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Viktoriasee

 

Kenia, Tansania, Uganda

 
 
 
 Uferbereich des Viktoriasees

Die Länder Kenia, Tansania und Uganda grenzen an den Viktoriasee. Er ist der größte See Afrikas sowie der zweitgrößte Süßwassersee der Welt. Das Nordufer des Viktoriasees berührt den Äquator. Er hat eine Fläche von 68.800 km² und ist mit einer Tiefe von maximal 80 m ein relativ flacher See. In seiner Umgebung leben mehr als 30 Millionen Menschen.

 

Der ökologische Zustand des Viktoriasees ist durch die schnell wachsende Bevölkerung hochgradig gefährdet, ebenso durch den Kahlschlag der natürlichen Vegetation entlang der Uferlinie, der boomenden Fischexportindustrie, der Einführung verschiedener exotischer Pflanzen- und Tierarten, das Verschwinden von 50 % der heimischen Fischarten (es gab hier 400 Buntbarscharten), übermäßiges Algenwachstum und das Ablassen von ungeklärtem Abwasser aus Industrie und menschlichen Siedlungen.

 

Der Nilbarsch wurde in den See eingeführt, um den Fischbestand zu verbessern, doch nun ist dieser für die Verdrängung vieler einheimischer Fischarten verantwortlich. Der entstandene Schaden ist erheblich und zum größten Teil irreversibel. Die traditionellen Lebensweisen vieler Gemeinden am Ufer des Sees wurden gestört und verschwinden allmählich. Naturschützer sind sich darüber einig, dass der See nicht überleben wird, wenn nicht bald etwas für seinen Schutz getan wird.

 
 

Neben Eutrophierung und dem steigenden Eintrag von Nährstoffen stellt die eingeführte Wasserhyazinthe eine wesentliche Bedrohung für den Viktoriasee dar. Die Wasserhyazinthe ist eine Süßwasserpflanze, die zu wucherndem Wachstum fähig ist. Sie wurde im frühen 20. Jahrhundert auf dem afrikanischen Kontinent als Zierpflanze eingeführt. Seitdem hat sie sich rapide verbreitet. Ende der 1990er verursachte die Wasserhyazinthe im Viktoriasee einen drastischen Rückgang des Fischbestandes, da sie dem Wasser Sauerstoff entzieht. Ihre Ranken blockieren die Zu- und Abflüsse des Sees und erschweren die Fischerei und den Transport über den Wasserweg. OSIENALA prüfte und bewertete die Verbreitung der Wasserhyazinthe und fordert sofortige Kontrollmaßnahmen.

 
 Silhouette des Viktoriasees
 Segelboot auf dem Viktoriasee

Die Living Lakes-Partnerorganisation am Viktoriasee ist OSIENALA (Friends of Lake Victoria), eine nicht-kommerzielle Mitglieder-Organisation, die in Kenia registriert ist, aber auch in Uganda und Tansania tätig ist. Die 150 Mitglieder setzen sich zusammen aus Fischern, Gemeinden, Bauern, Genossenschaften, Umweltschutzclubs, wichtigen Nichtregierungsorganisationen, organisierten Frauen- und Männergruppen und wissenschaftlichen Institutionen in der Region.

 

Zur Zeit befasst sich OSIENALA mit der Bekämpfung der Armut von 4 Millionen Eingeborenen in Kenia und strebt an, das Potential der Gemeinden zu stärken sowie deren Fähigkeit, sich selbst als Wächter ihrer eigenen Umwelt zu organisieren. Von OSIENALA wurde gerade unter dem Namen ECOVIC (Organisation der ostafrikanischen Gemeinden für das Management der Ressourcen des Viktoriasees) eine weitere NGO mit einer länderübergreifenden Strategie gegründet, die neben Kenia auch Tansania und Uganda mit einschließt.

 
 
 

Artikel zum Viktoriasee:

 

Wasserhyazinthe im Viktoriasee, Sirit Coeppicus (Dezember 2004)

 

Nilbarsch im Viktoriasee, Sirit Coeppicus (Dezember 2004)

 

Die Verhinderung des ökologischen Kollaps am Viktoriasee, Frank Kürschner-Pelkmann (März 2007)

 
 

Buch - Tipps:

 

Lake Victoria

Ecology, Resources, Environment

Awange, Joseph L., Ong'ang'a, Obiero

2006, XVIII, 354 p., 83 illus., Hardcover

ISBN-10: 3-540-32574-3

ISBN-13: 978-3-540-32574-1

 
 
 Buch cover - Wangari Maathai

Wangari Maathai – Mutter der Bäume

 

Die erste afrikanische Friedensnobelpreisträgerin

 

Eine Frau, die Einfluss in ihrem Land haben möchte und diesen auch bekommt: Im Jahr 2004 erhält die damals 64-jährige Kenianerin Wangari Maathai den Nobel-Preis, dotiert mit 1,36 Mio Dollar.

Das Buch von Stefan Ehlert ist eine politische und persönliche Biografie der Bäumepflanzerin und beschreibt den Weg der Gründerin des Green Belt Movements sowie ihre Bedeutung für Afrika.

 

 
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