerbussarde (Buteo rufinus)

 
Die Stromleitung versorgt die Station der Ranger in Rasvedka, die hier das ganze Jahr über wohnen, mit Strom. Ihre Aufgabe ist die Betreuung des Schutzgebietes. Die Leitung befindet sich genau in einer Flugschneise für Wat- und Wasservögel, die hier regelmäßig von einem Teil des Sees zum anderen fliegen. Viele von ihnen fliegen gegen die Leitungen, brechen sich die Flügel und verenden. Die Greifvögel kommen an den Masten, von denen sie auf Beute lauern, durch Stromschlag zu Tode. Denn die Masten sind – wie an vielen Orten der ganzen Welt – gegen Stromschlag nicht gesichert.
 
 
 
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