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Extremadura

 

Eine Modellregion für europäische Kulturlandschaften ist die Extremadura in Spanien. Hier betreibt die Fundación Global Nature España, unser Partner im Projekt Erhaltung von Kulturlandschaften, ein Informationszentrum und mehrere Fincas, auf denen die Zucht alter Haustierrassen und die umweltverträgliche Bewirtschaftung der Dehesas vorbildhaft durchgeführt wird. So werden 500 Schafe auf der Finca "El Baldío de Talaván" gehalten, die den Sommer auf den Bergweiden im Kantabrischen Gebirge verbringen. Die Retinta-Ziegen der Finca Arroche in der Sierra de Gata verbringen den Winter auf den Weiden der Finca Talaván, um dort die Eicheln zu fressen. Um die ökologische Schafzucht erfolgreich zu betreiben, müssen auch Aspekte der Produktkette einbezogen werden wie Weiterverarbeitung und Vertrieb.

 

Das Informationszentrum "La Dehesa" in Torrejon el Rubio erlangt immer größere Bedeutung als Anlaufstelle für Touristen und Einheimische. Jahr für Jahr werden die Besucherzahlen höher und die Teilnehmer an den vom Zentrum angebotenen Kursen und Workcamps zahlreicher. Auch die Initiativen für Umweltbildung werden immer besser von den Schulen der Umgebung angenommen.

 

Die Pflege der aufgeforsteten Flächen in den Dehesas wird bereits im sechsten Jahr durchgeführt. Die Flächen werden nach dem traditionellen Prinzip der Abfolge von Getreideanbau, Beweidung und Brache bewirtschaftet. Von diesen Pflanzungen profitieren auch Kaninchen und Rothühner, die Beutetiere für Luchs und Kaiseradler sind. Um den Kaninchenbestand zu stabilisieren, werden Schutzvorrichtungen aus den Ästen der beschnittenen Steineichen errichtet.

 

In den letzten Jahren wurden außerdem drei Teiche auf dem Gelände der Finca Talaván angelegt, die sich sehr positiv auf die gesamte Fauna in der Umgebung auswirken. Im Winter sind hier Kraniche zu Gast. Am größten Teich hat sich sogar ein Fischotter-Paar angesiedelt.

 
 Teiche bei Talaván
 Retinta-Ziegen

 

Leider ist es um den Iberischen Luchs schlecht bestellt. Von den 1.200 Luchsen Ende der Achtzigerjahre hat nach Schätzungen nur ein Drittel überlebt. Um die Nahrungssuche für den Luchs zu erleichtern, werden verbuschte Hänge manuell ausgelichtet. Die Beweidung mit Retinta-Ziegen hat etwa 1.000 Hektar Busch- und Waldflächen gesäubert.

 
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