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Mahakam Seen und Feuchtgebiete

 

Borneo, Indonesien

 
 
 

 

Highlights

 

Juni 2009:

Erstes Schutzgebiet für Irrawaddy-Delfine innerhalb des Mahakam-Feuchtgebiets wird offiziell durch die Bezirksverwaltung von West-Kutai ausgewiesen.

 

März 2009:

Zwei Irrawaddy-Delfine, eine Mutter und ihr Kalb, werden aus seichtem Sumpfgebiet befreit.

Fotos und Informationen zur Rettungsaktion.

 

 
 
 Fischersiedlung
 

Die Mahakam Region liegt im indonesischen Südteil der Insel Borneo, in der Provinz Ost-Kalimantan, wo Dschungel und Wildnis vorherrschen. Die sog. Mittlere Mahakam Region (Middle Mahakam Lakes and Wetlands MMLW) umfasst drei größere Seen: Danau Jempang, Danau Melingtang und Danau Semayang sowie dreißig kleinere. Die Region erstreckt sich über eine Fläche von 8.100 km² und befindet sich in einer geologischen Vertiefung. Je nach Jahreszeit beläuft sich die Größe der drei größeren Seen zwischen 0 und 600 km². Die jährliche Fluktuation kann mehr als sechs Meter betragen.

 

Die Mahakam-Region ist zwischen 180 und 375 km von der Mündung des Mahakam Flusses entfernt. Im größten Feuchtgebiet von Kalimantan gibt es drei Haupt- und viele kleinere Seen, Torf- und Frischwassersümpfe sowie Nebenflüsse. Die Seen und Sümpfe sind wichtige Laichplätze und nähren zudem die Hauptflüsse. Deshalb wurden im MMLW in den letzten dreißig Jahren jährlich ca. 25.000 bis 35.000 Tonnen Fisch gefangen.

 
 Silhouette Mahakam Seen und Feuchtgebiete

Das Gebiet besitzt, insbesondere bezogen auf Brut- und Zugvogelarten, eine hohe Biodiversität und beheimatet auch den indonesischen, vom Aussterben bedrohten Irrawaddy-Delfin (Orcaella brevirostris), der sowohl in Frisch-, Brack- und Salzwasser leben kann. Der Schutz des Lebensraumes erfordert eine Gebietsaufteilung für die betroffenen Feuchtgebiete, Seen und Flüsse, die in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Gesetzgebern erarbeitet werden wird. Hierzu ist ein umfassender Ansatz notwendig, der die verschiedenen Interessengruppen (Fischer, Bauern, Bergbaubetriebe etc.) einbezieht.


Der Schutz der Irrawaddy-Delfin Populationen wird bereits seit 2000 thematisiert. Dies geschieht dank der Hilfe mehrerer Sponsoren und beinhaltet Bildungsmaßnahmen von Schulkindern und Fischern. Eine Aufgabe hierbei ist die direkte Überwachung in Hauptgebieten der Delfine, um ungünstig plazierte Netze zu lokalisieren und nach darin gefangenen Delfinen Ausschau zu halten.


Andere Arten, die in dieser Region leben, sind bedrohte Säugetiere wie die Langnasenaffen (Nasalis larvatus), die Banteng Stiere (Bos javanicus) und die Krokodilarten Crocodylus siamensis und Tomistoma schlegeli.

 
 Ölpalmplantage auf Borneo
 Brandrodung auf Borneo
 

Eine Reihe von ernsthaften Gefahren konnte bisher für dieses einzigartige Gebiet ermittelt werden:

  • Aussterbende Arten und Verlust von Lebensräumen durch verschiedene Flächennutzungen.
  • Unvorhersehbare Veränderungen der Hydrologie z.B. aufgrund von Dammbauten, Bergbau, Abholzung und Plantagenpflanzungen (Ölpalm-Monokulturen).
  • Verschmutzung durch Pestizide, z.B. durch die 100.000 ha großen Ölpalmenplantagen, und Quecksilber (aus Goldminen).
  • Waldbrände und legale Abholzung des ufernahen Waldes, was den Verlust von Lebensräumen und die erhöhte Sedimentation nach sich zieht.
  • Überfischung und nicht nachhaltige Fischereitechniken, wie z.B. das Elektrofischen und die Nutzung von Fischgift.
  • Verschmutzung durch Lärm und Kraftstoff durch Schiffsverkehr beeinträchtigt das Brutverhalten der Vögel und der Irrawaddy-Delfine.
  • Die Jagd nach geschützten und gefährdeten Arten wie Störche, Krokodile, Schildkröten, Fischreiher, Nashornvögel.
  • Sterben von Irrawaddy-Delfinen durch Fischnetze, derzeit fünf Delfine im Jahr.
  • Zunehmende Sedimentation in den Seen führt dazu, dass die Delfine die selben Wege nutzen wie die Hochgeschwindigkeitsboote.
 
 Unberührte Natur

Notwendige Maßnahmen:  

  • Durchführung von Schutzmaßnahmen, die auf biologischen sowie sozioökonomischen Forschungsansätzen in East Kalimantan beruhen,
  • Schutz von bedrohten, aquatischen Arten und ihrer Lebensräume,
  • Erhaltung der natürlichen, lebensnotwendigen Ressourcen,
  • Aufzeigen von Möglichkeiten der nachhaltigen Nutzung von natürlichen Ressourcen und/oder alternativer Ressourcen,
  • Aufbau einer gemeinschaftlichen und gesetzverträglichen Zonierung für gefährdete Feucht-, Seen- und Flussgebiete im Hinblick auf verschiedene Nutzungsarten von Ressourcen sowie Schutzgebiete für verschiedene Tierarten.
 

Yayasan Konservasi RASI (Conservation Foundation for Rare Aquatic Species of Indonesia – Umweltschutzorganisation für seltene aquatische Arten Indonesiens) ist eine gemeinnützige, Nichtregierungsorganisation in East Kalimantan, Borneo. Hauptaufgabe der Organisation ist es, gegen den Verlust von aquatischen Arten und den Zerfall der Lebensräume anzugehen.


RASI besteht aus zehn Angestellten. Zusätzlich werden ehrenamtliche Mitglieder, z.B. von der Mulawarman Universität, von den Angestellten für die verschiedenen Geländearbeiten ausgebildet.

 

Ein Projekt zur nachhaltigen Fischerei wurde im Frühjahr 2009 von RASI und dem GNF gestartet und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) sowie vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im Rahmen des Sonderbriefmarken-Programms gefördert.

 

Der GNF und seine lokale Partnerorganisation RASI werden beim Delfinschutz in der Mahakam Region von der Stiftung Ursula Merz unterstützt.

 
 

Weitere Informationen über die Mahakam Seen und Feuchtgebiete

 

Detaillierte Daten

 

Kontaktadresse

 

Schutzmaßnahmen für die Irrawaddy-Delfine

 

Mahakam Feuchtgebiet als „Bedrohter See des Jahres 2008”

 
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